Bild: Ludewig

2017 wechselte Immanuel Pherai vom AZ Alkmaar in die U17 von Borussia Dortmund. In seiner niederländischen Heimat gilt er als großes Talent. Auch beim BVB lässt er dieses immer wieder aufblitzen. Vor allem in den wichtigen Spielen. Nachwuchskoordinator Lars Ricken bescheinigt ihm eine große Zukunft.

  • Pherai glänzt einmal mehr in einem Finale
  • Den Niederländer zeichnen Technik und Kombinationsspiel aus
  • Beim BVB hält man große Stücke auf Pherai

Erst provozierte er mit einer Aktion die Rote Karte für den Verteidiger des VfB Stuttgart, dann erzielte er das 2:3 Anschlusstor. Im Finale um die deutsche U19-Meisterschaft am Sonntag zeigte Immanuel Pherai mal wieder eindrucksvoll, dass er richtig aufblühen kann.

Pherai ist ein Mann für die wichtigen Spiele

Bereits gegen den FC Bayern im Finale der vergangenen Saison überragte Pherai und steuerte zwei Tore zum Titelgewinn der U17 des BVB bei.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Im Ligaalltag zeigt Pherai oft schwankende Leistungen. Er scheint sich oftmals nicht richtig motivieren zu können und zeigt sein Talent nur teilweise. Über großes Talent verfügt er zweifelsohne. Auch deswegen hat Pherai bereits seit Jahren einen sehr prominenten Berater an seiner Seite: Mino Raiola, dessen Aussagen über Mattijs de Ligt (19) sehr viel über die Fußballbranche aussagen.

Pherai ist technisch stark mit Zug zum Tor

Pherais große Stärke liegt im Dribbling und Kombinationsspiel. Er ist nur schwer vom Ball zu trennen und besitzt ein gutes Spielverständnis. Seine beste Position ist deswegen das offensive Zentrum.

Am wohlsten fühlt er sich auf der 10 direkt hinter den Spitzen. In dieser Saison kam er auch oft als Achter in einem 4-3-3 zum Einsatz. Für den Flügel fehlen ihm das Tempo und die Dynamik.

Obwohl seine Leistungen auf dem Platz nicht immer restlos überzeugend waren, kann Pherai in seinen beiden Jahren beim BVB erstaunliche Statistiken aufweisen. In 61 Spielen erzielte der 18-Jährige 20 Treffer und bereitete weitere 31 Tore vor. „Grundsätzlich bin ich als Mittelfeldspieler eher ein Vorbereiter als ein Torjäger“, beschreibt er sich selber.

Pherai bekommt Lob von allen Seiten

Beim BVB hält man große Stücke auf den aktuellen niederländischen U18-Nationalspieler. „Er ist ein absoluter Ausnahmespieler“, sagt sein ehemaliger U17-Trainer Sebastian Geppert über ihn.

Auch Nachwuchskoordinator Lars Ricken lobt Pherai in den Ruhr Nachrichten: „Immanuel ist ein Spieler, der in bedeutenden Spielen immer aufdreht. So wie im vergangenen Jahr, als er im U17-Finale gegen Bayern München schon überragend war und zweimal traf“. Ricken ist sich sicher, dass Pherai „der eine ist, der es schaffen kann“ in absehbarer Zeit eine gute Rolle im Profikader zu spielen.

BVB baut Nachwuchsabteilung um

Auch um mehr Spieler der Marke Pherai zu bekommen und die Durchlässigkeit zu den Profis zu erhöhen wird der BVB in diesem Sommer die Nachwuchsabteilung umbauen. Mit Michael Skibbe bekommt Pherai in der nächsten Saison einen prominenten Trainer.

Skibbe weiß, worauf es im Profigeschäft ankommt. Wenn er es schafft, „Manu“ das zu vermitteln, kann man sich der Meinung von Lars Ricken zu anschließen. Am Talent würde eine Karriere beim BVB sicher nicht scheitern. Damit würde er Tobias Raschl nacheifern, der beim BVB bereits einen Profivertrag unterschrieben hat.

Und dass er mit Druck umgehen kann und dann da ist, wenn es wichtig wird, hat Pherai nun schon mehrfach bewiesen. Nun darf das Talent auch beim BVB-Trainingslager in Bad Ragaz in der Schweiz dabei sein. Eventuell ist er sogar Teil des Kaders im Testspiel gegen den FC St. Gallen.

So bastelt der BVB an der Zukunft

Dass der BVB immer auf der Suche nach neuen Perspektivspielern ist, zeigt auch das jüngste Gerücht um ein Island-Talent.

Der FC Barcelona soll an Raphael Guerreiro interessiert sein. Wechselt der Portugiese nach Spanien? Auch Julian Weigl ist im Fokus eines Top-Klubs. Hier sieht es allerdings nach Verbleib beim BVB aus. Ein weiteres Top-Talent hat in letzter Zeit auf sich aufmerksam gemacht – Youssoufa Moukoko hat den Torrekord des Ex-Schalkers Donis Avdijaj geknackt.