Derby: Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen gegen Polizisten

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Ein Video zeigt, wie die Polizei auf einen BVB-Fan eintritt. Foto: RUHR24

Im Anschluss an das Derby wurde ein Fan am Hauptbahnhof in Dortmund schwer verletzt. Der Vorfall hat nun ein juristisches Nachspiel. Alle Infos.

Im Anschluss an das Derby zwischen Schalke und dem BVB wurde ein Fan bei einer Auseinandersetzung am Hauptbahnhof in Dortmund schwer verletzt. Der Vorfall hat nun ein juristisches Nachspiel.

  • Der Polizeieinsatz nach dem Derby ist nun auch ein Thema für die Staatsanwaltschaft.
  • Den Ruhr Nachrichten bestätigte die Behörde entsprechende Ermittlungen.
  • Die Identifizierung des mutmaßlichen Täters könnte aber kompliziert werden.

Derby-Vorfall: BVB-Ultras provozieren Polizei mit Banner

Zehn Tage nach dem Derby ist das Spiel aus sportlicher Sicht längst vergessen. Die im Nachgang an die Partie am Dortmunder Hauptbahnhof vorgefallenen Geschehnisse sind allerdings nach wie vor präsent.

Erst beim DFB-Pokalspiel des BVB gegen Gladbach am vergangenen Mittwoch (30. Oktober) zeigten Ultras ein provozierendes Banner zum Derby-Vorfall. Neben Genesungswünschen für den verletzten schwatzgelb.de-Redakteur stand darauf: „Die Gerechtigkeit schlägt stärker zurück“ sowie „ACAB“. Letztere Aussage stellt eine eindeutige Beleidigung der Polizei dar.

Polizeieinsatz nach Derby: Staatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Mittlerweile befasst sich auch die Staatsanwaltschaft mit dem Einsatz der Bundespolizei am Abend nach dem Derby. In Folge wechselseitiger Provokationen zwischen einem Schalke-Fan und mehreren BVB-Anhängern hatte diese zunächst zwei Personen festgenommen.

Anschließend hätte die Bundespolizei die Bahnhofshalle laut BVB-Fanhilfe „unter massivem Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und körperlicher Gewalt“ geräumt.

Dabei war ein Redakteur des Fanzines schwatzgelb.de von einem Polizisten mit einem Schlagstock im Gesicht getroffen worden. Der Redakteur erlitt daraufhin schwere Gesichtsverletzungen und musste operiert werden.

Derby-Vorfall: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "Körperverletzung im Amt"

Gegenüber den Ruhr Nachrichten bestätigte die Staatsanwaltschaft nun entsprechende Ermittlungen. Es bestehe der „Anfangsverdacht auf Körperverletzung im Amt.“ Die Bundespolizei hatte bereits kurz nach dem Derby angekündigt, alle relevanten Videoaufnahmen an die zuständigen Behörden übermitteln zu wollen.

Um den mutmaßlichen Täter identifizieren zu können, benötigt die Staatsanwaltschaft aber die Hilfe der Bundespolizei. Da es für Polizisten in Nordrhein-Westfalen keine Kennzeichnungspflicht gibt, kann eine Identifizierung nur durch Kollegen oder Vorgesetzte innerhalb der Polizei erfolgen.