Frust statt Spielzeit

Beim BVB auf dem Abstellgleis: Vergrault Lucien Favre diese drei Profis bei Borussia Dortmund?

Beim BVB stehen Dan-Axel Zagadou, Jacob Bruun Larsen und Leonardo Balerdi auf dem Abstellgleis. Kann Lucien Favre dem Trio eine Perspektive bieten?

  • Lucien Favre (62) ist beim BVB zuletzt immer wieder in die Kritik geraten.
  • In der laufenden Bundesliga-Saison schafft er es nicht, ein hochtalentiertes Trio in die Startelf zu integrieren.
  • Sind Dan-Axel Zagadou, Jacob Bruun Larsen und Leonardo Balerdi für Borussia Dortmund noch haltbar?

Update, Samstag (30. November), 22.52 Uhr: Völlig überraschend stand Dan-Axel Zagadou, dem wegen einer Knie-Verletzung des Saison-Aus beim BVB droht, beim 2:1-Sieg in Berlin in der Startelf von Borussia Dortmund. Er lieferte eine beeindruckende Leistung ab. Die Einzelkritik und Noten für die BVB-Profis gegen Hertha BSC.

Erstmeldung, Mittwoch (20. November): Beim BVB stehen Dan-Axel Zagadou, Jacob Bruun Larsen und Leonardo Balerdi, der beim BVB eine Chance erhalten sollte, am Scheideweg ihrer Karriere. Lucien Favre konnte dem Trio bislang nicht zu regelmäßigen Einsatzzeiten verhelfen. RUHR24 hat daher die Situation der Spieler genauer unter die Lupe genommen. 

BVB: Dan-Axel Zagadou kommt bei Lucien Favre nicht zum Zug – Ergreift der Franzose im Sommer die Flucht?

Dan-Axel Zagadou (20): 28 Spielminuten in der Bundesliga. Eine Spielminute in der Champions League gegen Slavia Prag. 90 Minuten im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach. Die bisherige Einsatzbilanz von BVB-Profi Dan-Axel Zagadou gleicht einer großen Ernüchterung.

Dabei hatte der 20-jährige Abwehrhüne in der vergangenen Saison noch weitestgehend einen Stammplatz in der Innenverteidigung von Borussia Dortmund inne. Zum Verhängnis wurden dem französischen U-Nationalspieler vor allem zwei Ereignisse. Mittlerweile ist er beim BVB zum Stammspieler avanciert.

Dan-Axel Zagadou scheiterte mit dem BVB gegen Bayern

Zum einen verspielte Dan-Axel Zagadou viel Vertrauen bei Cheftrainer Lucien Favre (62), als er beim Auswärtsdebakel des BVB gegen den FC Bayern München (0:5) in der Startelf der Westfalen stand. Borussia Dortmund verlor am 6. April 2019 nicht nur das Titelrennen gegen den Konkurrenten aus der bayerischen Landeshauptstadt, gleichzeitig verspielte der 20-Jährige seinen Stammplatz.

207 Tage musste der Franzose warten, ehe er am 30. Oktober 2019 beim 2:1-Sieg im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach in die Startelf von Borussia Dortmund zurückkehren durfte. Er löste seine Aufgabe mit Bravour (RUHR24 bewertete die Leistung von BVB-Verteidiger Dan-Axel Zagadou mit der Note 2,5). Lob für seinen Auftritt erntete der Innenverteidiger auch von Lucien Favre, der beim BVB nicht mehr viel Mitspracherecht haben soll: „Er versteht gut, wohin er spielen muss“, lautete das Fazit des 62-Jährigen. 

Lucien Favre setzt beim BVB auf Mats Hummels anstelle von Dan-Axel Zagadou 

Zum anderen setzte Borussia Dortmund Dan-Axel Zagadou mit der Verpflichtung Mats Hummels (30) ein unüberwindbares Hindernis vor die Nase. Der 30-jährige Rückkehrer vom FC Bayern München sollte der Königstransfer des BVB im neuerlichen Angriff auf die Meisterschale werden. Zum Leidwesen des Franzosen. Nicht umsonst dachte Dan-Axel Zagadou im Sommer über einen Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Arsenal nach.

Fazit: Dan-Axel Zagadou steht bei Borussia Dortmund vor dem Scheideweg. Schließlich benötigt der 20-Jährige für seine fußballerische Entwicklung zwingend Spielpraxis. Sollte er diese unter der Regie von Lucien Favre weiterhin nicht bekommen, muss sich der BVB im kommenden Sommer unweigerlich mit einem Abschied des Innenverteidiger-Juwels beschäftigen.

Dan-Axel Zagadou wird wohl auch im kommenden Spiel nicht in der Startelf stehen: BVB - SC Paderborn - wir berichten im Live-Ticker. Außerdem könnt ihr das Spiel von Borussia Dortmund live im TV und Stream verfolgen.

Trainingsauftakt Borussia Dortmund

BVB: Jacob Bruun steht bei Lucien Favre nur auf dem Abstellgleis 

Jacob Bruun Larsen (21): Ähnlich ernüchternd liest sich die bisherige Saison-Bilanz von Jacob Bruun Larsen bei Borussia Dortmund. Der 21-Jährige spielt in den Planungen von Lucien Favre zur Zeit maximal eine untergeordnete Rolle. In der Bundesliga kann der Offensivspieler bislang lediglich drei Kurzeinsätze (insgesamt über 21 Minuten) für den BVB verbuchen. Zufrieden sein kann der Däne damit wahrlich nicht.

