Bild: Foto: Dennis Liedschulte/Ruhr24

Nach den Krawallen der Hertha-Fans beim Spiel BVB gegen Hertha BSC, lädt die Polizei Dortmund am Montag (29. Oktober) um 15 Uhr zur Pressekonferenz ein. Dortmund24 berichtet im Liveticker.

+++ 16.10 Uhr +++

Die Pressekonferenz ist beendet.

+++ 16.04 +++

Situation zum Spiel gegen 1. FC Union Berlin. 

Freyhoff: „Die Einsatzplanung steht und wir werden sie nicht verändern. Vorletztes Jahr sind fast 10.000 Union-Berlin-Fans nach Dortmund gekommen. Die Fanzüge fahren direkt zum Signal-Iduna-Park ab. Wir haben eine andere bauliche Situation.“

„Sorgen macht uns die frühe Anstoßzeit von 18.30 Uhr. Das kann definitiv kritisch werden, da viele Menschen zeitgleich zum Stadion kommen.“

„Wir werden alles dafür tun, dass die Leute rechtzeitig zum Stadion kommen“.

+++ 16.00 +++

Hätte es andere Möglichkeiten gegeben, die Situation zu lösen?

„Wir haben die Folgen abgewogen. Wir haben uns das nicht leicht gemacht. Natürlich waren wir mit dem Verein im Kontakt. Der Ordnungsdienst war involviert. Das war alles abgestimmt.“

„Die Symbolik der Ultrafahne war mir klar. Aber die Symbolik einer Ultrafahne kann nicht wichtiger sein als die Verletzung von Unbeteiligten. Fanbeauftragte hätten natürlich davon abgeraten. Aber ein Stadion ist kein rechtsfreier Raum“.

Gregor Lange: „Was wäre die Alternative gewesen? In diesem Einzelfall war es die richtige Entscheidung, einzugreifen. Das geht nicht pauschal. Aber in diesem Fall haben wir die Chance gesehen, einzugreifen. Die Reaktion der Hertha-Fans hat gezeigt, dass wir dagegen vorgehen müssen, dass es Parallelgesellschaften im Stadion gibt.“

+++ 15.55 Uhr +++

Muss der BVB nun in die Pflicht genommen werden, die Einlasskontrollen zu verstärken?

Freyhoff: „Es ist offensichtlich möglich, Pyrotechnik ins Stadion mitzunehmen. Der BVB hat da auch seine Vorschriften. Die Fans kommen nicht zwei bis drei Stunden früher, sondern eine Stunde vorher.

Nicht nur Ultras schmuggeln Pyrotechnik mit ins Stadion

So kann es dazu kommen, dass die Kontrollen nicht so ausführlich sind. Zudem sind es nicht immer die Ultras, die die Pyrotechnik mit rein nehmen. Sondern auch Fans (auch Frauen), die den Ultras nahe stehen.“

+++ 15.53 Uhr +++

Die Fragerunde an die vier Vertreter der Polizei geht los. Vor allen Dingen die Frage, warum es zum Einsatz kam, interessiert die Vertreter der Presse.

Freyhoff: „Es ist immer eine individuelle Entscheidung, die von diversen Faktoren abhängt.“

+++ 15.45 Uhr +++

Dr. Ronald Aßmus (Leiter Ermittlungskommission „Bär“)

„Wir haben umfangreiches Bild- und Videomaterial.“

„Auswertung des Videomaterials braucht Zeit.“

+++ 15.40 Uhr +++

Edzard Freyhoff (Verantwortlich für den Einsatz am Samstag):

„45 Verletzte waren ausschließlich Berliner. Das Deutsche Rote Kreuz berichtet von 35 Verletzte nach Pfefferspray-Einsatz“.

Keine Unbeteiligten Verletzten

„Bei dem Polizeieinsatz ist kein Unbeteiligter nach jetzigem Stand verletzt worden.“

+++ 15.30 Uhr +++Edzard Freyhoff (Verantwortlich für den Einsatz am Samstag):

Die Polizei hat am Sonntag eine Mail bekommen, in der sich ein Fußballfan für den Einsatz bei der Polizei bedankt hat.

Fans von Hertha BSC Berlin zündeten beim Auswärtsspiel in Dortmund Pyrotechnik im Block. Dann eskalierte die Situation. Foto: Sandra Goldschmidt/Dortmund24

„Der Einsatz wird im Allgemeinen positiv gesehen. Aber mit der Kritik wollen wir uns selbstkritisch auseinandersetzen.“

„Wir hatten nicht so viele Einsatzkräfte am Start. Hertha BSC ist kein Risikospiel. Wir hatten Hinweise auf eine Choreographie einer Ultragruppierung.“

„Wir haben im Allgemeinen einen sehr ruhigen Nachmittag gehabt. Bis zum Spiel.“

„Es war der massivste Pyroeinsatz, den ich je erlebt hab“

„Diese Pyrotechnik wurde teilweise hinter der Blockfahne gezündet. Es waren sehr dicke und massive Plastikstangen.“

„Wir haben die Blockfahne der Hertha als Hilfsmittel für die Entzündung der Pyrotechnik gesehen. Uns war klar, dass das Banner eine Art Heiligtum der Ultraszene ist. Wir wussten, dass es zu einer Reaktion gekommen wäre. Ich habe mich aber dazu entschieden, einzugreifen. Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht. Wir haben versucht, den Hertha-Fans das Banner wegzunehmen. Währenddessen kam es zu einem Angriff vor den Block.“

