Kommentar

Keine Leistung in entscheidenden Partien: Mit Lucien Favre holt der BVB keinen großen Titel

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Lucien Favre ist mit dem BVB nach einer schwachen Vorstellung gegen PSG aus der Champions League ausgeschieden.

Lucien Favre ist beim BVB nicht tragbar. Borussia Dortmund wird mit ihm als Trainer keine Titel gewinnen. Das Spiel gegen PSG ist war ein erneuter Beweis.

  • Ein lethargischer BVB ist im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen PSG ausgeschieden.
  • Im Parc des Princes in Paris stolperte Borussia Dortmund erneut über sich selbst.
  • Solange Lucien Favre auf der Trainerbank sitzt, wird "Schwarz-Gelb" keinen großen Titel holen, kommentiert RUHR24-Redakteur Christian Keiter.

Paris - Es gibt sicher eine ganze Reihe taktischer Mittel und Wege, um ein Rückspiel im Achtelfinale der Champions League gegen PSG zu bestreiten. Einzig Lethargie gehört nicht dazu.

BVB wehrt sich gegen PSG im Achtelfinal-Rückspiel zu selten

Dennoch wirkte die Mannschaft von Borussia Dortmund am gestrigen Abend im Parc des Princes erschreckend lethargisch. "Die Körpersprache auf dem Platz ist nach der Winterpause eine andere, insgesamt wehren wir uns jetzt viel mehr", ließ BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60), der die Mannschaft vor dem Derby in die Pflicht nimmt, noch am Morgen vor dem Spiel in der Sport Bild verlauten.

Zu sehen war davon allerdings recht wenig. Sieht man von der kleinen Rangelei kurz vor Schluss ab, bei der Emre Can (26) zumindest für eine kurze Zeit die richtige Mentalität zeigen und Neymar (28) seine seit der WM nicht verlernten schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen durfte.

"Keine Lust": Borussia Dortmund nimmt sich Trainer Lucien Favre zum Vorbild

Vielmehr schien sich der BVB ein Vorbild an Trainer Lucien Favre (62) und weniger an Geschäftsführer Aki Watzke genommen zu haben. "Ich konnte nur zwei Minuten schauen, keine Lust", erklärte der Schweizer auf die Frage, ob er sich das Geisterspiel in der Serie A zwischen Juventus Turin und Inter Mailand (2:0) angesehen habe.

Es bleibt zu hoffen, dass die Ansprache an die Mannschaft vor dem Geisterspiel in Paris zumindest ein wenig temperamentvoller aufgebaut war. Auf dem Platz sah es über weite Strecken der Partie jedenfalls nicht so aus.

BVB stolpert gegen unter Druck stehendes Paris Saint-Germain über sich selbst

Dabei ist es keineswegs eine Schande, im Achtelfinale der Champions League gegen das Starensemble von Paris Saint-Germain auszuscheiden. Allein das Gehalt von Superstar Neymar reicht vermutlich, um den halben Kader von Borussia Dortmund zu finanzieren.

Bitter ist das Ausscheiden besonders deshalb, weil PSG keineswegs unschlagbar war. Die Mannschaft von Thomas Tuchel (46) steht bei jedem Auftritt in der Königsklasse unter enormen Druck. Präsident Nasser Al-Khelaifi (46) will schon seit Jahren endlich den Henkelpott gewinnen und verliert zunehmend die Geduld.

Lucien Favre und Borussia Dortmund offenbaren in Paris ein altbekanntes Problem

"Dortmund hat Paris an der Kehle gepackt und durchs Stadion gezogen", schwärmte Johan Micoud (46) in der Süddeutschen Zeitung (Bezahlartikel) von der Leistung der Westfalen im Hinspiel. Und doch stolperte der BVB im Rückspiel in Paris auf dem Weg zu einem großen Titel einmal mehr über sich selbst.

Es ist ein altbekanntes Problem, dass Borussia Dortmund unter Lucien Favre mit sich herumschleppt. In den entscheidenden Spielen lässt die Mannschaft die gute Form der Vorwochen vermissen - wirkt passiv und macht ungewohnt viele einfache Fehler.

BVB entwickelt sich unter Lucien Favre nicht weiter - Titel nicht in Sicht

So schön die 15 Tore in drei Spielen gegen den FC Augsburg, den 1. FC Köln und Union Berlin anzusehen sind, so drastisch verlieren sie doch an Wert, wenn in den nachfolgenden zwei Partien das Aus im DFB-Pokal (2:3 gegen Werder Bremen) und eine empfindliche Niederlage im Meisterkampf gegen Bayer Leverkusen (3:4) zu Buche stehen.

Das anstehende Derby gegen Schalke 04 (14. März, 15.30 Uhr) wird zum wiederholten Male zu einer Art Endspiel für Lucien Favre. Der 62-Jährige muss beweisen, dass er und die Mannschaft lernfähig sind. Gegen PSG sah es danach einmal mehr nicht aus.

Video: CL-Aus für den BVB im Geisterspiel: "Ich brauche meine Fans"

In der laufenden Saison wird der BVB unter Lucien Favre erneut keinen großen Titel gewinnen. Ob er in der kommenden Spielzeit überhaupt die Chance für einen neuen Anlauf bekommt, darf nach dem blutleeren Auftritt in Paris bezweifelt werden.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.