Auch in der Champions League und im DFB-Pokal kommt Jacob Bruun Larsen nicht regelmäßiger zum Einsatz. Im Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach durfte er immerhin für 63. Minuten sein Können unter Beweis stellen.

Lucien Favre stellt Jacob Bruun Larsen ins Mittelfeld - ein Fehler?

Zugleich demonstrierte er eindrücklich, dass er kein Mittelstürmer ist und das in naher Zukunft wohl auch nicht mehr wird. Dies war nämlich die Position, die Lucien Favre für Jacob Bruun Larsen an jenem Abend auserkoren hatte. Der Däne agierte maximal unauffällig.

Auch im Champions-League-Hinspiel gegen Inter Mailand (0:2) durfte sich der 21-Jährige für 16 Minuten im Sturmzentrum des BVB austoben. Gegen Inter Mailands Abwehr-Bollwerk blieb er jedoch komplett wirkungslos – ähnlich wie seine Mannschaftskameraden. 

Fehler beim BVB: Hat der Verein die Falschen Spieler verpflichtet?

Jacob Bruun Larsen zeigt Borussia Dortmund damit unfreiwillig ein Versäumnis aus dem vergangenen Transfer-Sommer auf. Der BVB verzichtete nämlich auf die Verpflichtung eines echten Stoßstürmers. Ein Fehler, wie sich nach einem Drittel der Saison herausstellt.

Auch auf Larsens angestammten Position, auf den offensiven Flügeln, haben derzeit andere Akteure deutlich die Nase vorn. Die Zukunft von Jacob Bruun Larsen beim amtierenden Vizemeister erscheint momentan beinahe perspektivlos. Wenig überraschend ist daher die Information der Bild, dass der Däne den BVB lieber heute als morgen verlassen wolle. Als möglichen Interessenten nennt das Boulevardblatt den VfB Stuttgart.

Nimmt Jacob Bruun Larsen Reißaus vor Lucien Favre?

Fazit: Für Jacob Bruun Larsen bietet sich im kommenden Sommer die Möglichkeit, mit Dänemark an der Europameisterschaft teilzunehmen. Hierzu benötigt der 21-Jährige, der im März für die Nationalmannschaft der Skandinavier debütierte, jedoch dringend Spielpraxis.

Parallel zu Dan-Axel Zagadou steht der Offensivspieler daher vor einer tiefgreifenden Entscheidung. Sollte Lucien Favre weiterhin auf den Dänen verzichten, dann wäre ein Abschied von Borussia Dortmund wohl das Beste für den Offensivspieler. Im Spiel gegen Mainz 05 bekam Dan-Axel Zagadou er von RUHR24 die Bestnote aller Spieler.

Hohe Ablöse, keine Spielpraxis: So erklärt Lucien Favre die Situation von Leonardo Balerdi beim BVB

Leonardo Balerdi (20): Mit der Verpflichtung von Leonardo Balerdi sicherte sich der BVB im Januar 2019 ein echtes Abwehr-Juwel. Entsprechend tief mussten die Westfalen für den 20-Jährigen in die Tasche greifen. 15,5 Millionen Euro überwies Borussia Dortmund an die Boca Juniors aus Argentinien.

Bezahlt gemacht hat sich diese Investition bisher allerdings noch nicht. Denn der Argentinier wartet noch immer auf sein Profi-Debüt beim deutschen Vizemeister. Bislang reichte es in dieser Saison lediglich zu fünf Einsätzen in der Regionalliga West.

Für BVB-Trainer Lucien Favre ist dies jedoch kein Grund zur Sorge: „Ich habe mit ihm darüber gesprochen. Der Unterschied zwischen Argentinien und Europa ist groß. Das Tempo in Europa ist höher und die Distanzen zwischen den Linien sind auch ganz anders. Deswegen braucht er Zeit. Das ist ganz normal. Es war so geplant“, sagte der 62-Jährige auf einer Pressekonferenz im Oktober über den argentinischen Innenverteidiger. 

Darum sollte der BVB Leonardo Balerdi verleihen

Mehr Vertrauen in die Fähigkeiten des 20-Jährigen setzt man hingegen in der argentinischen Nationalmannschaft. Schließlich feierte Leonardo Balerdi dort am 11. September 2019 sein Debüt.

Beim BVB vertraut Lucien Favre derweil uneingeschränkt auf das Abwehrduo Mats Hummels und Manuel Akanji (24). Der 24-Jährige konnte das in ihn gesetzte Vertrauen allerdings nicht immer zurückzahlen. Der Schweizer kristallisierte sich vor allem in der Frühphase der Saison immer wieder als Unsicherheitsfaktor in der Innenverteidigung von Borussia Dortmund heraus. Profitieren konnte Leonardo Balerdi davon nicht. 

Fazit: Auch beim 20-Jährigen Argentinier stellt sich die Frage, wie es für ihn beim BVB weitergeht. Eventuell wäre eine Leihe des Innenverteidigers derzeit die beste Option. Leonardo Balerdi könnte somit die Gelegenheit nutzen, sich an das veränderte Anforderungsprofil im europäischen Fußball zu gewöhnen. 

Nach dem Paderborn-Debakel steht Lucien Favre beim BVB vor dem Aus. Nach dem Spiel gab es eine Krisensitzung. Das haben zudem Marco Reus (30), Mats Hummels (30) und Michael Zorc (56) gesagt. 

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/ dpa