Ehemaliger BVB-Trainer

Peter Stöger nach BVB-Abgang: "Um mit Klopp mithalten zu können..."

Peter Stöger
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Peter Stöger

Als Peter Bosz im Dezember 2017 beim BVB gehen musste, war sein Nachfolger schnell gefunden. Nur einen Tag später übernahm Peter Stöger das Traineramt. Eine Entscheidung, die der jetzige Sportvorstand von Austria Wien nicht bereut.

  • Peter Stöger führte den BVB in der Saison 2017/2018 noch in die Champions League.
  • Der Verkauf von Pierre-Emerick Aubameyang habe seine Arbeit dabei „nicht leichter“ gemacht.
  • Der aktuellen Mannschaft des BVB bescheinigt der 53-Jährige eine hohe Qualität.

Dortmund/Wien – Nach acht Bundesliga-Spielen ohne Sieg und einer desaströsen Champions League-Gruppenphase trennte sich der BVB am 9. Dezember 2017 von seinem Cheftrainer Peter Bosz (56). Die Amtszeit des Niederländers dauerte somit gerade einmal rund sechs Monate. Doch der auf den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte gefolgte Absturz ließ den Verantwortlichen am Ende keine andere Wahl.

Peter Stöger über seinen Blitzwechsel zum BVB: „Es war klar, dass wir es nur bis zum Sommer machen“

Schon einen Tag später präsentierten die Schwarzgelben einen Nachfolger. Es war Peter Stöger (53), der wiederum erst wenige Tage zuvor beim 1. FC Köln entlassen wurde. Auf der Pressekonferenz sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) damals: „Wir sind unglaublich dankbar, dass Peter Stöger bereit war, uns in dieser schwierigen Situation zu helfen.“ 

Nur sieben Tage nach seiner Entlassung bei den Domstädtern übernahm der Österreicher das Traineramt in Dortmund. Im Interview mit dem kicker erklärte der 53-Jährige nun seinen Blitzwechsel zum BVB: "Man ist in dem Geschäft und man muss überlegen, ob das jetzt spannend ist oder nicht. Bist du kaputt oder nicht kaputt? War ich nicht, also konnte ich es machen. Und es war klar, dass wir es nur bis zum Sommer machen."

Peter Stöger zur schwierigen Saison beim BVB: „Das war dann schon eine Herausforderung“

Die Zielsetzung für den Österreicher bestand darin, die Champions League-Qualifikation zu erreichen. Trotz einer sehr wechselhaften Rückrunde wurde die Vorgabe am Ende der Saison erreicht. „Das war dann schon eine Herausforderung bei der Borussia. Gott sei Dank haben wir es dann noch von Platz 8 auf Rang 4 geschafft. Mit den letzten Atemzügen“, ordnete Peter Stöger sein halbes Jahr beim BVB, der im Achtelfinale der Champions League steht (wir berichten im Live-Ticker von der Auslosung) ein. 

Für zusätzliche Probleme habe dabei der Verkauf von Pierre-Emerick Aubameyang (30) gesorgt. Der ehemalige Trainer des 1. FC Köln zog hier einen Vergleich zur Situation mit Anthony Modeste. „Das sind Dinge, die man wirtschaftlich machen muss, aber die es in der Umsetzung nicht leichter machen.“ Als Fazit hält er fest, dass „mehr möglich gewesen“ wäre. „Aber gefühlt“, so der gebürtige Wiener, „waren wir am Limit.“

Peter Stöger blickt positiv zurück: Wir haben einen richtigen guten Job gemacht

Knapp eineinhalb Jahre nach seinem letzten Bundesliga-Spiel als BVB-Coach blickt Peter Stöger positiv zurück. „Ich glaube, dass wir einen richtig guten Job gemacht haben! Danach wurde der Kader dann radikal umgebaut - das war ja auch kein Zufall.“ 

Die Qualität des aktuellen Teams sei „eine andere Kategorie als zu meiner Zeit.“ Den Verantwortlichen bescheinigt er, dass sie „richtig viel gut gemacht und Spieler mit Tempo, mit Persönlichkeit geholt“ hätten. Mit Roman Bürki (29), Mats Hummels (30), Axel Witsel (30) und Marco Reus (30) sieht der Sportvorstand von Austria den BVB, der am 16. Spieltag im Topspiel der Bundesliga auf RB Leipzig trifft (wir berichten im Live-Ticker, außerdem könnt ihr die Partie von Bourussia Dortmund live im TV und Stream verfolgen), auch in den Sachen Leader gut aufgestellt. 

Wie sein Nachfolger Lucien Favre (62) hatte Peter Stöger mit den Spuren von Jürgen Klopp (56) zu kämpfen. „Die Schuhe von Klopp braucht sich niemand anzuziehen. Um mit Klopp mithalten zu können, muss man schon richtig abliefern", gibt sich der 53-Jährige realistisch.

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