Pläne der DFL enthüllt

Geisterspiele in der Bundesliga wegen des Coronavirus: So könnte BVB gegen Schalke 04 ablaufen

Erste DFL-Pläne für das Geisterderby zwischen dem BVB und Schalke 04 wurden enthüllt.
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Erste DFL-Pläne für das Geisterderby zwischen dem BVB und Schalke 04 wurden enthüllt.

In der Bundesliga sollen wegen des Coronavirus Geisterspiele dabei helfen, die Saison zu beenden. So auch beim Derby zwischen dem BVB und Schalke 04. Das ist der Stand der Dinge.

  • Die laufende Bundesliga-Saison kann wegen des Coronavirus nur mit Geisterspielen beendet werden.
  • Auch für das Derby zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 scheint es erste konkrete Pläne zu geben.
  • Spiele mit Zuschauern wird es hingegen weder in der laufenden Saison, noch im Jahr 2020 geben.

Dortmund - Vor dem Derby zwischen dem BVB und Schalke 04*, das ursprünglich für den 14. März (15.30 Uhr) angesetzt war, war die Vorfreude unter den Fans groß. Die Ankündigung, dass der Klassiker zum Geisterspiel werden würde, trübte die Stimmung. Letztlich wurde das Spiel wegen des Coronavirus* abgesagt - im Mai will die Deutsche Fußball Liga (DFL) es nachholen.

Geisterspiele in der Bundesliga: Derby zwischen BVB und S04 als erste Begegnung nach der Coronavirus-Pause

Sportlich werden die Karten somit in jedem Fall neu gemischt, berichtet RUHR24.de*. Sowohl für Borussia Dortmund als auch für den FC Schalke 04* wird das Derby die erste Begegnung nach der Zwangspause bedingt durch Covid-19. Vor ein paar Wochen sprach noch vieles für den BVB, dessen Hymne für einen Weltrekord von Tom Moore im Kampf gegen das Coronavirus gesorgt hat - jetzt weiß niemand so wirklich, in welcher Form sich die Mannschaften nach der Coronavirus-Unterbrechung präsentieren werden.

Weniger ungewiss sind hingegen die Rahmenbedingungen, unter denen das Derby im Signal Iduna Park in Dortmund, bei dem Lucien Favre und David Wagner Maske tragen müssen, stattfinden wird. Aller Voraussicht nach wird nicht nur das Revierderby, sondern auch alle anderen übrigen Partien in der Bundesliga als Geisterspiele ausgetragen.

Virologe hält Geisterspiele in der Bundesliga für möglich: Läuft Borussia Dortmund gegen Schalke 04 so ab?

Wegen der hohen Infektionsgefahr ist davon auszugehen, dass für volle Bundesliga-Stadien erst ganz am Ende der Pandemie wieder grünes Licht gegeben wird. Geisterspiele, und somit auch ein Geisterderby zwischen dem BVB und Schalke 04*, sind aus medizinischer Sicht grundsätzlich vertretbar - unter Auflagen.

Im Gespräch mit dem ZDF äußert sich Virologe Alexander Kekulé (Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale) dazu wie folgt: "Man kann rein theoretisch sich überlegen, wie man die Bundesligaspieler speziell absichert, (...) und dafür sorgen, dass sie tatsächlich in der Lage sind zu spielen."

Virologisch seien Geisterspiele in der Bundesliga, die RUHR24-Redakteur Christian Keiter trotz Corona-Krise vehement fordert*, auch deshalb möglich, weil die Spieler nicht zur Risikogruppe gehören. Dennoch müssten sie abseits der Spiele in eine Art "Spezialquarantäne". Das bedeutet: Tägliche Tests, das Tragen von Gesichtsmasken und das unbedingte Verhindern, dass sie sehr nah miteinander in Kontakt kommen. "Man müsste für sie den Lockdown verlängern."

Das Nachholspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln war das bislang einzige Geisterspiel in der laufenden Bundesliga-Saison.

DFL-Geheimplan für Geisterspiele in der Bundesliga: So wenige Leute wären beim Derby zwischen dem BVB und S04 vor Ort

Ähnlich strenge Auflagen wären auch an den Spieltagen in den Stadien nötig. Die Bild (Bezahlartikel) will von Geheimplänen der DFL zur Fortsetzung des Spielbetriebs mit Geisterspielen in der Bundesliga erfahren haben. Demnach seien beim Derby zwischen Borussia Dortmund, der durch die leeren Ränge gegen den S04 und FC Bayern ein Vorteil genommen wird* und Schalke 04 lediglich 239 Personen im Stadion zugelassen. Im Innenraum befinden sich demnach 126 Personen, die sich folgendermaßen zusammensetzen:

Schiedsrichter

4

Spieler

22

Ersatzspieler

18

Funktionsteams

16

Balljungen

4

Greenkeeper

2

Doping-Agentur

3

Fotografen

5

Sanitäter

6

Ordner

10

TV

36

Gesamt

126

Dazu kämen 113 weitere Personen, welche sich im Bereich der Tribünen aufhalten würden. Laut Bild sieht die DFL folgende Personalplanung auf den Tribünen vor:

Ordner

20

Sanitäter

6

Feuerwehr

2

Bundespolizei

4

Techniker

5

Delegation Gast

8

Delegation Heim

8

Schiedsrichter-Betreuer

2

Journalisten

30

TV

28

Gesamt

113

Klub-Mitarbeiter ohne Funktion würden demnach ebenso ausgespart wie Catering-Mitarbeiter. Auf dem Außengelände sollen weitere 50 Ordner dafür sorgen, dass Fan-Ansammlungen vor den Stadien verhindert werden. Auch wären außerhalb des Stadions weitere Mitarbeiter der TV-Sender im Übertragungswagen zugelassen.

Plant die DFL wegen des Coronavirus Geisterspiele in der Bundesliga mit 239 Personen? Berichte widersprechen sich

Dem widerspricht ein Bericht des kicker, wonach die Zahl von 239 zugelassenen Personen im Stadion keineswegs in Stein gemeißelt sei. Nach Informationen des Fachmagazins kann die Zahl je nach Spielort und in Abhängigkeit von den Gegebenheiten im Stadion variieren. Was das für das Derby zwischen dem BVB, der auf ausgiebige Torjubel verzichten muss* und dem FC Schalke 04, dem wegen der Leihspieler ein tiefes Millionengrab droht, am 26. Spieltag der Bundesliga bedeuten könnte, ist noch unklar.

Weniger unklar scheint hingegen, dass es weder in der laufenden Saison noch im Kalenderjahr 2020 zu Bundesliga-Begegnungen mit Fans in den Stadien kommen wird. "Da wäre ich pessimistisch. Es sieht nicht so aus, als könnten wir dieses Jahr noch ernsthaft so etwas ins Auge fassen", äußert sich Alexander Kekulé. Mit Geisterspielen die Spielzeit in der Bundesliga zu beenden bleibt eine schwierige, aber zugleich auch die einzige Option.

Video: Wirrwarr um BL-Spielplan! DFL mit Klarstellung

Ein Abbruch würde die Existenz etlicher Profiklubs bedrohen. Schon jetzt machten zahlreiche Vereine aus der ersten und zweiten Liga deutlich, dass sie im Mai, spätestens im Juni Insolvenz anmelden müssten, sollte der Spielbetrieb nicht fortgesetzt werden können. Zu groß ist der Anteil, den die ausbleibenden TV-Zahlungen in den Planungen der Klubs ausmachen.

cke
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