Bild: Peter Kneffel/dpa

Jüngst gab der Kicker bekannt, dass Julian Brandt in seinem aktuellen Vertrag über eine moderate Ausstiegsklausel verfügt (rund 25 Mio. Euro). Spätestens seitdem träumen viele BVB-Fans von einer Verpflichtung des Leverkusener Top-Talents. Trotz einiger Contra-Argumente wäre der BVB für Brandt der nächste logische Schritt.

Julian Brandt gehört zweifelsohne zu den aktuell vielversprechendsten deutschen Fußballern. In der Hinrunde unter Trainer Heiko Herrlich schien die Entwicklung des 22-Jährigen lange Zeit zu stagnieren. Nur vier Scorerpunkte in 16 Spielen und häufig lustlose und gehemmte Auftritte ließen an seiner Eignung für den nächsten großen Karriereschritt zweifeln.

Brandt blüht unter Bosz auf

In der Winterpause schließlich übernahm dann Ex-BVB-Coach Peter Bosz das Ruder in Leverkusen – und Brandt blühte auf. Allein in der Bundesliga stehen bei Brandt in der Rückrunde nun schon zehn Scorerpunkte in neun Spielen auf dem Konto.

Brandt ist kein Dribbler im Stil eines Sancho oder Pulisic. Eher zählen das Pass- und Kombinationsspiel zu seinen Stärken. Laut dem Statistikportal whoscored.com spielt Brandt im Schnitt 2,7 Schlüsselpässe (key passes), also Pässe, die zu Torschüssen führen. Dribblings hingegen hat er nur knapp eines pro Match. Zum Vergleich: Jadon Sancho schließt pro Spiel drei Dribblings ab, spielt aber auch nur zwei Schlüsselpässe.

Brandt fühlt sich in der Zentrale deutlich wohler

Die Leistungssteigerung unter Bosz hat zweifelsfrei auch mit seiner neuen Position zu tun. Unter Heiko Herrlich spielte Brandt fast ausschließlich auf dem Flügel, häufig auf der linken Seite. In dem sehr offensiv ausgerichteten 4-3-3 System des Niederländers bekleidet Brandt nun eine Halbposition im Mittelfeld, agiert also deutlich zentraler.

Hier kommen seine Stärken in Sachen Kombinationsspiel deutlich mehr zum Tragen. Gleichzeitig fallen seine Schwächen beim Tempo und Dribbling hier nicht so sehr ins Gewicht.

Die schwierige Frage nach System und Position

Das Problem: Dieses 4-3-3 System ist aktuell keines, das beim BVB praktiziert wird. In dem von Lucien Favre häufig verwendeten 4-2-3-1 bliebe für Brandt wohl erneut nur die Position auf dem Flügel – wodurch man ihn seiner Stärken berauben würde.

Anders wiederum sähe das in dem 4-1-4-1 aus, das der BVB zuletzt praktizierte, um die offensive Durchschlagskraft zu erhöhen. Hier könnte er beispielsweise neben Marco Reus hinter der alleinigen Spitze spielen. Das allerdings ist auch die Rolle, in der Mario Götze derzeit stark aufspielt.

Der Umbruch der Bayern könnte für den BVB zum Problem werden

Fraglich ist, ob Brandt, der sich in der zentralen Rolle in Leverkusen derzeit sehr wohl fühlt, wieder auf den Flügel ausweichen würde. Ein weiteres Problem für den BVB: Auch die Bayern werden intensiv ihre Fühler nach dem deutschen Nationalspieler ausstrecken.

Aufgrund des Umbruchs beim Rekordmeister könnten die Münchener ihm sogar viel Spielzeit garantieren. Ein Vorteil, den sonst immer der BVB ins Feld führen konnte.

Brandt sagte dem BVB schon einmal ab

Bereits vor seinem Wechsel aus Wolfsburg nach Leverkusen 2014 wollten die Bayern und der BVB Brandt unbedingt verpflichten. Dortmund hatte knapp das Nachsehen, Brandt entschied sich für einen kleineren Schritt und wechselte vorerst zum Werksklub.

Aktuelle BVB-Themen

Generell scheint Brandt seine nächsten Schritte bedächtig zu planen und nicht in Größenwahn zu verfallen. Auch ein Verbleib in Leverkusen ist denkbar. Allerdings wohl nur, wenn Bayer sich für die Championsleague qualifiziert. Wenn Julian Brandt seine Karriere weiter so bedächtig plant, ist festzuhalten: Der BVB wäre für ihn der nächste logische Schritt!