Nachspiel in Dortmund

BVB-Zoff mit Didi Hamann: Marco Rose schießt heftig gegen TV-Experten

So unspektakulär der BVB-Sieg gegen Greuther Fürth war, so spektakulär lief es danach noch weiter. Mittendrin: Trainer Marco Rose und TV-Experte Dietmar „Didi“ Hamann.

Dortmund – Der am Ende schmeichelhaft hohe 3:0-Sieg des BVB gegen Greuther Fürth wird in einem Saisonrückblick, wenn überhaupt, nicht aus sportlichen Gründen einen Platz finden. Dafür tat sich Borussia Dortmund lange Zeit gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten viel zu schwer. In der zweiten Halbzeit brachten sogar die eigenen Fans ihren Unmut mit Pfiffen über die gebotene Leistung zum Ausdruck.

NameDietmar Hamann
Geboren27. August 1973 (Alter 48 Jahre), Waldsassen
Größe1,91 Meter
EhepartnerinTina Hamann
KinderChiara Hamann, Luna Hamann
ElternWolfgang Hamann, Silvia Hamann

BVB-Zoff mit Didi Hamann: Trainer Marco Rose ledert heftig gegen den TV-Experten

Dennoch bot das Spiel reichlich Zündstoff. So irritierte Erling Haaland etwa mit seiner egoistischen Abschiedsrunde nach Abpfiff im BVB-Stadion. Richtig Zoff gab es dann aber noch abseits des Spielfeldes.

Denn Trainer Marco Rose lederte wiederholt heftig gegen Didi Hamann. Der TV-Experte von Sky bekam nicht nur eine deutliche Meinung zu hören, sondern ebenso eine Einladung ausgesprochen. Doch wie kam es dazu überhaupt?

BVB-Zoff wegen Didi Hamann: TV-Experte kritisiert schlechten Fußball von Dortmund

Auslöser für den Zoff war die heftige Kritik von Didi Hamann unmittelbar nach dem 3:0-Sieg des BVB gegen Greuther Fürth. „Das war schwere Kost – wie schon die gesamte Saison. Mit dem Kader, den sie haben, das hat mit Fußball nichts zu tun.“ Der TV-Experte von Sky legte sogar noch nach.

Borussia Dortmund würde keinen „Fußball spielen“, sondern ausschließlich „Fußball arbeiten“. Dies könne nicht der Anspruch des Klubs sein. Worte, die bei Marco Rose überhaupt nicht gut ankamen.

BVB-Trainer Marco Rose hat heftig gegen TV-Experte Didi Hamann ausgeteilt.

Marco Rose (BVB) schießt zurück: Didi Hamann nagelt von Beginn an gegen Dortmund

„Es war von Beginn an so, dass Didi Hamann gegen uns nagelt“, echauffierte sich der 45-Jährige im Interview gegenüber Patrick Wasserziehr. Marco Rose überlegte anschließend, den ehemaligen Nationalspieler „möglicherweise mal ins Stadion einzuladen“, denn besonders die personelle Situation käme ihm bei der Kritik dem BVB gegenüber zu kurz.

„Ich glaube, wenn man unsere Saison sieht und die Umstände, unter denen wir arbeiten, kann man ein paar Sachen nachvollziehen. Wenn dir ständig die Hälfte fehlt, du mit wenig Spielern in die Saison gehst, dir ständig Jungs wegbrechen und du nie mit der Mannschaft spielen kannst, mit der du spielen möchtest. Wir haben 34 Punkte in der Bundesliga und auch schon ein paar ordentliche Spiele gemacht.“ Doch das war noch nicht das Ende des Liedes.

Marco Rose (BVB) wiederholt live im TV seine Kritik an Sky-Experte Didi Hamann

Auf den Hinweis von Patrick Wasserziehr, dass der TV-Experte nicht nageln, sondern seine Meinung sagen würde, entgegnete Marco Rose: „Ich habe eine andere Meinung als Didi Hamann und ich sage: Didi Hamann nagelt.“

Ehe der BVB-Trainer auf der anschließenden Pressekonferenz noch einmal auf den Zoff angesprochen wurde, begründete er noch am Spielfeldrand im TV-Interview seinen Unmut. Denn Borussia Dortmund sei „die einzige Mannschaft, die hingeht und sagt: ‚Wir wollen den Bayern den Platz streitig machen‘ - vor der Saison, während der Saison, vor dem direkten Duell und nach wie vor. Sollen sich doch alle freuen, dass es eine Mannschaft gibt, die das macht und probiert - trotz aller Widrigkeiten.“

Im selben Atemzug gab der Ex-Gladbacher zu, dass seine Mannschaft zuvor gegen Greuther Fürth nicht die Sterne vom Himmel gespielt habe.

Marco Rose (BVB) schießt gegen TV-Experte Didi Hamann: Das ist zu billig

„Dass wir dem nicht immer gerecht werden können und dass wir in der Form von heute keine Chance haben, die Bayern vom Thron zu stoßen, ist klar.“ Dennoch geht die Kritik von Didi Hamann für Marco Rose zu weit. „Aber sich jede Woche hinzustellen und gegen uns zu schießen, ist schwierig.“

Kurze Zeit später, auf der PK, legte der BVB-Trainer auf Nachfrage noch einmal nach. Ihm sei es dabei darum gegangen, dass „es mir in den letzten Wochen aufgefallen ist“, so der 45-Jährige. „Es geht nicht nur um unsere Leistung, es geht dort teilweise auch um einzelne Spieler – unser Kapitän (Marco Reus, Anm. d. Red.), der da immer wieder namentlich fällt. Das gefällt mir nicht und ich finde auch nicht, dass das passt. Im Fußball vergisst man immer relativ schnell. Es ist mir seit Wochen zu einfach, zu billig – und immer wieder auf unsere Kosten. Dementsprechend habe ich meine Meinung gesagt.“

Die hat der TV-Experte wahrgenommen. Ebenso die Einladung. „Die Einladung nehme ich gerne an. Ich komme gerne ins Stadion oder zu ihm nach Hause.“ Das letzte Wort scheint hier also noch nicht gesprochen.

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