Nach Köln-Pleite

BVB-Wutrede an die Spieler: Edin Terzic platzt der Kragen

Edin Terzic war nach der BVB-Niederlage gegen den 1. FC Köln massiv frustriert. Dabei hatte alles so gut angefangen.

Köln/Dortmund – Edin Terzic war hochzufrieden mit dem, was er bei der 2:3-Niederlage seines BVB in Köln in der 1. Halbzeit gesehen hatte. Wie paralysiert kam die Mannschaft aber aus der Kabine. Der Dortmunder Trainer erklärte nach der Pleite stinksauer, warum sich in Dortmund seit Jahren kein dauerhafter Erfolg einstellt.

NameEdin Terzic
Geboren30. Oktober 1982 (Alter 39 Jahre), Menden (Sauerland)
Größe1,84 Meter
Aktueller VereinBorussia Dortmund (BVB)

BVB-Trainer Edin Terzic nach Köln-Pleite sauer: Spieler setzen Anweisungen nicht um

Nach einem etwas holprigen Start kam Borussia Dortmund immer besser ins Spiel. Julian Brandt schloss eine sehenswerte Kombination nach Ballgewinn von Thomas Meunier und Vorlage von Jude Bellingham zum 1:0 ab (31. Spielminute).

Einziges Manko einer rassig und spielerisch hochwertig geführten Hälfte: die schwarz-gelbe Chancenverwertung. Die Dortmunder hatten durchaus Möglichkeiten, höher in Führung zu gehen. So aber blieb es nach 45 Minuten bei der knappen 1:0-Führung.

BVB-Trainer Edin Terzic war nach der Niederlage in Köln hochgradig frustriert.

In der Kabine hat BVB-Trainer Edin Terzic seine Mannschaft deshalb gemahnt, aufmerksam und bissig weiterzuspielen, wie er im Anschluss frustriert bei Sky schilderte: „Wir sprechen es an, dass es extrem wichtig sein wird, wie wir in die zweite Halbzeit starten. Dann kassieren wir nach gefühlt acht Sekunden die erste Ecke. Wenn man sieht, wie wir die Zweikämpfe in den ersten 15, 20 Minuten geführt haben, dürfen wir uns nicht wundern, dass wir zwei Tore kassiert haben.“

BVB-Trainer Edin Terzic verzockt sich mit Auswechselung von Salih Özcan

Die schläfrigen Dortmunder fingen sich binnen zwei Minuten vermeidbare Gegentreffer durch Florian Kainz (54.) und Ex-Borusse Steffen Tigges nach einer Ecke (56.). Erst danach habe der BVB wieder angefangen, Fußball zu spielen, sagte Terzic. „Aber dann war es schon zu spät.“

Auch, weil der Trainer selbst offensiv wechselte, um doch noch Punkte mit nach Dortmund zu nehmen. Er brachte in der 71. Minute Stürmer Youssoufa Moukoko für Ex-Kölner Salih Özcan. Der defensive Mittelfeldspieler fehlte schließlich, als Dejan Ljubicic Sekunden später einen Schlenzer aus 18 Metern zum 3:1 im Netz unterbrachte (72).

BVB schenkt gegen Köln erneut den Sieg her – wie in Manchester und gegen Bremen

Später sollte der BVB-Trainer seine Entscheidung korrigieren. Er brachte mit Emre Can für Donyell Malen wieder einen neuen Sechser ins Spiel. Und Tom Rothe für Raphael Guerreiro (78.). Wieder nur Sekunden später senkte sich dessen abgefälschte Flanke in den Kölner Kasten zum 2:3-Endstand aus Dortmunder Sicht.

Eine Phase eigener Schläfrigkeit hat den BVB gegen starke Kölner wieder den Sieg gekostet. Wie schon bei der späten 1:2-Niederlage gegen Manchester City, wie schon beim denkwürdigen Schlussphasen-Versagen gegen Werder Bremen (2:3) drehte der Gegner das Spiel komplett.

BVB-Trainer Edin Terzic nach Köln-Pleite: „Genau wegen Spielen wie heute ...“

Weil Union Berlin mit 2:0 in Frankfurt verlor, hätte der BVB die Bundesliga-Tabellenführung übernehmen können. Wieder einmal gelang es nicht, einen Big Point einzufahren.

Terzic stinksauer: „Genau wegen Spielen wie heute treten wir auf die Euphoriebremse. Solche Spiele, die wir komplett kontrollieren, einfach weggeben. Wir werden es wieder ansprechen, um es endlich abzustellen. Wir sind Profifußballer, haben so hart gearbeitet.“ Nur, um dann das aufgebaute selbst wieder einzureißen.

BVB-Trainer Edin Terzic stinksauer: Daran hapert es in Dortmund seit Jahren

Ob das Dortmund-Team mit Kindern zu vergleichen sei, denen man alles mehrmals erklären müsse, wurde Edin Terzic gefragt. „Das hat nichts mit Kindern zu tun, sondern mit einer professionellen Art und Weise, mit dem Sport umzugehen. Heute war es wieder sehr sichtbar, woran es seit Jahren hapert, um ganz oben anzuklopfen.“

Wie so oft nach bitteren Rückschlägen ist beim BVB jetzt wieder eine Reaktion gefordert. Am besten schon am Mittwoch (5. Oktober, 21 Uhr) beim Auswärtsspiel in Sevilla. „Wir müssen unbedingt was holen“, sagte Terzic. Die Devise: „Fehler abstellen und Stärken verbessern.“

Rubriklistenbild: © Treese/Imago, BVB, Collage: Nicolas Luik/RUHR24