Bild: Kirchner

Marcel Schmelzer hat viel erlebt beim BVB. 14 Jahre ist er nun bei Borussia Dortmund, 11 davon verbrachte er bei den Profis. Am 33. Spieltag der vergangenen Saison bestritt er sein 250. Bundesligaspiel – alle für den BVB. Dabei erlebte er viele Triumphe, aber auch einige schmerzhafte Niederlagen.

Als Marcel Schmelzer nach Abpfiff in Mönchengladbach allein vor die Fankurve tritt und gefeiert wird, weht ein Hauch von Abschied durch den Borussia-Park. Die Fans dankten dem ehemaligen Kapitän für 14 Jahre Borussia Dortmund. Ob noch weitere hinzukommen ist fraglich.

Schmelzers Profi-Debüt unter Klopp

2005 wechselte Marcel Schmelzer aus der Jugend des FC Magdeburg in die U19 des BVB. 83 Spiele bestritt er in seinen ersten Jahren bei Borussia Dortmund in der U19 und der 2. Mannschaft. So richtig auf dem Zettel hatte ihn damals niemand. So kam für viele überraschend, dass Schmelzer 2008 unter Jürgen Klopp sein Profidebüt gab. In der ersten Runde des DFB-Pokals bei RW Essen wurde Schmelzer in der 77. Minute eingewechselt. Sein Bundesligadebüt folgte nur eine Woche später gegen Leverkusen.

Als Stammspieler etablierte sich Schmelzer dann ab der Saison 2009/2010. Die Vorzeichen waren damals nicht leicht für den gebürtigen Magdeburger. Schließlich spielte kein geringerer als BVB-Legende Dede auf seiner Position als Linksverteidiger.

Meisterschaften und Championsleague-Finale

Aber auch Schmelzer entwickelte sich schnell zu einem Publikumsliebling. Und zu seinem unverzichtbaren Bestandteil der erfolgreichen Klopp-Elf der Jahre 2011-2013. In der ersten Meistersaison 2010/2011 stand Schmelzer alle 34 Bundesligaspiele für den BVB auf dem Platz. Auch das Pokalfinale 2012 mit dem grandiosen 5:2 gegen den FC Bayern bestritt er über 90 Minuten. Wie so oft trieb er dabei gemeinsam mit Kevin Großkreutz auf der linken Seite Arjen Robben zur Verzweiflung.

2011 und 2012 mit zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg waren die Highlights in Schmelzers Karriere. Ein Jahr später folgte im Finale der Champions-League hingegen wohl die bitterste Niederlage. An die 1:2 Niederlage in Wembley, ebenfalls gegen den FC Bayern, haben wohl viele BVB-Fans sehr schmerzvolle Erinnerungen.

Tor gegen Real Madrid

Dabei hatte Schmelzer großen Anteil daran, dass der BVB es überhaupt bis ins Finale schaffte. Gegen seinen „Lieblingsgegner“ Real Madrid erzielte er beim 2:1 Sieg in der Gruppenphase sogar ein Tor. Beim grandiosen 4:1 im Halbfinale bereitete er einen weiteren Treffer vor.

Tore sind dabei eher Seltenheit in Schmelzers Karriere. Nur sechs Mal in 359 Pflichtspielen traf der Linksverteidiger für den BVB. Das erste Mal im Oktober 2011 beim 5:0 gegen den 1. FC Köln.

Das Kapitänsamt als Bürde

2016 ernannte Thomas Tuchel Schmelzer zum Kapitän. Ausgerechnet ab da folgten für die Mannschaft zwei schwere Jahre. Die Stimmung war schlecht, Grüppchen bildeten sich. Nach anfänglichem Höhenflug erfolgte unter Peter Bosz und später Peter Stöger eine sportlich eher bescheidene Zeit. Schmelzer wurde als Kapitän zum Symbol dieser Krise und fiel bei vielen Fans in Ungnade.

Schmelzer schien unter dem Kapitänsamt zu leiden. 2018 übernahm Marco Reus die Binde und es ging vorerst wieder aufwärts. Er begann unter Favre als Stammspieler und überzeugte.

Schmelzer-Abschied im Sommer?

Dann allerdings die Verletzung. Knochenödem. Fast 3 Monate Pause. Danach war Schmelzer außen vor, stand oftmals gar nicht mehr im Kader.

Auch deshalb denkt Schmelzer über einen Abschied nach. Nach 14 Jahren und 359 Spielen für den BVB wäre dies ein schmerzlicher Abschied von Schmelzer, mit dem sich die BVB-Fans wieder versöhnt haben. Das sah man an diesem Abend im Gladbacher Borussia-Park mehr als deutlich.