Neue Ära bei Borussia Dortmund?

Aus von Favre immer wahrscheinlicher: BVB hatte Kontakt zu Kovac - Wunschlösung bleibt ein anderer

Ob Lucien Favre in der nächsten Saison noch Trainer beim BVB ist, gilt als ungewiss. Zu Niko Kovac gab es Kontakt. Die Wunschlösung bleibt Julian Nagelsmann.

  • Das 0:1 gegen den FC Bayern könnte die letzte große Niederlage von Lucien Favre beim BVB gewesen sein.
  • Der Trainer von Borussia Dortmund scheint einen Abschied vorzubereiten.
  • Niko Kovac gilt als möglicher Nachfolger - der Kroate wäre aber wohl nur die B-Lösung.

Dortmund - "Ich weiß, wie es geht und werde darüber in ein paar Wochen sprechen." BVB-Trainer Lucien Favre (62) hat mit einem kryptischen Interview, das Lothar Matthäus (59) als Abschiedsankündigung sieht, die Gerüchte um sein baldiges Aus bei Borussia Dortmund befeuert.

Name

Lucien Favre

Geboren

2. November 1957 (Alter 62 Jahre)

Größe

1,78 Meter

Karrierebeginn

1976

Bisherige Trainerstationen

Borussia Dortmund (seit 2018),

OGC Nizza (2016-2018),

Borussia Mönchengladbach (2011-2015),

Hertha BSC (2007-2009),

FC Zürich (2003-2007),

Servette FC (2000-2002),

Yverdon-Sport FC (1996-2000),

FC Echallens (1991-1994)

Lucien Favre: Aus beim BVB wäre nicht der erste Abgang auf eigenen Wunsch

Dazu hat der Weltmeister von 1990 auch jeden Grund. Schon bei Borussia Mönchengladbach, wo der Schweizer von 2011 bis 2015 als Cheftrainer fungierte, schmiss der Übungsleiter einst selbst das Handtuch. Er könne die Mannschaft nicht mehr erreichen, hieß es damals.

In Dortmund sind es gewiss andere Gründe. Lucien Favre ist es leid, sich ständig anhören zu müssen, dass der BVB unter seiner Leitung keine Titel gewinnt. Die empfindliche Reaktion, als er nach dem Titel-K.o. gegen den FC Bayern (0:1) von Sky-Reporter Patrick Wasserziehr genau darauf angesprochen wurde, machte das einmal mehr deutlich.

BVB nahm bereits im Herbst Kontakt mit Niko Kovac auf - die Wunschlösung ist der Ex-Bayern-Coach nicht

Kein Wunder also, dass bereits über mögliche Nachfolger des 62-Jährigen bei Borussia Dortmund (alle Artikel auf RUHR24.de) spekuliert wird. Zu Niko Kovac (48) haben die Verantwortlichen übereinstimmenden Medienberichten zufolge bereits Kontakt aufgenommen. Allerdings war das im Herbst, als es sportlich beim Vizemeister alles andere als rund lief.

Leipzig-Coach Julian Nagelsmann gilt beim BVB weiterhin als Wunschkandidat für den Posten des Cheftrainers.

Sollte der Kroate, der bis November 2019 noch die Geschicke beim großen Rivalen Bayern München leitete, tatsächlich im Sommer für Lucien Favre übernehmen, wäre er aber offenbar nicht die Wunschlösung. Wie die Bild (Bezahlartikel) berichtet, ist und bleibt das Julian Nagelsmann (32) von RB Leipzig. Auch Jesse Marsch von RB Salzburg wird mittlerweile als möglicher Nachfolger von BVB-Trainer Lucien Favre gehandelt.

Der 32-jährige Shootingstar unter den Trainern ist vertraglich allerdings noch bis 2023 an Tabellendritten, der mit einem Sieg über Hertha BSC am Mittwochabend (18.30 Uhr) am BVB (Lothar Matthäus glaubt trotz Dementi weiterhin an einen Abschied von Trainer Lucien Favre) vorbeiziehen könnte, gebunden. Die Argumente, Julian Nagelsmann aus seinem gewiss gut dotierten Vertrag bei den Sachsen loszueisen, sind überschaubar.

BVB droht nach einem Aus von Lucien Favre auf eine B-Lösung zurückgreifen zu müssen

Die Mannschaft von RB Leipzig ist ähnlich ambitioniert wie Borussia Dortmund, dass sich im Kampf gegen Corona engagiert, und noch dazu mit kaum weniger Talent gespickt. Selbst mit einer hohen Ablösesumme für den Trainer dürften die BVB-Verantwortlichen bei den äußerst liquiden "Roten Bullen" auflaufen.

Auf der schier endlosen Suche nach einem Nachfolger von Jürgen Klopp (52) drohen die Schwarz-Gelben erneut auf eine B-Lösung zurückgreifen zu müssen. Keine einfache Situation. Weder für den Verein, noch für den neuen BVB-Trainer, der von Anfang an mit diesem Prädikat wird leben müssen.

Rubriklistenbild: © David Inderlied, Tobias Hase/dpa; Collage: RUHR24