„Wir bekamen die Informationen, dass die Berliner den Block verlassen haben, um sich mit der Polizei zu prügeln. Sie haben die Toiletten völlig verwüstet. Unter der Nordtribüne kam es zu einem Angriff der Berliner auf die Polizei. Dabei wurde Keramik auf die Beamten geworfen. Zudem hatten die Berliner die Fahnenstangen als Waffen eingesetzt. Danach sind wir vorgerückt – die Hertha-Chaoten sind dann wieder in den Block gelaufen.“

„Auch die BVB-Ultras wollten sich mit einmischen“

„Fragestellung: Wie verhalten sich die Berliner nach dem Spiel? Wir haben uns entschlossen, in der Phase nach dem Spiel, die Berliner Fans zu begleiten. Ein Teil der Dortmunder Szene hatte sich mit den Hertha-Fans solidarisiert.“

„Teile der Ultra-Szene von Dortmund hatte versucht, sich in die Auseinandersetzung mit einzumischen. Das konnte aber verhindert werden.“

+++ 15.15 Uhr +++

Polizeipräsident Gregor Lange: 

„Ich bin davon überzeugt, dass es falsch ist zur Tagesordnung zurück zu gehen. Diese Bilder zeigen ein massives Abbrennen von Pyrotechnik. Es ist untersagt und illegal. Es geht aber nicht nur um die Frage Pyrotechnik „ja oder nein“. Sondern es geht um die Frage, wie wir die anderen Fans davor schützen.

„Die Reaktion auf den Polizeieinsatz zeigen mit was für einer Personenklientel zu tun haben. Wir müssen aufpassen, dass wir keine Parallelgesellschaften kreieren.“

„Kein einfacher Übergang zur Tagesordnung“

„Einsatz ist definitiv zwingend gewesen. Ein Wegbleiben wäre verheerend gewesen. Wir haben auch viel Zustimmung von Stadiongängern bekommen. Natürlich auch ein wenig Kritik einiger Fans“.

„Ich sehe eine gute Chance, eine großen Teil der Täter zu bekommen. Zudem begrüße ich die Aussagen der Verantwortlichen des Vereins Hertha BSC.“

„Es war ein konsequenter und guter Einsatz der Polizei“

+++ 15.00 Uhr +++

Die Pressekonferenz beginnt. Mit dabei sind Oliver Peiler (Leiter der Pressestelle), Edzard Freyhoff , Dr. Ronald Aßmus (Leiter EK Bär) und Polizeipräsident Gregor Lange.

+++ 14.15 Uhr +++

Ein Berliner Fanprojekt hat sich am Montag der Sichtweise des Förderkreises Ostkurve und der Fanhilfe Hertha BSC angeschlossen und die Polizei massiv kritisiert.

 

+++ 14.00 Uhr +++

Verschiedenen Medienberichten zufolge leitet der Deutsche Fußball Bund die Ermittlungen ein. Am Montag (29. Oktober) teilte der DFB mit, dass gegen beide Klubs ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Die Ermittlungskommission der Polizei Dortmund hat zudem verkündet, dass die Straftäter „umfangreich“ videografiert worden sind.

+++ Ursprungsmeldung +++

Fankrawalle in Bundesligastadien sind in der jüngsten Vergangenheit eher selten. Umso dramatischer wirkten die Szenen aus dem Bundesligaspiel BVB gegen Hertha BSC am Samstag (27. Oktober), in dem es zu schweren Ausschreitungen zwischen Polizisten und Hertha-Fans kam.

Am vergangenen Spieltag der Bundesliga traf der BVB auf Hertha BSC. Im Fanblock der Gästefans kam es während des Anpfiffs zu einer Choreographie. Dabei zündeten die Fans hinter dem hochgezogenen Banner Pyrotechnik. Auch während des Spiels brannten immer wieder Bengalos im Hertha-Block ab.

Hertha-Fans setzten Fahnenstangen als Waffen ein

Die Polizei schaute sich die Vorfälle zunächst aus der Ferne an. Als aber die Hertha-Fans nach einer Viertelstunde erneut Pyrotechnik zündeten, griff eine Hundertschaft der Polizei ein.

Der Berliner Block zündete beim Spiel gegen den BVB Feuerwerkskörper und attackierte Polizisten. 45 Menschen wurden verletzt. Bild: Bernd Thissen / dpa
Der Berliner Block zündete beim Spiel gegen den BVB Feuerwerkskörper und attackierte Polizisten. 45 Menschen wurden verletzt. Bild: Bernd Thissen / dpa

In Folge kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Teilen der Fans und der Polizei. Vermummte griffen die Polizisten mit Fahnenstangen an. Die Polizei wehrte sich mit Schlagstöcken und Tränengas. Einige Beamte versuchten den Hertha-Fans die Blockfahne zu entreißen.

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Polizei spricht von insgesamt 45 Verletzten

Insgesamt 45 Personen verletzten sich während der Krawalle nach Informationen der Polizei. Dabei handelte es sich um zehn Unbeteiligte und fünf Polizisten.