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Plakate gegen Homophobie im BVB-Design: Borussia Dortmund bezieht Stellung

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In Dortmund sind zahlreiche Plakate gegen Homophobie im Design des BVB aufgetaucht.

In Dortmund sind am Samstag (7. Dezember) zahlreiche Plakate gegen Homophobie im BVB-Design aufgetaucht. Doch der Verein ist nicht für die Aktion verantwortlich. Wer steckt hinter der Botschaft?

  • In Dortmund sind vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag (7. Dezember) zahlreiche Plakate gegen Homophobie aufgetaucht.
  • Sie sind im BVB-Design gestaltet und tragen auch das Logo des Vereins.
  • Der ist zwar nicht für die Aktion verantwortlich, unterstützt die Botschaft aber "voll und ganz".

Dortmund - "Jede Liebe ist echte Liebe", steht auf den Plakaten, die vor dem Heimspiel des BVB am Samstag (Einzelkritik der BVB-Profis) (7. Dezember) in ganz Dortmund aufgetaucht sind. Darunter prangern verschiedene Bilder und Sprüche, sie alle richten sich gegen Homophobie.

Plakate gegen Homophobie in Dortmund: BVB nicht für die Aktion verantwortlich

Das Besondere: Die Plakate sind im schwarz-gelben Design von Borussia Dortmund gestaltet und tragen auch das Logo des Vereins. Der ist aber nicht für die Plakat-Aktion verantwortlich. Auf Twitter hat sich der BVB dennoch zu der Kampagne geäußert. "Die Plakate sind nicht von uns", schreibt der BVB dort. "Die Botschaft unterstützen wir aber voll und ganz."

Es ist nicht das erste Mal, dass Unbekannte im Namen von Borussia Dortmund Plakate in der Stadt im Ruhrgebiet aufhängen. Bereits im Mai waren Plakate gegen Rechtsextremismus aufgetaucht. Die Urheber legten Mario Götze das Zitat "Lieber Meisterschaft an Bayern verlieren als Dorstfeld an die Nazis" in den Mund.

Dorstfeld ist ein Stadtteil von Dortmund, in dem viele Rechtsextremisten leben. BVB-Spieler Mario Götze hatte sich aber nie öffentlich zu der Thematik geäußert. Doch die gefälschten Plakate sorgten für viel Aufsehen.

Plakate gegen Homophobie in Dortmund: Was schwule Fußballer unter der Dusche machen?

Im aktuellen Fall sind auf den gelb-schwarzen Plakaten in Dortmund keine vermeintlichen Zitate von Fußballern zu lesen. Dafür prangern Sprüche wie "Was homosexuelle Fußballer unter der Dusche machen? Duschen." oder "Wie schwule Stürmer den Zweikampf gewinnen? Mit vollem Einsatz." über passenden Bildern.

Und auch wenn der BVB nicht für die Aktion verantwortlich ist: Im Netz äußern sich viele Menschen positiv über die Kampagne und die Reaktion des Vereins. "Da kann man gar nicht genau Plakate kleben. Homophobe können keine Borussen sein", schreibt ein Nutzer. Ein andere schreibt nur kurz: "Geile Message!" (Lest hier den Kommentar von RUHR24 zu den Plakaten in Dortmund.)

Plakate in Dortmund: Homophobie nach wie vor ein Problem in Dortmund

Und diese Message ist wichtig. Denn: Homophobie ist im Fußball nach wie vor ein Problem. Der frühere Nationalspieler und jetzige Vorstandschef des VfB Stuttgart, Thomas Hitzlsperger, traute sich beispielsweise erst nach dem Ende seiner Profi-Karriere, sich öffentlich zu seiner Homosexualität zu bekennen. Wie er in einem Interview mit dem Magazin der Deutschen Fußball Liga sagte, sei Homosexualität im Fußball noch immer nicht enttabuisiert.

Mit ihrer Aktion sprechen die Macher der Plakate also ein wichtiges Thema an. Wer für sie verantwortlich ist, ist derzeit noch nicht klar. Im Mai war einige Tage nach der Plakat-Aktion ein "Bekennervideo" im Internet aufgetaucht.

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