Ex-BVB-Star befürwortet Gehaltsverzicht

Neven Subotic kritisiert in der Coronavirus-Krise fehlende Solidarität der Fußballvereine

Ex-BVB-Profi Neven Subotic, jetzt in Diensten von Union Berlin, fordert in Zeiten des Coronavirus mehr Solidarität von den Fußbbalvereinen.
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Ex-BVB-Profi Neven Subotic, jetzt in Diensten von Union Berlin, fordert in Zeiten des Coronavirus mehr Solidarität von den Fußbbalvereinen.

Ex-BVB-Star Neven Subotic sorgt sich in der Coronavirus-Krise um die Fußballer der unteren Ligen. Zum Gehaltsverzicht hat er eine klare Meinung.

  • Neven Subotic von Union Berlin sorgt sich in der Coronavirus-Krise um die Fußballer der unteren Ligen.
  • Der Ex-BVB-Profi fordert mehr Solidarität von den Vereinen.
  • Einen Gehaltsverzicht der Fußball-Stars wegen des Coronavirus befürwortet Neven Subotic aber.

Dortmund - Normalerweise würde der ehemalige BVB-Profi Neven Subotic (31) gerade für Union Berlin in der Bundesliga auf dem Fußballplatz stehen. Aufgrund des Coronavirus* ist er allerdings gerade zum Home-Office gezwungen. Doch auch da hat der 31-Jährige genug zu tun.

Ex-BVB-Profi Neven Subotic (Union Berlin): Fußball-Stars sind nur die Spitze des Eisbergs

Der Abwehrspieler steckt viel Zeit in seine Stiftung, mit der er Menschen in Äthiopien sauberes Trinkwasser ermöglicht. Außerdem beschäftigt der gebürtige Bosnier sich als Mitglied im Spielerrat der weltweiten Fußballprofi-Gewerkschaft Fifpro mit den Folgen der Coronavirus-Krise für Fußballer (Live-Ticker zur Bundesliga und DFL), die nicht in den europäischen Topligen spielen.

Diese stellen nämlich die Mehrheit der weltweiten Fußballspieler dar. Die Stars in den Topligen seien nur die "Spitze der Spitze des Eisbergs", berichtet Ex-BVB-Profi Neven Subotic, der bekanntlich mittlerweile bei Union Berlin unter Vertrag steht, im Interview mit der WAZ.

Ex-BVB-Profi Neven Subotic (Union Berlin) über Coronavirus: Gehaltsverzicht nicht für alle Fußballer möglich

Die Profis vom BVB und Schalke verzichten wegen des Coronavirus auf Teile ihres Gehalts. Das ist aber nicht für alle Spieler möglich, berichtet Neven Subotic, der die Bundesliga-Rückkehr kritisch sieht. "Die meisten verdienen nur wenige tausend oder teils nur einige hundert Euro monatlich – die brauchen ihr volles Gehalt."

Davon seien natürlich auch deutsche Profis in der 3. Liga oder Regionalliga betroffen. "Da sind sehr viele junge Fußballer, die auch nicht am Monatsende ein paar tausend Euro rumliegen haben", so der Abwehrspieler von Union Berlin. Generell würden junge Spieler oft noch nicht so viel Geld verdienen.

Ex-BVB-Profi Neven Subotic (Union Berlin): Vereine zeigen in Coronavirus-Krise wenig Solidarität

Auch die Lage von Langzeitverletzten sei ein Problem. Deutschland biete diesen Spielern eine sehr geringe Sicherheit, findet der ehemalige Spieler vom BVB.

"Es gibt Lohnfortzahlungen für sechs Wochen, danach zahlt der Verein gar nichts." In anderen Ländern sei dies besser geregelt. Dort seien die Spieler über den Arbeitgeber abgesichert", so Neven Subotic weiter.

Dass die Profis, auf Teile ihres Gehalts verzichten, findet der 31-Jährige generell aber richtig und gut. Die Vereine dagegen kritisiert der ehemalige Dortmunder. "Da scheint das Niveau der Solidarität niedrig, da habe ich kaum gehört, dass Vereine bereit sind, sich gegenseitig zu unterstützen."

Ex-BVB-Profi Neven Subotic (Union Berlin): Kommerzialisierung im Fußball anstatt Solidarität wegen Coronavirus

Jeder Verein schaue nur auf sich selbst oder nach oben und hoffe auf Solidarität. Auch wenn zum Beispiel BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) wegen des Coronavirus versprach, in der Not sogar Schalke zu helfen - auf die ganz kleinen Vereine schaue laut Neven Subotic kaum einer.

"Keiner schaut nach unten und ist selbst solidarisch. Es zeigt, dass die Kommerzialisierung des Fußballs als Geschäftsmodell die Werte des Sports überschattet", kritisiert der Bundesligaprofi von Union Berlin.

Ex-BVB-Profi Neven Subotic (Union Berlin): Fußballer und Vereine müssen wegen Coronavirus gemeinsame Lösung finden

Eine zufriedenstellende Lösung für alle Parteien zu finden, wird nicht einfach. Das weiß auch Neven Subotic. Deshalb will der Ex-BVB-Spieler mit den Klubs und Spielern eine Lösung finden. "Wir brauchen gemeinschaftliche Lösungen, nicht Individuallösungen."