Bei „19:09 - der schwarzgelbe Talk“

"Der arme Kerl": So äußert sich BVB-Präsident Reinhard Rauball zu Lucien Favre

BVB-Präsident Reinhard Rauball (72) sprach bei „19:09 - der schwarzgelbe Talk“ über das Auswärtsspiel bei Hertha BSC, Pfiffe gegen die eigene Mannschaft und Trainer Lucien Favre (62).

  • Reinhard Rauball lobte BVB-Trainer Lucien Favre als „sehr akribisch“ arbeitenden Trainer.
  • Bei Julian Brandt habe der 72-Jährige in Berlin „eine Leistungsexplosion“ gesehen.
  • Der BVB-Präsident würde sich über die Verpflichtung eines Mittelstürmers freuen.

Dortmund - Am vergangenen Samstag (30. November) konnte der BVB einen 2:1-Sieg bei Hertha BSC feiern. Nach den enttäuschenden Auftritten in München und gegen Paderborn sorgte der Erfolg für große Erleichterung. Das gab auch Präsident Reinhard Rauball zu. Bei „19:09 - der schwarzgelbe Talk“ sagte er: „Erleichterung, die war schon da, keine Frage.

BVB-Präsident Reinhard Rauball über mediale Debatten: „Wir lassen uns nicht treiben“

Allerdings sei der Druck medial größer gemacht worden als er wirklich war. Angesichts der öffentlich diskutierten „Endspiele“ für Lucien Favre tat ihm der BVB-Coach, dem im Sommer 2018 fast Julian Nagelsmann vorgezogen worden wäre, schon fast leid. „Der arme Kerl, da hat er gewonnen und dann hatte er gleich noch ein Endspiel.“ 

Mit Blick auf die Trainerdiskussion sowie die sportlichen Ziele stellte der 72-Jährige klar: „Wir lassen uns nicht treiben.“ Lucien Favre erlebe der BVB-Präsident „überraschend stabil.“ Der Schweizer arbeite „sehr akribisch“, ihm könne „man keinen Vorwurf machen.“Am 14. Spieltag der Bundesliga trifft der BVB auf Fortuna Düsseldorf (wir berichten im Live-Ticker).

Reinhard Rauball verurteilt hämisches Klatschen im BVB-Heimspiel gegen Paderborn: „Das waren keine echten Borussen“

Besonders freute sich Reinhard Rauball über die engagierte Leistung in Berlin. Die Mannschaft habe „gezeigt, wie man mit zehn Mann gewinnen kann“ und dabei „deutlich offensiver gestanden“ und „das Pressing vorgelagert“. Einen Spieler hob er dabei heraus. „Gerade bei Julian Brandt“, so der ehemalige DFL-Chef, „war das für mich eine Leistungsexplosion.“ Er sei sicher, dass der BVB-Offensivspieler „weiterhin auf dieser Position spielen wird.“ 

Der Wille sei zudem größer gewesen im Vergleich zum Heimspiel gegen Paderborn. Diese Partie bezeichnete der Präsident als „nicht BVB-würdig.“ Klare Worte fand er auch für das hämische Klatschen einzelner Zuschauer im Duell mit den Ostwestfalen. „Für mich ist das eine neue Erfahrung gewesen. Borussen machen so etwas normalerweise nicht, ich habe kein Verständnis dafür. Das waren keine echten Borussen.“ Pfiffe seien grundsätzlich okay, „aber das war unterhalb der Gürtellinie.“

BVB-Präsident Reinhard Rauball hofft auf Verpflichtung eines Mittelstürmers

Generell sei die Erwartungshaltung durch die vergangene Saison gestiegen „Es fehlte uns nur ein Sieg, dann hätten wir den Derbysieg und die Meisterschaft feiern können“, erinnerte sich Reinhard Rauball. Für die aktuelle Saison sieht er noch realistische Chancen auf den Meistertitel. „Wir sind nur einen Punkt hinter dem FC Bayern und sie kommen in der Rückrunde noch zu uns.“

Beim Erreichen dieses Ziels könnte demnächst ein neuer Mittelstürmer helfen. Wie BVB- Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) sieht auch Reinhard Rauball Bedarf auf dieser Position. „Es würde mich freuen, wenn etwas in diese Richtung geht“, erklärte der gelernte Rechtsanwalt. Allerdings sei es „nicht einfach, so jemanden zu finden.“

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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