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Beim BVB könnte es derzeit kaum besser laufen. Entsprechend groß ist der Konkurrenzkampf im Kader. Und jede Chance, sich in den Vordergrund zu spielen, sollte von den Reservisten genutzt werden. Sebastian Kehl (39) findet: Gegen Preußen Münster ist das nicht gelungen.

  • Sebastian Kehl äußerte sich im Anschluss an das Testspiel gegen Preußen Münster unzufrieden über die Leistung der Spieler.
  • Zum Einsatz kamen hauptsächlich Akteure, die in den vergangenen beiden Pflichtspielen wenig Berücksichtigung fanden.
  • Die Kritik könnte für Achraf Hakimi, Thomas Delaney, Mario Götze und Co. ein Fingerzeig sein.

Borussia Dortmund schloss am Samstag (10. August) gegen Preußen Münster eine beeindruckende Serie an siegreichen Test- und Pflichtspielen ab. Jede einzelne Partie des Sommers gewann der BVB. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (60) nimmt das Team zur kommenden Bundesliga-Saison in die Pflicht.

Inzwischen haben sich beim BVB auch einige Tendenzen herausgebildet, wer zum Bundesliga-Auftakt gesetzt sein könnte, und wer nicht. Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, nimmt die „zweite Reihe“ in die Pflicht.

Kehl kritisiert BVB-Ersatzspieler: „Da hätte mehr kommen können“

Beim 4:0-Sieg des BVB gegen den Drittligisten Preußen Münster hatten einige Spieler die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Wer von Trainer Lucien Favre (61) nicht Tags zuvor in die Pokal-Startelf gegen den KFC Uerdingen gewählt wurde, durfte sich nun im Testspiel zeigen. Diese Chance haben die Akteure nach Ansicht von Kehl nicht genutzt.

Sebastian Kehl, Leiter der Profiabteilung vom BVB. Foto: David Inderlied/dpa
Sebastian Kehl, Leiter der Profiabteilung vom BVB. Foto: David Inderlied/dpa

In der ersten Halbzeit habe es an Tempo und Bewegung gemangelt, kritisiert Kehl. Insgesamt sei es zu wenig gewesen, um sich aufzudrängen. Das berichtet die WAZ.

Im Klartext bedeutet das: Für einige Spieler mit Stammelf-Ambitionen dürfte es schwer werden, beim Bundesliga-Auftakt gegen den FC Augsburg (Samstag, 17. August, 15.30 Uhr) von Beginn an aufzulaufen.

Hakimi, Delaney und Götze als Härtefälle

Darunter Härtefälle wie die letztjährigen Stammkräfte Achraf Hakimi (20), Thomas Delaney (27) oder Mario Götze (27). Letzterer traf in den Schlussminuten immerhin noch doppelt zum 4:0-Endstand, was Kehl auch nicht entgangen sein wird. Alle drei Spieler kamen weder beim Supercup gegen den FC Bayern noch im Pokal gegen Uerdingen von Beginn an zum Einsatz.

Auf der rechten Außenverteidigerposition erhielt Routinier Lukasz Piszczek (34) bisher den Vorzug vor Hakimi, der zuletzt auch auf dem offensiven Flügel getestet wurde. Im zentralen Mittelfeld machte Julian Weigl (23) Delaney den Platz streitig. Götze, in der Offensive vielseitig einsetzbar, hat aktuell das Nachsehen gegenüber Marco Reus (30) beziehungsweise Paco Alcácer (25). Delaney, Hakimi und Götze werden wohl auch gegen den 1.FC Köln nicht in der Start-Aufstellung des BVB stehen.

Paco Alcácer und Julian Weigl haben derzeit gute Chancen auf einen Stammplatz beim BVB. Foto: dpa

Wenn es nach Kehl geht, verbesserten die meisten Akteure ihre Ausgangsposition jedenfalls nicht merklich: „Heute war es wichtig, dass sich der ein oder andere zeigt. Da hätte mehr kommen können“.

Von der Kehl-Kritik weitgehend ausgenommen ist wohl Julian Brandt (23), der gegen Preußen Münster erstmals nach überstandenen Adduktorenproblemen wieder 45 Minuten lang mitspielen konnte und zur Pause plangemäß für Tobias Raschl (19) Platz machte. Auch bei ihm wollte noch nicht alles klappen.

Brandt möchte bald wieder bei 100 Prozent sein

Er erklärte die mittelmäßige Leistung der Mannschaft gegenüber den Ruhr Nachrichten mit mangelnden Automatismen. Insgesamt habe die Partie aber allen gut getan, auch ihm selbst.

Julian Brandt vom BVB. Foto: David Inderlied/dpa
Julian Brandt vom BVB. Foto: David Inderlied/dpa

Dabei machte der BVB-Neuzugang keinen Hehl daraus, dass er nach der Verletzung noch nicht wieder bei 100 Prozent ist. Er werde nun daran arbeiten, schnell wieder das Fitnesslevel seiner Kollegen zu erreichen.

Grundsätzlich hält Brandt es ohnehin für wichtig, dass die Erfolge der Mannschaft im Vordergrund stehen: „Und das haben sie gut gemacht in den letzten beiden Wochen. Da muss jeder sein Ego ein wenig zurückschrauben“. Auch, wenn in den kommenden Spielen ein Bankplatz droht.