BVB sanktioniert Kommentatoren-Duo Dickel und Owomoyela: Warum das Verhalten nicht zu tolerieren ist

Der Spielertunnel im Stadion des BVB  - hier fangen viele Gegner an zu zittern - sagt Roman Weidenfeller. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Der Spielertunnel im Stadion des BVB - hier fangen viele Gegner an zu zittern - sagt Roman Weidenfeller. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Das BVB-Duo Dickel (57) und Owomoyela (39) leistet sich bei einem Testspiel verbale Entgleisungen. Das ist nicht zu tolerieren. Ein Kommentar.

BVB-Stadionsprecher Nobert Dickel (57) und Patrick Owomoyela (39) leisten sich bei einer Testspiel-Übertragung verbale Entgleisungen. Das ist nicht zu tolerieren. Ein Kommentar.

Update, Dienstag (6. August), 14 Uhr: Norbert Dickel und Patrick Owomoyela werden vorerst keine Spiele mehr bei BVB-TV oder im Netradio kommentieren. "Beide sollen eine kleine Gedankenpause bekommen", bestätigte der BVB die Sanktionen gegenüber der Bild. Über die Dauer der Auszeit machte der Verein noch keine Angabe.

Erstmeldung, Dienstag (6. August), 11.18 Uhr): Vor zwei Tagen erst feierte der BVB den Erfolg im Supercup. Gestern (4. August) jubelten 35.000 Fans der Mannschaft auf der Strobelallee zu. Nach einer gelungenen Vorbereitung herrscht aktuell eigentlich gute Laune beim BVB.

BVB-Duo Dickel und Owomoyela beleidigt Spieler von Udinese Calcio

Am Montag (5. August) dürfte diese den Verantwortlichen allerdings vergangen sein. Infolge eines Berichts des WDR über die verbalen Entgleisungen des BVB-Moderatoren-Duos Dickel und Owomoyela dominieren plötzlich unschöne Meldungen. Nun diskutiert Fußball-Deutschland nicht mehr über die sportlichen Leistungen des BVB, sondern thematisiert üble Beschimpfungen.

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Was war passiert? Am 27. Juli spielte der BVB in Altach ein Testspiel gegen Udinese Calcio. Dabei vergriffen sich Norbert Dickel und Patrick Owomoyela mehrfach im Ton. Aus Italienern wurden „Itaker“ und aus Kevin Lasagna plötzlich „Kevin Lasagne“. Schließlich versuchte sich Owomoyela auch noch an einer Hitler-Parodie.

BVB darf Verhalten nicht tolerieren

Es dauerte nicht lange, bis es in den einschlägigen Fan-Foren erste Empörungen gab. An dem Abend verfolgten mehrere zehntausend Menschen den BVB-Livestream. Da überrascht es fast, dass dieses Thema erst neun Tage später in den Medien präsent wurde.

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Für den BVB ist die Aktion mit peinlich noch unzureichend beschrieben. Es ist ein medialer Gau. Ein Verein, der selbst den Slogan „Borussia verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen!“ propagiert, darf so etwas nicht durchgehen lassen.

BVB veröffentlicht Stellungnahme

Dementsprechend bemüht zeigte sich der BVB dann auch, die Wogen zu glätten. Folgendes Statement veröffentlichten die Schwarzgelben:

„Patrick Owomoyela und Norbert Dickel engagieren sich bei uns seit Jahren intensiv in der Anti-Rassismus-Arbeit. Beiden waren ihre Äußerungen von vor neun Tagen ausgesprochen unangenehm. Sie waren zutiefst enttäuscht von sich selbst! Deshalb sind sie unmittelbar nach der Übertragung auf die Geschäftsführung zugegangen.“

„Wir haben ihr Fehlverhalten sanktioniert und beiden unmissverständlich verdeutlicht, dass ihr Versuch witzig zu sein vollkommen schiefgelaufen ist, absolut deplatziert war und derlei Äußerungen bei uns keinen Platz haben. Beide haben ihr Fehlverhalten bereits vor einer Woche öffentlich eingestanden und versprochen, dass sich derlei nicht wiederholen wird. Sie haben selbst während der nächsten Übertragung betont, dass sie ‚neben der Spur waren‘. Dem ist nichts hinzuzufügen.“

Offizielle Stellungnahme des BVB

Trotz dieser Stellungnahme berichteten deutschlandweit nahezu sämtliche Sportmedien über das Thema. Durch die aktuellen Rassismus-Diskussionen um Schalke-Boss Clemens Tönnies bekommt das Thema zusätzliche Brisanz.

Für BVB-Stadionsprecher Norbert Dickel war es nicht der erste verbale Fehltritt. Als Netradio-Moderator leistete er sich schon mehrfach nicht zu tolerierende Ausrutscher.