Lucien Favre muss den BVB von seinen taktischen Zwängen befreien

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BVB-Trainer Lucien Favre. Foto: dpa

Lucien Favre ist zuletzt als Trainer des BVB in die Kritik geraten. Der 61-Jährige holt zu wenig aus dem Kader von Borussia Dortmund heraus. Ein Kommentar.

Lucien Favre (61) ist zuletzt als Trainer beim BVB massiv in die Kritik geraten. Der 61-Jährige muss endlich mutiger werden. Ein Kommentar.

  • Lucien Favre kann die PS beim BVB derzeit nicht auf den Rasen bringen.
  • Die aktuelle Spielweise passt nicht zum Kader von Borussia Dortmund.
  • Der BVB-Trainer musste nach der 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand Spott über sich ergehen lassen.

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Lucien Favre kann die Stärken beim BVB nicht auf den Platz bringen

Der BVB ließ sich die Veredelung des Kaders im Sommer über 125 Millionen Euro kosten. Insbesondere die Verpflichtungen von Julian Brandt (23), Thorgan Hazard (26) und Nico Schulz (26) versprachen Hochgeschwindigkeitsfußball. Zum Tragen kommt diese Stärke unter Lucien Favre, den Michael Rummenigge (55) gemeinsam mit Julian Brandt (23) beim BVB kritisiert, allerdings nicht.

Denn der Schweizer verordnet Borussia Dortmund eine seltsam anmutende – passive – Spielweise. Im Spiel gegen den Ball zieht sich der BVB oftmals tief in die eigene Hälfte zurück. Ein aktives Verteidigen ist im System von Lucien Favre scheinbar nur punktuell vorgesehen.

BVB verliert gegen Inter Mailand: Lucien Favre muss vernichtendes Urteil einstecken

Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera fällte nach der 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand daher ein vernichtendes Urteil über die Spielweise des BVB:

"Es war ein Spiel mit etwas veralteten Ideen, sehr italienisch, mit einer starken Vorstellung von Taktik, gegen einen etwas altmodischen Gegner voller guter Spieler, der sich aber einer Taktik von vor 20 Jahren verschrieben hat, den Ball zu halten."

Lucien Favre droht beim BVB ein Getriebeschaden

Dabei passen die taktischen "Fesseln" des Schweizers nur schwer zu Julian Brandt, Jadon Sancho (19), Achraf Hakimi (20) und den anderen Offensivspielern beim BVB. Es wirkt nahezu so, als würde man einen hochgetunten Sportwagen ausschließlich mit angezogener Handbremse fahren. Ein Getriebeschaden wäre die unvermeidbare Konsequenz.

Möchte Lucien Favre einen kolossalen Motorschaden bei Borussia Dortmund vermeiden, dann sollte er die passive Spielweise seiner Mannschaft schleunigst überdenken. Schließlich stagniert der BVB in seiner spielerischen Entwicklung schon seit Jahresbeginn 2019.

Der BVB spielt unter Lucien Favre zu "ängstlich"

Der 61-Jährige bringt die PS seines Kaders viel zu selten auf den Rasen. Stattdessen spielen die Westfalen beinahe ängstlich. Zumindest lautete so die Einschätzung von Inter-Trainer Antonio Conte (50):

"Borussia Dortmund hat sein System auf eine Fünferkette hinten geändert, was bedeutet, dass sie Angst vor uns hatten und so spielen wollten, indem sie ihre Taktik änderten, um unsere zu spiegeln."

BVB: Lucien Favre ist in den kommenden Wochen mächtig unter Zugzwang

Fakt ist, dass die kommenden Tage und Wochen richtungsweisend für Lucien Favre, unter dessen Regie einige Profis nicht zum Zug kommen, und den BVB werden. Eine von Lethargie und Harmlosigkeit geprägte Spielidee wäre vor allem im Derby gegen den FC Schalke nicht vermittelbar.