Manuel Akanji: BVB-Verteidiger hinkt eigenen Ansprüchen hinterher

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Manuel Akanji ist in Berlin erneut an einem Gegentreffer des BVB beteiligt. Foto: dpa

Akanji ist in Berlin erneut an einem Gegentreffer des BVB beteiligt. Die Fehler beim Schweizer häufen sich. Dabei hat er selbst ganz andere Ansprüche.

Manuel Akanji ist in Berlin wieder maßgeblich an einem Gegentreffer beteiligt. Es ist nicht das erste Mal in letzter Zeit, dass der Innenverteidiger Probleme offenbart. Die Ansprüche an ihn sind deutlich andere, auch von ihm selbst.

  • Akanji agiert in Berlin erneut fehlerhaft und nachlässig.
  • Das Zusammenspiel mit Mats Hummels funktioniert noch nicht.
  • Zagadou und Balerdi stehen als Alternativen bereit.

Akanjis Nachlässigkeit führt erneut zu Gegentreffer

Das 2:1 von Union Berlin am gestrigen Abend reiht sich ein in eine besorgniserregende Reihe an durch individuelle Fehler verursachte Gegentore beim BVB. Immer häufiger dabei im Fokus: Manuel Akanji, der in einer Formkrise zu stecken scheint. Besagtem Führungstreffer der Berliner ging eine schlampige Ballannahme und ein zu zögerlich geführter Zweikampf des schweizer Innenverteidigers voraus.

Diese kleinen und größeren Fehler ziehen sich seit einigen Monaten durch Akanjis Spiel. Mal bleibt es nur ein folgenloser Fehlpass, mal führt es direkt zu einem Gegentreffer. Wie in Berlin oder auch in Bremen gegen Ende der vergangenen Saison.

Zuletzt äußerte sich Akanji zu dem angeblichen Krach mit Rückkehrer Mats Hummels.

Anhaltende Hüft-Probleme ausschlaggebend?

Nach seinem Wechsel aus Basel zum BVB im Winter 2018 schlug Akanji, der jetzt das erste Mal Vater wird, im Ruhrgebiet direkt ein. Der 24-jährige zeigte sich als defensiver Stabilisator in einer schwierigen Saison der Dortmunder. Auch die Hinrunde der Spielzeit 18/19 verlief für Akanji wie für die gesamte Mannschaft nahezu problemlos. Doch schon da hatte er mit Hüftproblemen zu kämpfen und verpasste zwei Spiele.

Zu Beginn der Rückrunde entschied man sich beim BVB für eine konservative Behandlung der Hüfte, Akanji verpasste so sieben Spiele der Rückserie. Nach seinem Comeback erlangte er bis heute nicht die Souveränität und Stabilität zurück, die ihn zu Beginn auszeichnete.

Entwicklung ist symptomatisch für die der gesamten Mannschaft

Damit verläuft die Entwicklung des Schweizers ziemlich parallel zu der der gesamten Mannschaft. Seit der Rückrunde 2019 fehlt der nächste Entwicklungsschritt. Wiederkehrende Probleme, die am Samstag in Berlin ihren vorläufigen Höhepunkt fanden, lassen deutlich an den Meisterschaftsambitionen zweifeln.

Die Verantwortlichen beim BVB und auch der Spieler selbst sehen Akanji als Führungsspieler beim BVB. Obwohl der Innenverteidiger seit dieser Saison nicht mehr Teil des Mannschaftsrats ist. Auch die Harmonie mit Partner Mats Hummels, dessen Rückkehr in die DFB-Nationalmannschaft Bundestrainer Joachim Löw zuletzt ausschloss, auf dem Platz ist noch weit von dem entfernt, was man von zwei Verteidigern dieser Klasse erwarten kann.

Akanji selbst hat andere Ansprüche

Akanji hinkt damit aktuell nicht nur den Erwartungen der Fans und Verantwortlichen hinterher, sondern auch den eigenen. Der schweizer Nationalspieler ist großer Fan der Premier League. Dass er eines Tages gerne mal für Manchester United auflaufen würde, betont der 24-jährige immer wieder.

Zuerst einmal aber sollte Akanji sich darauf konzentrieren, beim BVB wieder in die Spur zu kommen. Nicht auszuschließen, dass Trainer Lucien Favre Akanji, der sich bei der Schweizer Nationalmannschaft ohnehin eine Verletzung am Sprunggelenk zugezogen hat, nach der Länderspielpause eine Zwangspause verordnet. Mit Zagadou und Balerdi stehen hochtalentierte Alternativen parat.

In der Länderspielpause kämpft Akanji mit der Schweiz um Punkte für die EM-Qualifikation.