Gerüchte werden konkreter

Emre Can zum BVB? Warum dieser Transfer ein Fehler wäre

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Ein Transfer von Emre Can wäre keine gute Entscheidung des BVB.

Der BVB zeigt Interesse an einer Verpflichtung von Nationalspieler Emre Can. Dieser Transfer würde Borussia Dortmund allerdings nicht verstärken, sondern eine fehlerhafte Transferpolitik fortführen. Ein Kommentar.

  •  Verschiedene Medien berichten mittlerweile übereinstimmend über ein Interesse des BVB an Emre Can.
  • Nicht nur aus finanzieller Sicht wäre dieser Transfer für den BVB ein Fehler.
  • Borussia Dortmund muss auf dem Transfermarkt einen anderen Weg einschlagen.

Emre Can zum BVB? Die Gerüchte werden immer konkreter

Eigentlich hat der BVB mit Wunderstürmer Erling Haaland (19) seinen Königstransfer für diesen Winter schon im Dezember getätigt. Nun mehren sich allerdings die Gerüchte um einen Spieler, der die Verpflichtung des Norwegers zumindest finanziell noch übertreffen würde.

Die Rede ist vom deutschen Nationalspieler Emre Can (25) von Juventus Turin. Nach neuesten Medienberichten aus Italien soll der BVB sogar schon ein Angebot für Emre Can abgegeben haben. Auch deutsche Medien wie der Kicker oder die Ruhr Nachrichten bestätigen mittlerweile das grundsätzliche Interesse des BVB, sind aber deutlich zurückhaltender, was einen bevorstehenden Transfer anbelangt.

Emre Can und der BVB: Die finanzielle Dimension 

Der Hauptgrund, warum der Transfer noch hakt, ist demnach vor allem der finanzielle Aspekt. Wie zum Beispiel der Kicker berichtet, beläuft sich eine mögliche Ablösesumme bei Emre Can auf ca. 30 Millionen Euro. Und das, obwohl der deutsche Nationalspieler bei Juventus Turin nur noch einen Vertrag bis zum Sommer hat. Hinzu kommt das Gehalt: Emre Can verdient in Italien aktuell knapp 14 Mio. Euro. Selbst mit Abstrichen würde der 25-Jährige dann in Dortmund zu den absoluten Top-Verdienern gehören.

Ein Transfer, der für den BVB wohl zu stemmen wäre, aber den Handlungsspielraum auf anderen Positionen enorm einschränken würde. Denn positionstechnisch würde Emre Can die Hauptprobleme in Dortmund nicht lösen. Dringendere Baustellen sind beispielsweise die Außenverteidigerposition oder mittelfristig ein Ersatz für Jadon Sancho (19).

Emre Can würde dem BVB sportlich nicht weiterhelfen

Emre Can könnte beim BVB sowohl im defensiven Mittelfeld, als auch in der Abwehr zum Einsatz kommen. Damit könnte er beispielsweise den schwächelnden Manuel Akanji (24) ersetzen, der den BVB bei einem passenden Angebot wohl verlassen darf. In Dortmund erhofft man sich durch einen Transfer wohl die wackelige Defensive zu stabilisieren. Dabei hat auch Emre Can ein entscheidendes Defizit: das Tempo.

Mit Problemen, vor allem im Antritt, würde auch Emre Can die Defensive des BVB nicht sicherer machen vor schnellen Konterangriffen des Gegners. Und das ist in dieser Saison eines der größten Probleme bei Borussia Dortmund. Im Mittelfeld wäre Emre Can eher der Kämpfertyp und nicht der so dringend benötigte kreative Spielgestalter.

Emre Can würde eine fragwürdige Transferpolitik beim BVB fortführen

Mit dem Transfer von deutschen Nationalspielern hatte der BVB zuletzt nur bedingt Erfolg. Ob Andre Schürrle (29), die Rückkehr von Mario Götze (27) oder zuletzt der Transfer von Nico Schulz (26) - alle Spieler kosteten viel Geld, sportlich weitergebracht haben sie den BVB (bisher) nicht.

Dabei bekommt man den Eindruck, dass der Status "deutscher Nationalspieler" schwerer wiegt als das sportliche Profil des Spielers und die Frage, ob er Borussia Dortmund tatsächlich weiterhelfen kann. Von dieser Art der symbolhaften Transferpolitik muss der BVB künftig wieder abweichen und mehr Wert darauf legen, welche Fähigkeiten wirklich gesucht werden und welche Spieler dem BVB sportlich tatsächlich weiterhelfen könnten.

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