15. Bundesliga-Spieltag

BVB-Einzelkritik gegen Gladbach: Zweimal Note 6, fünfmal Note 5

Der BVB hat sich mit vier Gegentoren in Gladbach in die Winterpause verabschiedet. Alle Noten für die Profis von Borussia Dortmund in der Einzelkritik.

Mönchengladbach/Dortmund – Der BVB hat eine turbulente Partie bei Borussia Mönchengladbach mit 2:4 verloren. Die BVB-Stars präsentierten sich weit entfernt von ihrer Spitzen-Form. Die Noten zum Spiel in der Einzelkritik.

BVB-Einzelkritik gegen Gladbach: Kobel von seiner Abwehr im Stich gelassen

Gregor Kobel: Sechs Schüsse aufs Tor, vier zappelten im Netz. Keiner der Gegentreffer war für ihn erreichbar, hatte im Eins-gegen-Eins-Duell mit Thuram das Nachsehen (1:3, 30. Spielminute). Der Schweizer wurde von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Note: 3

Niklas Süle: 82 Ballaktionen und doch kaum Einfluss auf das Spiel. Überschaubare Zweikampfquote (25 Prozent), stark im Passspiel (94 Prozent). Er übernahm nach Schlotterbecks Auswechslung dessen Innenverteidiger-Posten. Note: 4

Bitterer Arbeitstag für Gregor Kobel (grünes Trikot), der wie hier beim 0:1 keine Chance auf den Ball hatte.

BVB-Einzelkritik gegen Gladbach: Hummels bekommt die Note 6

Mats Hummels: Totalausfall. Weder der Abwehrchef noch sein Nebenmann griffen Stindl vor dem 0:1 (4.) an – Ex-Borusse Hofmann startete zwischen den Innenverteidigern durch und bedankte sich. Der frühe Schock machte sich bei Hummels bemerkbar: Er foulte Thuram vor dem 1:2 (26.) und lief anschließend mit Verwarnung über den Platz. Wenige Minuten später entschied er sich für ein risikoreiches Tackling auf Höhe der Mittellinie mit fatalen Folgen: Die Gastgeber nutzten die Dortmunder Unordnung und so tauchte Thuram plötzlich mutterseelenallein vor Kobel auf 1:3 (30.). Konés Treffer zum 2:4 rauschte durch seine Hosenträger. In der 53. traf er beinahe ins eigene Netz. Nach 78. Spielminuten vom Trainer erlöst, wenn auch wohl verletzungsbedingt. Note: 6

Nico Schlotterbeck: Durchwachsene Leistung des Innenverteidigers. Er war wie Hummels beim 0:1 nur Zuschauer. Er rutschte als letzter Mann in der 23. Spielminute gleich doppelt weg, das verschaffte den Gastgebern eine 2:1-Situation gegen Hummels, die der Abwehrchef immerhin lösen konnte. Beim 1:3 (30.) konnte er nach Hummels‘ Patzer nur noch hinterherlaufen. Besser lief es vor dem gegnerischen Kasten: Er brachte den BVB mit seinem Treffer zum 2:3 (40.) zurück ins Spiel. Nach 59 Minuten und 100 Prozent gewonnen Zweikämpfen war Schluss. Note: 4,5

Durchwachsene Leistung von BVB-Innenverteidiger Nico Schlotterbeck (Mitte), der zum 2:3 traf.

Raphael Guerreiro: Der Offensivdrang des Portugiesen lud die Gladbacher zu Kontern ein. Gleichzeitig konnte er seine Stärken im Vorwärtsgang nicht ausspielen, seine Zuspiele kamen nur selten bei den Schwarz-Gelben an. Note: 5

BVB-Einzelkritik gegen Gladbach: Emre Can bekommt die Note 5,5

Jude Bellingham: Zwischen Genie und Wahnsinn. Er bereitete das 1:1 durch Brandt (19.) mit einer butterweichen Flanke vor, doch ließ Bensebaini ungestört zum 1:2 nach Hofmann-Flanke einköpfen (26.) und ließ Koné völlig frei zum 2:4 einschießen (46.). Hatte auch keine Muße, sich ins Offensivspiel einzuschalten. Note: 5

Emre Can: Das Spiel lief am Defensiv-Allrounder vorbei. Er fand keinen Weg, die Löcher in der BVB-Hintermannschaft zu stoppen. Das Dortmunder Mittelfeld wurde von den Gastgebern schlicht überspielt. Nach 59 Minuten ausgewechselt. Note: 6

Donyell Malen: Der Angreifer hatte lediglich eine erwähnenswerte Szene: Er hatte das 3:3 auf dem Fuß, doch scheiterte nach Reyna-Vorlage aus kurzer Distanz am glänzend haltenden Olschowsky (43.). Machte Platze für Adeyemi (71.). Note: 5

BVB-Einzelkritik gegen Gladbach: Brandt ist der beste Dortmunder

Julian Brandt: Der offensive Mittelfeldspieler nahm eine Bellingham-Flanke mit dem Rücken zum Tor mit dem rechten Oberschenkel an und vollendete mit dem linken Fuß per Volley zum 1:1 (19.). Seine technische Brillanz sollte fortan jedoch verborgen bleiben. Der Mann auf der „Zehn“ verteilte die Bälle, ackerte für zwei (11,4 Kilometer) und war der beste Dortmunder in einer desolat auftretenden BVB-Mannschaft. Note: 3

Giovanni Reyna: Der US-Amerikaner ließ den 2:3-Anschlusstreffer sträflich liegen: Er schloss blind ab und scheiterte am herangrätschenden Bensabaini (33.). Er setzte sich in der 43. auf rechts durch, doch seine Vorarbeit konnte Malen aus kurzer Distanz nicht verwerten. Nach Halbzeit eins war Feierabend. Note: 4

Der beste Dortmunder: Julian Brandt traf sehenswert zum 1:1.

Youssoufa Moukoko: Der Youngster des BVB hatte gegen Elvedi und Friedrich schweres Spiel. Keiner seiner vier Torschüsse landete im Tor. Seine beste Chance hatte er in der 33., als er mit einem Kopfball an Olschowsky scheiterte. Note: 4

BVB-Einzelkritik gegen Gladbach: Özcan bekommt die Note 4

Thorgan Hazard: Kam mit Anpfiff der zweiten Halbzeit für Reyna (46.). Er konnte das BVB-Spiel nicht beleben, fand mit seinen Zuspielen meist den Gegner. Seine Standards lassen gegnerische Verteidiger kalt. Note: 5

Salih Özcan: Betrat für den überforderten Can den Rasen (59.). Nach seiner Einwechslung klingelte es zwar nicht mehr im BVB-Tor, doch konnte die Borussia aus Mönchengladbach weiterhin ihr Spiel durchziehen. Note: 4

Anthony Modeste: In der 59. für Schlotterbeck eingewechselt. Er konnte der gegnerischen Abwehr nicht gefährlich werden, aber das dürfte inzwischen ohnehin ligaweit bekannt sein. Note: 5

Karim Adeyemi: Wurde für Malen eingewechselt (71.). Ohne Note

Antonios Papadopoulos: In der 78. für den angeschlagenen Hummels in die Partie gekommen. Ohne Note

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