Von wegen "Großangriff" in Dortmund

BVB tritt auf die Bremse: Was das Coronavirus für den Transfersommer bedeutet

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Hans-Joachim Watzke (l.) und Michael Zorc können die Kaderplanung beim BVB wegen des Coronavirus aktuell nur bedingt vorantreiben.

Aufgrund der Coronavirus-Krise stapelt der BVB tief. Michael Zorc, Sportdirektor von Borussia Dortmund, kann die Auswirkungen noch nicht abschätzen. 

  • Das Coronavirus bremst die Kaderplanung bei Borussia Dortmund aus.
  • BVB-Sportdirektor Michael Zorc kann gegenwärtig nur abwarten.
  • Grundsätzlich gibt es in puncto Transfers einiges zu tun.

Dortmund - "Dieser Sommer wird unlustig." BVB-Sportdirektor Michael Zorc (57) wagt in der aktuellen Ausgabe des kicker (23. März) einen Ausblick auf ein ungewisses und in jedem Fall anderes Transferfenster. Das Coronavirus* wird Einfluss auf den Transfermarkt nehmen - davon sind auch die Planungen von Borussia Dortmund betroffen.

BVB: Coronavirus legt Transferplanungen bei Borussia Dortmund auf Eis

Schlag auf Schlag ging es im Anschluss an die vergangene Saison beim BVB zu. Binnen kürzester Zeit wurden nacheinander die Transfers von Thorgan Hazard (26), Nico Schulz (26) und Julian Brandt (23) eingetütet, berichtet RUHR24.de*.

In der bevorstehenden Transferperiode, in welcher Form und in welchem Zeitraum sich diese auch immer darstellen wird, ist wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Krise mit einer deutlich geringeren Schlagzahl zu rechnen. Wenngleich Borussia Dortmund europäische Toptalente wie Emin Bayram (16) von Galatasaray Istanbul* im Blick behält.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: Wegen Coronavirus keine drei Transfers in drei Tagen

"Drei Transfers in drei Tagen wird es in diesem Jahr nicht geben", erklärt Michael Zorc im kicker angesichts der ungewissen Zukunft. "Wir müssen jetzt erst einmal diese Krisensituation managen."

Klar ist: Solange der Spielbetrieb gänzlich ausgesetzt bleibt, fehlt den Vereinen Geld und Planungssicherheit, um eine ernsthafte Kaderplanung zu betreiben. Die Fortsetzung der Wettbewerbe mit Geisterspielen würde die finanziellen Konsequenzen für den BVB, den sich die Premier League in puncto Fans und Stimmung zum Vorbild nimmt, und andere Vereine hingegen deutlich eindämmen.

Zwar würden bei Spielen vor leeren Rängen der verhältnismäßig kleine Anteil an Ticket- und Stadioneinnahmen wegfallen, weshalb der BVB wie Schalke eine große Summer verlieren könnte. Mit den wesentlich wichtigeren TV-Geldern könnten die Klubs jedoch planen.

In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 16. März ließ Borussia Dortmund wissen, dass der Geschäftsbetrieb für das laufende Geschäftsjahr 2019/2020 sichergestellt und eine existentielle Bedrohung des Unternehmens gegenwärtig nicht gegeben sei.

Geisterspiele in der Bundesliga, wie hier zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln, werden wegen des Coronavirus wohl unumgänglich sein.

Michael Zorc ist wegen des Coronavirus beim BVB zum Warten verdammt

Gleichwohl muss der BVB, nicht zuletzt wegen der Offensive auf dem Wintertransfermarkt, vorerst das Geld zusammenhalten. "Wir wissen schließlich nicht, wann wieder gespielt werden kann", so Michael Zorc.

Verhandlungen über geplante Neuverpflichtungen wie Jude Bellingham (16/Birmingham City) oder Thomas Meunier (28/Paris Saint-Germain) können nicht geführt werden. Ähnlich sieht es bei den angedachten Abgängen aus.

Video: BVB und Corona: Aktien von Borussia Dortmund und Juventus Turin auf Talfahrt

Der bevorstehende Abschied von Mario Götze (27) wird sich verzögern, im Tauziehen um Jadon Sancho (19) bekommen alle beteiligten Parteien eine zwangsläufige Verschnaufpause. Solange keine Kontrolle über die Ausbreitung des Coronavirus erlangt wird, bleibt Michael Zorc bei Borussia Dortmund ein Sportdirektor auf Abruf.

cke
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