Kommentar

BVB lernt nicht aus Fehlern: „Geldgeier“ Modeste ist die Kohle nicht wert

Der BVB hat Anthony Modeste verpflichtet. Der Transfer birgt ein immenses Risiko. Ein Kommentar.

Dortmund – Geld verbrennen, das können sie beim BVB gut. Es gibt zahlreiche Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die diese Behauptung belegen: Emre Can, Julian Brandt, Nico Schulz oder Thorgan Hazard – um nur vier Spieler aus dem aktuellen BVB-Kader zu nennen. Sie haben nicht nur eine stattliche Ablösesumme gekostet, nein, die Herren lassen sich ihre Arbeit in Dortmund auch fürstlich bezahlen.

NameAnthony „Tony“ Mbu Agogo Modeste
Geboren14. April 1988 (Alter 34 Jahre), Cannes, Frankreich
Größe1,87 Meter
Aktuelles Team1. FC Köln

BVB lernt nicht dazu: „Geldgeier“ Modeste ist die Kohle nicht wert

Nun stößt mit Anthony Modeste ein weiterer Spieler zum BVB, der bei Borussia Dortmund richtig abkassieren soll. Der Franzose, mit 34 Jahren bereits Fußball-Opa, wechselt vom 1. FC Köln zum BVB und soll in Dortmund sechs Millionen Euro Gehalt über die nächsten zwölf Monate einstreichen. Moment. Bitte was? Sechs Millionen? Ja, Sie haben richtig gelesen.

Modeste, der beim BVB Sébastien Haller nach dessen Hoden-Tumor-Diagnose ersetzen soll, hat weder in der Europa League noch in der Champions League gespielt. Einsätze für die A-Nationalmannschaft? Null. Den BVB soll er aber zu Titeln schießen, erhoffen sich die Vereinsbosse. Ja nee, ist klar.

BVB-Wunsch-Stürmer Anthony Modeste hat nur eine Karriere, „um Geld zu verdienen“

Wieder hat es also ein durchschnittlicher Spieler geschafft, dem BVB die Kohle aus der locker sitzenden Hosentasche zu ziehen. Vielleicht hat sich Modeste ja Tipps bei Emre Can, Julian Brandt, Nico Schulz oder Thorgan Hazard geholt. Die Männer sollen beim BVB bis zu achteinhalb, sieben und fünf Millionen Euro jährlich verdienen. Und dafür sitzen sie am Wochenende noch gemütlich auf der Bank – oder im Fall von Schulz auf der Tribüne. Leicht verdientes Geld - beziehungsweise Millionen.

Ja, Modeste zu verurteilen, bevor er sich überhaupt das BVB-Trikot übergestreift hat, ist nicht die feine, englische Art. Jedoch hatte Modeste selbst einst gesagt, dass er nur eine Karriere habe, „um Titel zu holen, aber auch um Geld zu verdienen“. Entschuldigung an der Stelle, dass die dreieinhalb Millionen Euro, die es zuletzt beim 1. FC Köln gab, nicht genug waren.

Anthony Modeste wechselt für kolportierte fünf Millionen Euro zum BVB. In Dortmund soll er sechs Millionen Euro verdienen.

Dass Modeste ein egoistischer „Geldgeier“ ist, hatte sich bereits in der Vergangenheit gezeigt. Modeste hatte den 1. FC Köln erstmals 2017 verlassen – um unter großem Trara nach China zu wechseln. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, zumindest war dies China damals mit Blick auf die Gehaltsstruktur, ließ sich Modeste für sein einjähriges Engagement mehr als elf Millionen Euro netto (!) bezahlen, hatten Medien berichtet. Hinzu sollen Prämien im Wert von fünfeinhalb Millionen Euro gekommen sein. Heilige Maria.

BVB bietet Anthony Modeste das, was er will: jede Menge Geld

Nach einjähriger Leihe war Modeste zum 1. FC Köln zurückgekehrt, um postwendend für einen anderen Klub in Fernost aufzulaufen. Das ging jedoch nur zwei Monate gut: Plötzlich stand Modeste ohne Verein da, ehe der „Effzeh“ den Spieler nach drei Monaten aus der Vereinslosigkeit holte.

Gegenwart: Modeste schoss den 1. FC Köln in der Vorsaison mit 20 Treffern in die Europa Conference League. Auf Europa mit dem „Effzeh“ hat er aber keine Lust. Modeste hat in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, Köln verlassen zu wollen, wenn ihn ein Angebot überzeuge. Wir wissen inzwischen: Natürlich meinte er das angebotene Gehalt, das versteht sich von selbst. Doch bis zuletzt gab es wohl keinen Verein, der ihm mal eben fast eine Gehaltsverdopplung vorgelegt hat – bis der BVB kam.

Anthony Modeste (l.) schoss den 1. FC Köln in die Europa Conference League. Doch nun spielt er mit dem BVB Champions League.

Wie schon 2017 wehrt sich Modeste nun gegen den Vorwurf, den 1. FC Köln wegen des Geldes verlassen zu haben, wie er bei Instagram am Montagabend (8. August) schrieb. „Wie viele vielleicht denken, gehe ich nicht wegen des Geldes“, behauptete er. Er wolle Champions League spielen und habe „große“ Angebote aus den Golfländern abgelehnt.

BVB verpflichtet Anthony Modeste statt Weltklasse-Stürmer wie Dzeko, Cavani oder Suarez

Um die Stürmer-Not des BVB wussten die Spielerberater nach dem Ausfall von Sébastien Haller. Das Telefon von Neu-BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl soll nicht still gestanden haben.

Statt der gehandelten Edin Dzeko, Edinson Cavani oder Luis Suarez - allesamt Weltklasse-Stürmer - ist es Anthony Modeste geworden. Sein Transfer nach Dortmund, der BVB soll wohl fünf Millionen Euro Ablösesumme zahlen, ist zweifelsohne ein Risiko.

BVB-Transfer von Anthony Modeste ist ein immenses Risiko

Es ist ein Risiko, weil Modeste vor seinen 20 Buden in der Vorsaison lediglich fünf Liga-Tore in den Spielzeiten 2019 bis 2021 schoss. Es ist ein Risiko, weil Modeste in den vergangenen zwei Spielzeiten mehr als 150 Tage verletzt ausfiel und bekanntlich nicht jünger wird.

Es ist ein Risiko, weil Modeste sich auf höchstem Niveau bislang nicht beweisen konnte beziehungsweise durfte - weder kennt er eine Dreifach-Belastung. Es ist ein Risiko, weil der BVB letztlich auf einem Spieler sitzen bleiben könnte, der von der Vereinsführung völlig falsch eingeschätzt worden ist, beim BVB keine Leistung bringt, aber sich dennoch die Taschen voll macht.

So wie es Emre Can, Julian Brandt, Nico Schulz oder Thorgan Hazard tun – die allesamt als vielversprechende Transfers zu Borussia Dortmund gewechselt sind, doch inzwischen den Verein lieber früher als später verlassen sollen. Nur will kein Klub ihre Gehälter bezahlen...

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Laci Perenyi/Imago

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