Gegenwind für BVB und Favre wächst: Droht Borussia Dortmund eine Trainerdiskussion? Zorc äußert sich

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BVB-Trainer Lucien Favre. Foto: dpa

Die Luft wird rauer: Der BVB kann auch gegen Werder Bremen nicht gewinnen. Trainer Lucien Favre und die Mannschaft stehen in der Pflicht. Hier die Infos.

Der BVB kann auch gegen Werder Bremen (2:2) nicht gewinnen. Die Reaktionen nach Spielende zeigen, dass der Unmut bei den Fans von Borussia Dortmund wächst. Auch Lucien Favre (61) muss sich Kritik gefallen lassen.

  • Der BVB wurde nach dem Unentschieden gegen Werder Bremen von Teilen der Fans ausgepfiffen.
  • Einige Aussagen von Lucien Favre nach Spielende geben Anlass zur Kritik
  • Der Trainer schafft es derzeit nicht, die Probleme von Borussia Dortmund in den Griff zu bekommen.

Update 17.00 Uhr: Bei den Ruhr Nachrichten hat sich nun Sportdirektor Michael Zorc zur aktuellen Situation geäußert. Zorc spricht von einer "unbefriedigenden Phase", in der der BVB aktuell steckt. Er kritisiert dabei vor allem die vielen Gegentore, insbesondere den erneuten Treffer nach einem Eckball.

„Klar, wir führen keine Trainerdiskussion“, sagt der 57-jährige. Er betont aber auch, dass die anstehenden Spiele in Prag und Freiburg richtungsweisend werden. Sollte sich der Erfolg dann nicht einstellen, wird diese Diskussion um Lucien Favre beim BVB unausweichlich sein. Zorc äußerte sich ebenfalls zur Zukunft von Jadon Sancho (19).

BVB hinkt eigenen Ansprüchen weit hinterher – Favre kann Fehler nicht abstellen

Der BVB, für den Denis Zakaria (22) wohl sehr teuer wird, ging mit einer klaren Zielvorgabe in die laufende Saison: "Wir wollen Deutscher Meister werden", lautete der einhellige Tenor vor Saisonbeginn. Bereits nach sechs Spieltagen wird jedoch klar, dass Borussia Dortmund nicht wie ein Meisteranwärter spielt.

Nach dem 2:2 gegen Werder Bremen sind die Westfalen auf Platz sieben der Bundesliga-Tabelle abgerutscht. Der BVB, der in der Champions League auf Inter Mailand (zum Live-Ticker) trifft, läuft also schon früh den eigenen Ansprüchen hinterher. Teile der Fans sanktionierten dies nach Spielende mit Pfiffen.

Pfiffe nach Spielende: Lage bei Borussia Dortmund spitzt sich zu

Die Lage beim deutschen Vizemeister spitzt sich zu. Schlechte Spiele sind derzeit nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Lucien Favre (61), der das komplette Gegenteil von David Wagner (47) auf Schalke ist, schafft es nicht, die Probleme seiner Mannschaft in den Griff zu bekommen. Darüber täuschen auch die starken Auftritte gegen den FC Barcelona und Bayer Leverkusen nicht hinweg.

Nach sechs Spieltagen hat der BVB, dem zwei Weltmeister von 1990 einen neuen Stürmer empfehlen, bereits neun Gegentore kassiert. Alleine vier der Gegentreffer resultierten aus Standardsituationen. Eine eklatante Schwäche, die auch Favre nach Spielende bemängelte: "Wir kassieren zu viele Tore", stellte der 61-Jährige fest.

Favre muss Probleme der Mannschaft in den Griff bekommen

Dennoch schafft es Favre, den Michael Rummenigge (55) gemeinsam mit Julian Brandt scharf kritisiert, im Kalenderjahr 2019 nicht, dem BVB eine praktikable Lösung bei der Verteidigung von Standardsituationen an die Hand zu geben. Eine positive Entwicklung bei Borussia Dortmund ist auch auf spielerischer Ebene nicht erkennbar.

Daran konnten auch die hochkarätigen Neuverpflichtungen in der Sommerpause bislang nichts ändern. Trotz des enttäuschenden Resultats gegen Werder Bremen, sah der Schweizer, den Landsmann Roman Bürki in Schutz nimmt, jedoch eine gute Vorstellung seine Mannschaft:

BVB: Favre liefert mit seinen Aussagen unnötig Angriffsfläche

"Ich denke, wir haben ziemlich gut gespielt. Wir hatten ein paar Torchancen. Unsere Leistung war okay", resümierte Favre nach Spielende. Und weiter: "Wir haben zu viele Ballverluste gehabt. Wir spielen sehr offensiv. Aber manchmal müssen wir die Balance finden und den Ball halten. Aber wir haben insgesamt gut gespielt."

Mit Aussagen wie diesen sendet der Trainer des BVB ein völlig falsches Signal an Mannschaft und Fans. Denn über die mentale Verfassung von Borussia Dortmund lässt sich streiten. Die spielerischen Defizite sind jedoch zur Zeit nicht von der Hand zu weisen. Für die Lösung solcher Probleme ist am Ende immer der Trainer hauptverantwortlich.

Helfen könnte Lucien Favre die Rückkehr von Mats Hummels (30). Der 30-Jährige ist mit dem BVB zum Champions-League-Spiel nach Prag gereist.

Das sollte Trainer Lucien Favre beim BVB vor dem Revier gegen den S04 tun, damit der Borussia-Dortmund-Sportwagen wieder rast. Buzz09-Redakteur Sven Fekkers schreibt vor dem Derby Klartext.