Kommentar

Trainerdiskussion beim BVB: Lucien Favre verdient eine weitere Saison in Dortmund

Lucien Favre führt den BVB wohl erneut in die Champions League.
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Lucien Favre führt den BVB wohl erneut in die Champions League.

Nach dem Sieg gegen Hertha BSC steht Borussia Dortmund vor der Champions League-Qualifikation. Die BVB-Bosse sollten an Lucien Favre festhalten. Ein Kommentar.

  • Borussia Dortmund wird sich erneut für die Champions League qualifizieren.
  • In der Rückrunde beweist der BVB momentan eine enorme Stabilität.
  • Das liegt auch an Lucien Favre, der sich mit einer stetigen Weiterentwicklung eine weitere Saison in Dortmund verdient, findet RUHR24-Autor Patrick Preidt.

Dortmund – Mit 33 von 39 möglichen Punkten spielt Borussia Dortmund (alle Artikel unter RUHR24.de) aktuell einer der besten Halbserien der Vereinsgeschichte. Trotz aller Kritik an seiner Person verdient sich Lucien Favre (62) angesichts der Ergebnisse ein weiteres Jahr auf der BVB-Trainerbank.

Name

Lucien Favre

Funktion

Cheftrainer

Geboren

2. November 1957 (Alter 62 Jahre), Saint-Barthélemy VD, Schweiz

Größe

1,78 Meter

Bisherige Trainerstationen

FC Echallens (1991-1995), Yverdon Sport (1996-2000), 2000-2002 (Servette FC), FC Zürich (2003-2007), Hertha BSC (2007-2009), Borussia Mönchengladbach (2011-2015), OGC Nizza (2016-2018), Borussia Dortmund (seit Juli 2018) 

BVB: Lucien Favre entwickelt seine Spielphilosophie weiter

Es passte ins Bild, dass Lucien Favre im Anschluss an den hart erkämpften 1:0-Erfolg über wiedererstarkte Berliner besonders die gute Defensivleistung lobte. Auch in seinem zweiten Jahr als BVB-Coach setzt der Schweizer zu Beginn eines jeden Spiels zunächst auf eine sichere Abwehr, bevor später in der Partie die Offensive glänzen darf. 

Doch trotz des Festhaltens an seiner grundsätzlichen Spielphilosophie ist bei Lucien Favre in den vergangenen Monaten eine Weiterentwicklung zu erkennen. Einerseits wäre da die Systemumstellung auf eine Dreierkette zu nennen, die BVB-Profis wie Lukasz Piszczek (34), Raphael Guerreiro (26) oder Achraf Hakimi (21) sehr geholfen hat.

Dank Lucien Favre: BVB spielt nach Corona-Pause abgeklärter und reifer

Zudem lässt sich gerade in den ersten Partien nach der Corona-Pause weitere Verbesserung feststellen. Die Schwarz-Gelben agieren nun abgeklärter, reifer und auch defensiv stabiler. In den fünf Duellen seit Mitte Mai kassierte Borussia Dortmund nur zwei Gegentore. Eines davon durch einen zweifelhaften Elfmeter in Paderborn. 

Emre Can (26) schwärmte am Samstag (6. Juni) von Lucien Favre. "Das ist ein großartiger Trainer, der zu 100 Prozent zum BVB passt. Ich hoffe, dass ich noch mehrere Jahre mit ihm hier arbeiten kann", so der Winter-Neuzugang im Gespräch mit Sky Sport.

BVB: Lucien Favre beweist bei Wechseln mehr Mut

Dass die Borussia in den großen Spielen ergebnistechnisch besser abschneiden und Lucien Favre manchmal offensiver aufstellen könnte, sollten da keine unlösbaren Aufgaben sein. Gegen Hertha BSC bewies der 62-Jährige sogar überraschend viel Mut.

Lucien Favre steht beim BVB noch bis 30. Juni 2021 unter Vertrag.

Statt 10 Minuten vor Schluss beim Stand von 1:0 nichts zu riskieren, brachte er mit Leonardo Balerdi (21) und Mateu Morey (20) zwei Youngster auf defensiven Schlüsselpositionen. Diese Wechsel lassen auch in diesem Bereich einen veränderten BVB-Coach erkennen.

Auch ohne Meisterschaft: Lucien Favre verdient sich weitere BVB-Saison

Unter dem Strich wird Lucien Favre (Vertrag bis 2021) Borussia Dortmund auch im zweiten Jahr in Folge souverän in die Champions League führen. Diese Stabilität ist, gerade in unruhigen Zeiten wie diesen, äußerst wertvoll. Damit verdient sich der Schweizer ein weiteres Jahr auf der Dortmunder Trainerbank.

Natürlich wäre man beim BVB gerne Meister geworden. Angesichts der in der Rückrunde nahezu fehlerlosen Bayern, hätte es dafür aber eine historische Saison gebraucht. Nun darf man sich zumindest über eine herausragende Rückserie freuen.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors/der Autorin und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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