Bild: David Inderlied/dpa

BVB-Neuzugang Julian Brandt (23) ist noch nicht richtig in Dortmund angekommen. Nach der Partie gegen den SC Freiburg sprach der talentierte Offensivspieler über seine schwierige Situation.

  • Im Anschluss an das Auswärtsspiel beim SC Freiburg sprach Julian Brandt über seine Rolle beim BVB.
  • Der Neuzugang hadert mit seinen Einsatzzeiten.
  • Trainer Lucien Favre hat noch keine feste Position für ihn bei Borussia Dortmund gefunden.

Julian Brandt über seine Rolle beim BVB: „Es ist schwierig“

„Es ist schwierig, klar“, sagte ein nachdenklicher Julian Brandt im Anschluss an das 2:2-Unentschieden beim SC Freiburg.

Zuvor hatten sich zwei Serien fortgesetzt: Borussia Dortmund war auch im dritten Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg geblieben. Und der BVB-Neuzugang hatte wieder nicht von Anfang an auf dem Platz gestanden. Bereits zum fünften Mal bei sieben Saison-Einsätzen.

„Wenn du viel auf der Bank gesessen hast, immer wieder Kurzeinsätze hast, dann spielst du 90 Minuten, dann sitzt du vielleicht wieder auf der Bank“, beklagte der technisch versierte Offensivkünstler den mangelnden Spielrhythmus.

Brandt: „Er wird schon seine Gründe haben“

BVB-Trainer Lucien Favre (61) wollte er dabei aber keinen Vorwurf machen. Zwar habe er noch nicht mit dem Schweizer über die Gründe sprechen können, weshalb Mario Götze (27) diesmal wieder im Sturmzentrum den Vorzug erhielt.

Dennoch akzeptierte Julian Brandt, der sich in den Signal Iduna Park verliebt hat, die Entscheidung, wie Sport.de zitiert: „Der Trainer macht nun mal seine Aufstellung, er wird schon seine Gründe haben, warum er das macht“. Und fügte an: „Ich stehe ja auch nicht über der Mannschaft, darum war das schon okay“.

Neuzugang des BVB ist noch auf der Suche nach seinem Platz im Team

Nach drei Monaten beim BVB ist festzuhalten: Julian Brandt hat seine Rolle in der Mannschaft von Borussia Dortmund noch nicht gefunden.

Selbst sieht er sich eher im zentralen offensiven Mittelfeld. Dort führt beim BVB jedoch kein Weg an Marco Reus (30) vorbei, Der Kapitän war zuletzt leistungstechnisch nicht unentbehrlich, ist aber als Persönlichkeit dennoch gesetzt. Bei der Nationalmannschaft wollen beide ihr Selbstvertrauen zurückholen.

Denkbar wäre, dass Brandt als offensivere Alternative zu Thomas Delaney (28), der sich nach dem Spiel gegen den SC Freiburg kritisch geäußert hat, neben Reus agiert. Doch Favre war zuletzt nicht bereit, die doppelte defensive Absicherung mit dem Dänen neben Axel Witsel zugunsten einer kreativeren Offensive zu opfern. Auch einen weiteren Stürmer, wie zum Beispiel Alexandr Sobolev der beim BVB in den Fokus gerückt ist, will er nicht haben.

Julian Brandt glänzt gegen Slavia Prag als Vorbereiter

Eingesetzt wurde Julian Brandt in Dortmund deshalb zunächst auf dem linken Flügel. Mit überschaubarem Erfolg. Gegen Slavia Prag testete Trainer Favre ihn außerdem als Stürmer.

Die feine Technik, die Spielintelligenz und die Übersicht des 27-fachen Nationalspielers blitzten auf. Beim 2:0-Sieg steuerte er zwei sehenswerte Vorlagen für Achraf Hakimi (20) bei, als er jeweils die Aufmerksamkeit der hoch stehenden Verteidigungslinie des Gegners auf sich zog und seinen BVB-Kollegen in den freien Raum schickte.

So geschehen auch bei einer Großchance für Jadon Sancho (19). Doch dem Dribbelkünstler unterlief freistehend vor dem Tor ein ungewohnter technischer Fehler, der Brandts dritten Assist des Abends verhinderte.

Gegen Freiburg zunächst wieder nur auf der BVB-Bank

Obwohl Trainer Favre Julian Brandt eine sehr gute Leistung im Sturmzentrum attestierte, fand dieser sich drei Tage später gegen den SC Freiburg überraschenderweise auf der Bank wieder.

In der 14. Minute kam er für den verletzten Lukasz Piszczek (34) in die Partie. Und bespielte wieder die offensive Außenbahn im BVB-Spiel.

Dabei legte er einen durchschnittlichen Auftritt hin, bevor er in der 87. Minute wieder für den defensiver denkenden Marcel Schmelzer (31) ausgetauscht wurde. Und von der Bank zusehen musste, wie seine Mannschaft noch den 2:2-Ausgleich hinnahm.

Dem Teamerfolg des BVB ist es zuträglich, wenn Julian Brandt seine Rolle in Dortmund bald findet und sein gesamtes Potential abrufen kann. Ideal wäre das als Stammspieler auf einer festen Position. Ein Brandt in Topform würde zudem Lucien Favre dabei helfen, seinen Trainerstuhl zu stabilisieren. Jetzt stehen für Brandt und einige seiner Teamkollegen Länderspiele mit ihren Nationalmannschaften auf dem Programm.