Mehr defensive Stabilität?

Der BVB mit Emre Can: Diese taktischen Möglichkeiten würde der Nationalspieler eröffnen

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Emre Can könnte beim BVB verschiedene taktische Rollen einnehmen.

Der BVB steht vor der Verpflichtung von Emre Can. Der Nationalspieler macht die Dortmunder taktisch variabler. Aber löst er auch die großen Probleme in der Defensive?

  • Der BVB plant Emre Can vornehmlich in der Innenverteidigung ein.
  • Auch im zentralen Mittelfeld ist der Nationalspieler eine Option.
  • Emre Can kann verschiedene Rollen in verschiedenen Systemen spielen.

Emre Can zum BVB: Transfer vor dem Abschluss

Der Transfer von Emre Can (26) zum BVB steht nach übereinstimmenden Medienberichten kurz vor dem Abschluss. Letzte Details sind noch zu klären, neuesten Meldungen zufolge räumt der Nationalspieler aber bereits seine Wohnung in Turin und bereitet den Umzug nach Dortmund vor.

Der Wechsel von Emre Can zum BVB ist dabei Teil eines irren Transferdominos, in das mit Paco Alcacer (26) noch ein weiterer BVB-Akteur verwickelt ist. Borussia Dortmund wird für den Mittelfeldspieler ca. 25 Mio. Euro zahlen. Welche Möglichkeiten bietet dieser Transfer dem BVB?

Emre Can beim BVB wohl vorwiegend als Innenverteidiger eingeplant

Die deutschen Medien sind sich einig, dass der BVB Emre Can vorwiegend für die Innenverteidigung einplant. "Der 26-Jährige könnte die Stabilität in der Abwehr erhöhen; im zentralen Mittelfeld sehen die BVB-Bosse weniger Handlungsbedarf", schreibt beispielsweise der Kicker. Fakt ist: Emre Can kann durchaus in der Innenverteidigung spielen. Fakt ist aber auch: Diese Rolle hat er in den letzten Jahren nur sehr vereinzelt eingenommen, unter anderem in der deutschen Nationalmannschaft.

Ebenso kann der 26-jährige diese Rolle wohl nur in einer Fünfer-/Dreierkette spielen. Dort dann als rechter der drei Innenverteidiger. Opfer wäre dann hier wohl Manuel Akanji (24), der den BVB wohl im Sommer verlassen darf.

Emre Can bringt Zweikampfstärke mit - aber kaum Tempo

Dabei dürfte Emre Can, der zuletzt seinen Wechsel zum BVB begründete, in der Verteidigung deutlich resoluter zur Sache gehen als Manuel Akanji, dem immer wieder leichte Fehler unterlaufen. Der Schweizer verfügt allerdings über das höhere Tempo. Ein Problem, das sich mit den ebenfalls nicht gerade schnellen Mats Hummels (31) und Dan-Axel Zagadou (20) weiter verschärfen könnte.

Eine Dreierkette aus Emre Can, Mats Hummels und Dan-Axel Zagaou hätte somit eine enorme Zweikampfstärke, aber auch ein sehr geringes Tempo. Ein Faktor, warum der Transfer von Emre Can für den BVB eher ein Fehler sein könnte. Bei Juventus Turin allerdings war Emre Can zuletzt fast ausschließlich im Mittelfeld im Einsatz.

Emre Can als weitere Alternative für das Mittelfeld des BVB 

Auch im Mittelfeld böte Emre Can, der bei seinem Bundesliga-Debüt für den BVB ein Traumtor erzielte, den Dortmundern mehrere Optionen. Im zuletzt praktizierten 3-4-3-System könnte er sowohl die Position von Axel Witsel (31), als auch die von Julian Brandt (23) einnehmen und den beiden Vielspielern so Entlastung geben.

Bei einer Rückkehr zur Viererkette mit drei zentralen Mittelfeldspielern wäre auch ein Mittelfeld mit Emre Can, Julian Brandt und Axel Witsel denkbar. Eine Konstellation, in der sich die drei Spielertypen gut ergänzen würden. Auch ein Systemwechsel innerhalb eines Spiels wäre mit dem taktisch flexiblen Emre Can problemlos möglich.

Spieler wie Mahmoud Dahoud (24) oder Thomas Delaney (28) dürften durch den bevorstehenden Transfer dadurch in der Hackordnung noch weiter nach hinten fallen. Auch die Rolle von Leonardo Balerdi (21) wird immer fragwürdiger. Der Transfer von Emre Can hätte somit für den BVB nicht nur finanziell einen hohen Preis.