Er soll Dortmund verlassen

BVB schreitet bei Transfer-Kandidat zur Verzweiflungstat

Der BVB steckt in einer misslichen Lage. Ein Transfer-Kandidat soll unbedingt von der Gehaltsliste gestrichen werden.

Dortmund – Die sportliche Situation von Nico Schulz bei Borussia Dortmund war ohnehin schlecht, spitzt sich jetzt aber dramatisch zu. Der einstige Millionen-Zugang ist inzwischen nur noch Linksverteidiger Nummer vier.

NameNico Schulz
Geboren1. April 1993 (Alter 29 Jahre), Berlin
Größe1,81 Meter
Aktueller VereinBorussia Dortmund (BVB)

BVB: Nico Schulz ist nur noch Linksverteidiger Nummer vier

Raphael Guerreiro ist trotz überschaubarer Defensivleistungen in der vergangenen Saison die Nummer eins auf der linken Abwehrseite – sofern er den BVB nicht verlässt. Aktuell sieht viel nach einem Verbleib des Portugiesen in Dortmund aus, da dieser keine Anstalten macht, seinen bis Sommer 2023 laufenden Vertrag aufzukündigen.

BVB-Profi Nico Schulz ist Transfer-Kandidat Nummer eins.

Ohnehin: Geht Guerreiro doch, ist David Raum ein heißer Kandidat für seine Nachfolge. Auf Rang zwei und drei der internen Linksverteidiger-Hierarchie folgen Tom Rothe und Prince Aning. Der Neuzugang aus der Jugend von Ajax Amsterdam hat in den bisherigen Testspielen gegen den Lüner SV (3:1) und Dynamo Dresden (2:0) bewiesen, dass er ein Versprechen für die Zukunft ist.

BVB: Transfer von Nico Schulz kann bis zu 65,5 Millionen Euro kosten – Fehlkauf mit Mega-Gehalt

Nico Schulz war beim BVB bereits Transfer-Kandidat Nummer eins, bevor die beiden Teenager seine Situation noch einmal dramatisch verschlechtert haben. Klar ist: Der Verein will sich das fürstliche Gehalt des Bankdrückers (je nach Quelle zwischen 5 und 8 Millionen Euro pro Jahr) nicht mehr leisten.

Erfüllt der DFB-Nationalspieler seinen bis Sommer 2024 laufenden Vertrag, könnte er insgesamt bis zu 65,5 Millionen Euro kosten. Eine teure Fehleinschätzung der BVB-Verantwortlichen, die Nico Schulz im Sommer 2019 für 25,5 Millionen Euro Ablöse aus Hoffenheim geholt hatten und nun nicht mehr losbekommen.

BVB-Drohgebärden an Nico Schulz: Trainingslager-Aus und Tribünenplatz?

Damit der BVB nicht weiter für Schulz zahlen muss, erhöht der Klub den Druck auf den Spieler. Und greift zu verzweifelten Mitteln.

Zunächst vermeldeten die Ruhr Nachrichten: Schulz werde am Freitag (15. Juli) nicht mit ins Trainingslager nach Bad Ragaz reisen. Dies hat Sportdirektor Sebastian Kehl inzwischen zwar dementiert. „Wir haben mit den Spielern ihre jeweilige Perspektive klar besprochen. Das jedoch hat keinen unmittelbaren Einfluss auf das anstehende Trainingslager“, sagte er der Bild-Zeitung.

BVB: Nico Schulz will Transfer zu einem guten Verein – kein Abnehmer in Sicht

Aber: Angeblich denkt die Chef-Etage des BVB darüber nach, den 29-Jährigen auf die Tribüne zu setzen. Das Problem: Die Suche nach einem Transfer-Abnehmer gestaltet sich extrem kompliziert.

Die Leistungen von Nico Schulz in den vergangenen Jahren werden kaum einen Spitzenklub beeindruckt haben. Berater Roger Wittmann räumt immerhin ein, dass sein Klient offen für einen Transfer sei.

Aber: „Er wird zu einem guten Klub gehen, und wenn das nicht klappt, dann eben bleiben.“ Fraglich, ob sich ein solcher Verein findet, der außerdem bereit ist, beim Gehalt große Sprünge zu machen. Von einer nennenswerten Ablöse ganz zu schweigen.

BVB verzweifelt an Gehalt von Nico Schulz: Transfer weitestgehend ohne Ablöse möglich

Heißt für den BVB: Um überhaupt Chancen zu haben, den Großverdiener von der Gehaltsliste zu bekommen, schreitet der Verein zur Verzweiflungstat. Laut RevierSport würden die Dortmunder Bosse sogar auf eine Ablöse weitestgehend verzichten. In der Hoffnung, dass sich doch noch ein neuer Verein für Nico Schulz findet. Und das teure Missverständnis möglichst bald beendet ist.

Rubriklistenbild: © Osnapix/Imago, BVB, Collage: RUHR24