Bild: Kirchner

BVB-Linksverteidiger Marcel Schmelzer kam zuletzt nur noch selten zum Einsatz. Dennoch soll der 31-Jährige nicht abgegeben werden. Warum das eine richtige Entscheidung ist.

  • BVB-Sportdirektor Michael Zorc möchte Marcel Schmelzer nicht abgeben
  • Schmelzer verkörpere „ein Höchstmaß an Identifikation“, so Zorc
  • Marcel Schmelzer stellte den Teamerfolg über das eigene Ego

35 Spieler zählt der Kader des BVB für die Saison 2019/20 aktuell. Einer von ihnen ist Marcel Schmelzer. Auf den wie immer zu dieser Jahreszeit kursierenden Streichlisten ist sein Name ganz oben mit dabei. Und nach nur 13 Pflichtspieleinsätzen in der abgelaufenen Saison schien ein Abschied des langjährigen Stammspielers wahrscheinlich.

Zorc über Schmelzer: „Er ist ein wichtiger Faktor für uns, auch in der Kabine“

Dazu wird es aller Voraussicht nach allerdings nicht kommen. Wie BVB-Sportdirektor Michael Zorc im Interview mit der Funke Mediengruppe erklärte, soll Schmelzer weiter in Dortmund bleiben: „Er ist ein wichtiger Faktor für uns, auch in der Kabine. Er verkörpert ein Höchstmaß an Identifikation mit Borussia Dortmund. Ich möchte Marcel weiter beim BVB sehen.“

Trotz seiner geringen Einsatzminuten hätte sich Schmelzer, so Zorc, „immer tadellos verhalten“ und „konsequent erstklassige Trainingsleistungen gezeigt.“

Auch wenn der 31-Jährige unter Trainer Lucien Favre zuletzt keine größere Rolle mehr spielte, wäre der BVB gut beraten an Marcel Schmelzer, der bei Borussia Dortmund in den Top-Ten der Rekordspieler ist festzuhalten.

Schmelzer stellt eigenes Ego hinten an

Seit dem Abschied von Roman Weidenfeller im Jahr 2018 ist Schmelzer der dienstälteste Profi im Kader des BVB. In seinen elf Jahren machte er sämtliche Höhen und den Tiefen des Vereins mit. Schmelzer lebt den Klub wie kaum ein anderer Spieler der aktuellen Mannschaft. Gerade in einer Zeit, wo Profis in immer kürzeren Abständen kommen und gehen, braucht es solche Persönlichkeiten.

Als sich der gebürtige Magdeburger nach einer langwierigen Verletzung auf der Ersatzbank wiederfand, gab es von ihm kein böses Wort in der Öffentlichkeit. Stattdessen gab er im Training weiterhin Vollgas.

Schmelzer stellte das eigene Ego hinten an und ordnete dem Erfolg des Teams alles unter. Das wurde besonders in der Endphase des Meisterschaftskampfes in der Rückrunde deutlich.

Als es im Heimspiel gegen Mainz 05 in der zweiten Halbzeit um den Sieg ging, agierte Marcel Schmelzer als „Co-Trainer“ neben dem Tor von Roman Bürki.

Bürki über Schmelzer: „Er ist enorm wichtig für mich und auch für das ganze Team“

Welche Bedeutung der 16-fache deutsche Nationalspieler hat, stellte Torwart Roman Bürki kürzlich im BVB-Feiertagsmagazin heraus. „Er ist enorm wichtig für mich und auch für das ganze Team. Ihm ist nicht alles egal, weil er nicht spielt, sondern er versucht immer alles, um der Mannschaft zu helfen.“ Gerade den jungen Spielern kann er mit seiner Erfahrung wertvolle Tipps geben.

Bei vielen Fans genießt Schmelzer wegen seiner Vereinstreue ohnehin Kultstatus. Als er gegen Düsseldorf sein 250. Bundesligaspiel machte, feierte ihn die Südtribüne mit einem eigenen Plakat, Darauf stand: „Auf die nächsten 250 Spiele. Danke Schmelle.“

Nach dem Schlusspfiff in Gladbach kam neben Christian Pulisic auch Marcel Schmelzer vor den Gästeblock. Nicht wenige sahen darin einen Abschied von den BVB-Anhängern.

Nun könnte es doch anders kommen. Es wäre Schmelzer zu gönnen, dass er seine Karriere wie geplant beim BVB beenden kann. Und auch Lucien Favre wäre sicherlich nicht traurig, wenn er hinter Neuzugang Nico Schulz einen so erfahrenen Back-up wie Marcel Schmelzer hätte.

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