Schweizer holt 2,14 Punkte pro Bundesliga-Spiel

Lucien Favre ist der beste Bundesliga-Trainer des BVB: Warum diese Statistik nicht überbewertet werden sollte

+
Lucien Favre im Spiel gegen Mainz 05.

Lucien Favre ist punktetechnisch der beste BVB-Trainer in der Bundesliga-Vereinsgeschichte. Diese Statistik sollte allerdings nicht überbewertet werden.

  • Lucien Favre wirkt nach zuletzt vier Siegen in vier Pflichtspielen wie befreit.
  • Mit 2,14 Punkten pro Spiel ist der Schweizer aktuell der erfolgreichste Bundesliga-Trainer des BVB.
  • Darum sollte man sich von dieser Statistik aber nicht täuschen lassen. 
  • Dortmund - Die letzten vier Pflichtspiele müssen sich für Lucien Favre (62), mit dem der BVB laut RUHR24-Redakteur Christian Keiter nie einen großen Titel holen wird, wie eine Befreiung angefühlt haben. Nachdem der BVB-Coach Ende November schon so gut wie entlassen schien, sitzt er nun wieder fest im Sattel. 

    Vor exakt drei Wochen nahm Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) den Schweizer auf der Mitgliederversammlung öffentlich in die Pflicht. Der 62-Jährige habe zwar das Vertrauen der BVB-Bosse, doch am Ende sei Fußball eben auch Ergebnissport.

    BVB-Trainer Lucien Favre: Mit neuer Taktik kehrte der Erfolg zurück

    Diese Aussage von Hans-Joachim Watzke (60) verfehlte ihre Wirkung offenbar nicht. Zum Auswärtsspiel bei Hertha BSC trat der BVB plötzlich mit einem neuen taktischen System an. In der Abwehr agierte man nun mit einer Dreierkette, im zentralen Mittelfeld durfte Julian Brandt (23) endlich auf seiner Lieblingsposition auflaufen.

    Im Angriff wählte Lucien Favre, der inzwischen sogar den Titel für möglich hält,  eine flexible Lösung mit Marco Reus (30), Jadon Sancho (19) und Thorgan Hazard (27). Der Schachzug ging auf. Dank guter Chancenverwertung und einer konzentrierten Abwehrleistung in Halbzeit zwei konnte die Borussia am Ende einen Sieg bejubeln.

    BVB-Siege gegen Düsseldorf, Prag und Mainz sollte nicht überbewertet werden

    Auch in den Partien gegen Fortuna Düsseldorf, Slavia Prag und Mainz 05 setzte der BVB-Coach auf das mutigere 3-4-3-System. Mit den Erfolgserlebnissen kam zunächst das Selbstvertrauen und schließlich auch das Spielglück zurück. 

    Ganz von allein hat Lucien Favre, dessen möglicher Nachfolger angeblich vom BVB-Berater Matthias Sammer in der Niederlande beobachtet, diese wegweisende Entscheidung aber nicht getroffen. Wie Julian Weigl nach der Partie in Mainz noch einmal bestätigte, sei die taktische Änderung in Absprache mit dem Mannschaftsrat zustande gekommen. 

    Darüber hinaus sollten die vier Siege in Folge nicht über immer noch vorhandene Schwächen hinwegtäuschen.  So wäre der BVB, ohne einen Roman Bürki (29) in Weltklasseform, gegen Slava Prag vermutlich als Verlierer vom Platz gegangen. Zudem waren sowohl die Fortuna aus Düsseldorf als auch das Team aus Rheinhessen nicht mehr als Pflichtaufgaben.

    Lucien Favre holt 2,14 Punkte pro Bundesliga: Bester Wert aller BVB-Trainer

    Trotz des statistischen Topwertes von 2,14 Punkten pro Bundesliga-Spiel bleibt daher abzuwarten, wie nachhaltig die unter Lucien Favre, der als BVB-Trainer durch Adi Hütter (50) ersetzt werden könnte, eingeleitete Trendwende ist. Was die Erfolge anbelangt, ist er zudem noch deutlich hinter Jürgen Klopp (52) oder Thomas Tuchel (46), dessen Biografie den wahren Bruch mit dem BVB wegen eines peinlichen Zwischenfalls offenbart, anzusiedeln. 

    Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wollte der BVB-Trainer seinen historisch guten Punkteschnitt nur mit einer kurzen Aussage („Es tut gut, ja, sehr gut“) kommentieren. Denn auch ihm bewusst: Im Fußball kann es in beide Richtungen sehr schnell gehen. Schon am Dienstag (17. Dezember) kann der BVB seinen nächsten Erfolg einfahren. Dann kommt der Spitzenreiter aus Leipzig nach Dortmund.

    Video: Sport1-Doppelpass diskutiert über die Zukunft von Lucien Favre

    Zukunft von BVB-Trainer Lucien Favre ab Sommer 2020 vollkommen ungewiss

    Immerhin bleibt den Verantwortlichen beim BVB eine Trainerentlassung während der Saison nun vorerst erspart. Ob der Schweizer auch in der kommenden Saison noch auf der Bank sitzt, ist dagegen vollkommen ungewiss. Erst kürzlich vermeldeten englische Medien, dass sich Borussia Dortmund in die Liste der Interessenten für Ex-Tottenham-Coach Maurico Pochettino (47) eingereiht haben soll. 

    Der frühere Bayern-Profi Mario Basler (50) brachte die Schwarzgelben am Sonntag (15. Dezember) im Sport1-Doppelpass mit dem aktuellen Werder-Trainer Florian Kohfeldt (38) in Verbindung.

    Mehr zum Thema