Am Samstag kommt es in Dortmund zum Spitzenspiel der Bundesliga zwischen dem BVB und RB Leipzig. Es ist das zweite Duell mit dem verhassten Neuling – und dieses Mal soll es deutliche Proteste seitens der BVB-Fans geben. In welcher Art ist aber noch unklar.

Dortmund – RB Leipzig spaltet Fußball-Deutschland. Der Aufsteiger ist für viele ein Verein ohne Geschichte, hinter dem ein Mächtiger-Investor steht. Ein Marketing-Konstrukt, das mit aller Macht in die Spitze der Bundesliga drängt. Kurz gesagt: Mit „RasenBallsport“ – so die offizielle Bezeichnung – kommt der Feind der Ultras schlechthin ins heimische Stadion.

Nahezu bei jedem Auswärtsspiel muss der gut betuchte Dosen-Klub (Anm. d. Red.: zu den Geldgebern des Vereins gehört Red Bull) daher mit Protestaktionen rechnen. Selten sind solche Aktionen aber besonders einfallsreich: In Leverkusen beispielsweise wurde der Bus der Leipziger mit Farbbeuteln attackiert, in Köln gab es eine Sitzblockade vor der Stadion-Garage. Tiefpunkt war ein abgetrennter Bullenkopf, den die Dresden-Fans im Pokalspiel in den Innenraum des Stadions warfen.

Weg von den Fans, hin zum Geld

Auch die Anhänger des BVB zeigten schon immer eine besondere Abneigung gegenüber sogenannten Retortenvereinen. Dies bekamen in jüngerer Vergangenheit vor allem die TSG Hoffenheim und Investor Dietmar Hopp zu spüren. Mit dem Aufstieg von RB Leipzig mischt nun ein weiteres Feindbild aller BVB-Traditionalisten im Fußball-Oberhaus mit. „Red Bull Leipzig ist der deutlichste Beweis dafür, dass sich der Fußball in die falsche Richtung bewegt – weg von den Fans, weg vom sportlichen Wettbewerb, hin zum Geld“, heißt in einer offiziellen Mitteilung auf der Website „Südtribüne Dortmund“.

Bereits im Hinspiel hatten die BVB-Fans ihren Unmut über den finanzstarken Aufsteiger gezeigt: Die Anhänger boykottierten das Auswärtsspiel in Leipzig und besuchten stattdessen ein Heimspiel der eigenen Amateure. Am Samstag (18.30 Uhr) ist Leipzig nun im Westfalenstadion zu Gast. Und auch für dieses Spiel kündigten die Anhänger Protestaktionen an.

In der Stellungnahme legen die Anhänger ausführlich da, weshalb sie das „Konstrukt ‚RasenBallsport‘ und die Art von Fußball, die RB verkörpert, voll und ganz ablehnen.“

Duell mit Leipzig mehr als ein Fußballspiel

Der Verein sei anders als andere Fußballvereine nur Mittel zum Zweck, um Konzerninteressen durchzusetzen. „Wir dürfen es nicht hinnehmen, dass ein 2009 von einem internationalem Dosen-Konzern erschaffener und mit Millionen aufgeputschter Retortenklub mit Unterstützung rückgratloser Verbände in wenigen Jahren durch alle Spielklassen marschiert und nun in der Bundesliga spielt“, so das klare Statement der Borussen.

Das Duell mit Leipzig ist daher mehr als nur ein Bundesligaspiel. Zumal der ungeliebte Aufsteiger gleich in seiner ersten Bundesliga-Saison ordentlich für Furore sorgt. Nach 18. Spieltagen liegt Leipzig auf Rang zwei (42 Punkte), nur drei Punkte hinter dem FC Bayern München. Borussia Dortmund folgt abgeschlagen mit 31 Punkten auf Platz vier. Das Hinspiel – das erste Heimspiel von RB in der Bundesliga überhaupt – hatten die Gastgeber durch einen Treffer von Naby Keita 1:0 gewonnen.

Mit den Fans im Rücken soll nun die Revanche gelingen. Wenn es nach den Fans geht, dann soll am Wochenende auf dem Platz und auf den Tribünen ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Die Ankündigung der „Südtribüne“ schließt mit den Worten: „Zeigen wir, dass Tradition, Treue und eine unabhängige Fankultur so wertvoll sind, dass sie sich auch mit noch so vielen Millionen nicht aufwiegen lassen.“

Wie genau der Protest aussehen soll, ließen die BVB-Anhänger zunächst offen.

Übrigens schneidet der BVB im Stadion-Ranking 2019 sehr gut ab. RB Leipzig hingegen überhaupt nicht. Der BVB im Bratwurst- und Bier-Ranking nicht mehr vorne. Aufsteiger Union Berlin bietet den Klassiker günstiger an.