Zuversicht "deutlich gestiegen"

Poker um Jadon Sancho: Manchester United setzt bei Gesprächen mit BVB auf bewährtes Transfermodell

Der Wechsel von Jadon Sancho zu Manchester United rückt offenbar näher. Die "Red Devils" setzen in den Gesprächen mit dem BVB auf ein bewährtes Modell.

  • Eine Einigung zwischen Borussia Dortmund und Manchester United in der Causa Jadon Sancho schien am Donnerstag (30. Juli) noch unwahrscheinlich.
  • Ein Bericht aus England bringt plötzlich Schwung in den Transferpoker.
  • Der BVB sei an einem Verkauf des Spielers interessiert und die Verhandlungen der Unterhändler weiter als gedacht.
  • Laut Manchester Evening News wollen die "Red Devils" eine möglichst geringe Sockelablöse bezahlen.

Update, Sonntag (2. August), 10.30 Uhr: Manchester/Dortmund - Mit Manchester United gibt es in diesem Sommer nur einen ernsthaften Interessenten für Jadon Sancho. Genau diese Tatsache will sich der Klub in den Verhandlungen mit dem BVB nun offenbar zunutze machen.

Jadon Sancho (BVB): Manchester United setzt auf "Fernandes-Modell"

Wie die Manchester Evening News berichten, soll United beim Transfer von Jadon Sancho ein ähnliches Zahlungsmodell wie bei der Verpflichtung von Bruno Fernandes präferieren. Für den Portugiesen überwiesen die Engländer eine relativ niedrige Sockelablöse von 55 Millionen Euro. Dazu wurden Bonuszahlungen von über 20 Millionen Euro vereinbart.

Ob Borussia Dortmund sich allerdings auf einen Deal einlässt, indem ein Großteil der Summe erst zu einem späteren Zeitpunkt fließt, darf bezweifelt werden. Schließlich erhält auch Sanchos Ex-Klub Manchester City angeblich 15 Prozent der Ablöse.

Update, Freitag (31. Juli), 21.30 Uhr: Der Wechsel von Jadon Sancho (20) zu Manchester United rückt offenbar immer näher. Laut Informationen von Sky Sport sei die Zuversicht der "Red Devils" bezüglich einer Einigung mit dem BVB "nochmal deutlich gestiegen."

Jadon Sancho (BVB): Manchester United und Borussia Dortmund "in guten Gesprächen"

Beide Seiten befänden sich demnach "in guten Gesprächen" und würden an einer Lösung arbeiten. Laut Transfer-Experte Max Bielefeld gehe es in den Verhandlungen hauptsächlich noch um die Ausgestaltung der Zahlungsmodalitäten des Deals.

Dabei erscheint es wohl unrealistisch, dass Manchester United die geforderten 120 Millionen Euro für Jadon Sancho auf einmal zahlt. Eine mögliche Option wären hier eine einfach zu erzielende Bonuszahlungen, damit der BVB letztlich die gewünschte Ablöse erhält.

Erstmeldung, Freitag (31. Juli): In stoischer Ruhe ließ BVB-Sportdirektor Michael Zorc (57) beim Auftakt zur Saisonvorbereitung von Borussia Dortmund am Donnerstag (30. Juli) eine aktuelle Wasserstandsmeldung in der Causa Jadon Sancho (20) verlauten. Seine Worte klangen, als wäre eine Einigung mit Manchester United, dem einzigen ernsthaften Interessenten in diesem Sommer, noch in weiter Ferne.

Jadon Sancho (BVB): Nach Zorc-Aussagen kommt Schwung in den Transferpoker mit Manchester United

"Ich wäre froh, wenn er diese Saison noch bei uns spielen würde. Und aktuell ist das ja auch der Stand der Dinge. Erst einmal müssen wir uns an die Fakten halten – und die sind so, dass wir noch einen Vertrag bis 2022 mit ihm haben", so der 57-Jährige (alle BVB-Artikel auf RUHR24).

Dem widerspricht ein aktueller Bericht der britischen Independent. Laut der in London sitzenden Internet-Zeitung, sei Borussia Dortmund mittlerweile gewillt, Jadon Sancho an Manchester United zu verkaufen. Mehr noch: Die Westfalen würden regelrecht auf einen Transfer drängen, weil sie zum Start des Trainingslagers über einen "intakten" Kader verfügen wollen. Um eine Never-Ending-Transfersaga zu verhindern, sei man zu Kompromissen bereit.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc will bis zum 10. August Klarheit in der Personalie Jadon Sancho.

BVB in Verhandlungen mit Manchester United wegen Jadon Sancho angeblich zu Kompromissen bereit

Besonders die angebliche Bereitschaft zu Eingeständnissen aufseiten der Dortmunder ist angesichts der jüngsten Aussagen der Chefetage durchaus überraschend. Die BVB-Verantwortlichen betonten stets, dass das Preisschild für Jadon Sancho bei 120 Millionen Euro liegt und keinen Cent darunter – allen wirtschaftlichen Corona-Folgen zum Trotz.

Mit einem offiziellen Angebot ist Manchester United laut Independent noch nicht beim BVB, der mit Erling Haaland (20) die Saisonvorbereitung gestartet hat, vorstellig geowrden. Das deckt sich auch mit anderen Berichten. Allerdings seien "Unterhändler" beider Vereine in Gesprächen und hätten grundsätzliche Details des Transfers geklärt.

Borussia Dortmund würde demnach einem Deal zustimmen, bei dem der Deutsche Vizemeister zunächst 60 Millionen Pfund (rund 66 Millionen Euro) für Jadon Sancho erhalten würde. Der Deal wäre so konzipiert, dass zusätzlich zu diesen 60 Millionen Pfund mit der Zeit weiteres Geld nach Dortmund fließt – insgesamt würde sich die Ablöse auf 100 Millionen Pfund (rund 110 Millionen Euro) erhöhen.

Laut Independent: Borussia Dortmund gewährt nur geringen Corona-Rabatt für Jadon Sancho

Damit würde der BVB, der wegen einer Verletzung lange auf Marco Reus verzichten muss, unter dem Strich in puncto Ablösesumme zwar etwas nachgeben. Angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise auf den Transfermarkt würden die Dortmunder aber durchaus noch einen stattlichen Betrag erhalten. Manchester United würde Jadon Sancho – Wunschspieler Nummer eins – erhalten, müsste aber gleichzeitig die klammer gewordenen Kassen nicht auf einmal leeren. Denn auch vor einem der umsatzstärksten Fußballklubs der Welt macht die Corona-Krise nicht Halt.

Name

Manchester United Football Club

Trainer

Ole Gunnar Solskjaer

Farben

Rot, Weiß, Schwarz

Stadion

Old Trafford

Plätze

74.879

Allerdings gibt es noch einen nicht unerheblichen Haken. Laut Independent gibt es noch Differenzen hinsichtlich des Zahlungsplans nach dem Fixbetrag von rund 66 Millionen Euro. Sind diese bis zum Start des Trainingslagers in Bad Ragaz (Schweiz) am 10. August nicht beseitigt, wird Jadon Sancho wohl auch in der kommenden Saison für den BVB auf Tor- und Assistjagd gehen.

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