Nach Champions-League-Wahnsinn in Anfield: Wie Klopp Nostalgie-Gefühle beim BVB hervorruft

Klopp als Mentalitätsmonster beim FC Liverpool. BVB-Fans werden nostalgisch. Foto: dpa
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Klopp als Mentalitätsmonster beim FC Liverpool. BVB-Fans werden nostalgisch. Foto: dpa

Das sollte sich der BVB für die neue Saison beim FC Liverpool abgucken. Jürgen Klopp und der LFC bewiesen Mentaltät und kickten den FC Barcelona raus.

Was für ein Champions-League-Kracher. Was für ein legendärer Abend. Der FC Liverpool schießt den FC Barcelona mit 4:0 aus dem förmlich brennenden Stadion an der Anfield Road und zieht ins Finale der Königsklasse ein. Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp beweist mal wieder, was für ein Mentalitätsmonster er ist. Der BVB sollte sich einige Dinge für die neue Saison abschauen.

Mit Vergleichen ist es immer so eine Sache. Jürgen Klopp selbst sagte bei seinem Abschied 2015, dass man nicht vergleichen und den neuen Strömungen eine Chance geben sollte.

Keine Frage: Borussia Dortmund 2019 hat nicht mehr viel mit der Version von 2008 bis 2015 zu tun. Dennoch geistert der Begriff "Vollgasveranstaltung" noch immer durch die Ränge im Westfalenstadion.

Klopp und Liverpool beweisen Mentalität - das fehlt dem BVB aktuell

In der Rückrunde 2018/19 hatten die BVB-Fans aber das Gefühl, dass die Spieler auf dem Rasen nicht viel davon mitbekommen haben.

Vor allem die Niederlage in München stieß bitter auf. Dem ein oder anderen rutschte sogar der Satz "Das wäre unter Klopp nicht passiert" heraus.

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In den sieben Jahren beim BVB stachen die Partien gegen den FC Malaga und das knappe Ausscheiden gegen Real Madrid heraus. Seinen Spielern vom LFC soll Klopp, der der U21 vor dem EM-Finale gegen Spanien eingeheizt hat, von der Viertelfinal-Partie aus dem April 2014 erzählt haben.

Oliver Kirch wäre Klopp überall hin gefolgt

Das Hinspiel hatte Borussia Dortmund mit 0:3 bei Real Madrid verloren. Das Rückspiel endete mit einem 2:0 Sieg im Westfalenstadion. Henrikh Mkhitaryan hatte damals sogar noch zwei Hochkaräter auf dem Fuß.

Oliver Kirch stand im Rückspiel in der Startelf und erlebte das knappe Ausscheiden mit. Gegenüber dem Kicker äußerte sich der ehemalige BVB-Spieler zu jener Europapokalnacht: "Er ist einfach Jürgen Klopp. Er schafft es, mit nur einem Satz und seiner Präsenz, seinem Gesichtsausdruck dafür zu sorgen, dass du komplett begeistert bist."

Auch Kevin-Prince Boateng, der nur ein halbes Jahr unter Klopp spielte, äußerte sich gegenüber der Bild ähnlich: "Er weiß genau, wie er jeden Spieler zu nehmen hat. Darum ziehen alle seine Mannschaften so mit."

Anfield wurde zum Hexenkessel

Nach dem Hinspiel sagte LFC-Verteidiger Virgil van Dijk zu Field-Reportern: "Wir spielen noch in Anfield." Das Stadion brannte förmlich und war für die Reds der 12. Mann.

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Schlechte Stimmung beim BVB und Zweifel an Lucien Favre

Aktuell sollen die ersten Zweifel an Lucien Favre und seiner Fähigkeit, die Spieler zu motivieren, aufkommen. Die Liste der entscheidenden Spiele, die in dieser Rückrunde nicht gewonnen wurden, ist lang.

Ich glaube nicht daran, dass die Angst vorm Verlieren dich eher zum Sieger macht, als die Lust auf Gewinnen.

Jürgen Klopp

Im Januar kamen zudem kritische Äußerungen seitens der organisierten Fans auf. Der BVB hatte 5:1 gegen Hannover 96 gewonnen. Trotzdem war die Stimmung eher schlecht. Das zog sich durch die Rückrunde. Das Fanzine Schwatzgelb schrieb dazu den Satz "Meister wirste nicht vom zugucken".

Nostalgie in der Wahrnehmung

Natürlich herrscht an der Anfield Road gegen Teams wie Brighton & Hove oder Wolverhampton ebenfalls keine Topstimmung.

Aktuelle BVB-Themen

Doch der Verein aus dem Norden Englands geht gerade durch eine besondere Phase. Kein Wunder, dass Fans von Borussia Dortmund sich bei diesem Anblick nostalgisch in jene Ära des "Vollgasfußball" zurückversetzt fühlen.

Ein Vergleich, der zwar den Leistungen der aktuellen Mannschaft und des Teams nicht gerecht wird, aber wohl nur menschlich ist.