Fans waren nicht zugelassen

BVB fassungslos: Zenit-Hooligans bei Geisterspiel gegen Zenit St. Petersburg im Stadion

BVB gegen Zenit St. Petersburg sollte ein Geisterspiel sein. Das war es jedoch nicht: Russische Hooligans schlichen sich ins Stadion – nur wie?

Dortmund – Beim BVB scheint es eine Art Tradition zu werden, dass sich in Zeiten der Corona-Pandemie Fans der gegnerischen Mannschaft in das Stadion schleichen. So haben am Mittwochabend (28. Oktober) einige russische Hooligans das Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund gegen Zenit St. Petersburg im Stadion gesehen.

StadionSignal Iduna Park
Kapazität81.365
Kapazität international66.099
AdresseStrobelallee 51, 44139 Dortmund
Ursprünglicher NameWestfalenstadion

BVB gegen Zenit: Russische Hooligans im Stadion in Dortmund

Eigentlich sollte das Champions-League-Spiel zwischen dem BVB und Zenit St. Petersburg ohne Zuschauer stattfinden. Lediglich Journalisten, die Klub-Delegation, Sicherheitsleute und Personen, die für die Organisation eines Fußballspiels und den Betrieb des Stadions verantwortlich sind, sollten beim Spiel anwesend sein.

Allerdings zeigen einige Bilder, die im Internet kursieren, dass russische Hooligans beim Spiel BVB gegen Zenit waren. Auch beim Derby zwischen Borussia Dortmund und FC Schalke 04 hatte sich ein S04-Fan ins Stadion geschlichen.

Hooligans im Stadion: BVB - Zenit kein Geisterspiel

Eines der Bilder zeigt einen Mann mit der Aufschrift „Music Hall St. Petersburg on tour“ auf dem T-Shirt. Die Music Hall gelten als besonders gewaltbereite Hooligans, die immer wieder in Schlägereien verwickelt sind und Videos davon ins Internet stellen.

Ein anderes Foto zeigt vier vermummte Menschen, die eine Flagge mit russischer Aufschrift präsentieren. Die Hooligans von Zenit befinden sich dabei offensichtlich im leeren Stadion des BVB, der zuletzt noch mit der Auflösung der Jubos eine Ultra-Gruppe verlor.

Zenit-Hooligans in Dortmund: BVB-Fans in Russland gejagt worden

Die Hooligans von Zenit St. Petersburg sind berüchtigt – auch bei den Anhängern von Borussia Dortmund: Als der BVB am 25. Februar 2014 zu Gast bei Zenit war, gab es regelrechte Hetzjagden auf BVB-Fans, weiß RUHR24.de (alle News zum BVB auf RUHR24.de).

Die große Frage: Wie konnten ausgerechnet einige der gefährlichsten Fußballfans Europas in den ansonsten für die Öffentlichkeit komplett geschlossenen Signal Iduna Park kommen und sich das Spiel zwischen BVB und Zenit St. Petersburg angucken?

Hooligans von Zenit St. Petersburg im Stadion: BVB bezieht Stellung

Das fragt sich auch der BVB. Wie der Verein der WAZ (Bezahlinhalt) bestätigte, sind die Bilder von den Hooligans am Mittwochabend entstanden. Der Klub habe am Donnerstagmorgen (29. Oktober) davon erfahren.

Diese Aktion führte zum Elfmeter für den BVB – die Zenit-Hooligans dürften sich darüber geärgert haben.

Sicher sei: Die Hooligans kletterten nicht etwa über einen Zaun, sondern hatten Eintrittskarten für das Spiel BVB gegen Zenit St. Petersburg. Entweder als Journalisten oder als Teil der Delegation beziehungsweise als Mitarbeiter des russischen Vereins.

BVB stellt Anfrage bei UEFA: Wie konnten russische Hooligans ins Stadion gelangen?

Auf Videoaufnahmen wurden die Hooligans von Zenit St. Petersburg bereits erkannt. Sie konnten allerdings noch nicht identifiziert werden, teilt der BVB mit.

Nach BVB-Anfrage: Zenit soll sich zu Hooligans im Stadion äußern

Anders als bei Bundesligaspielen hat der Gastgeber die Vergabe der Tickets nicht selbst in der Hand. Das übernimmt der europäische Fußballverband Union of European Football Associations, kurz UEFA.

Deswegen hat der BVB schon am Donnerstag reagiert und bei der UEFA eine Anfrage gestellt. Geklärt werden soll, wie diese Hooligans von Zenit St. Petersburg an Eintrittskarten gekommen sind. Die UEFA hat wiederum bei Zenit nachgefragt, um diese Fragen zu klären – eine Antwort aber steht noch aus.

Planmäßig soll das nächste Spiel der Schwarz-Gelben wieder ein Geisterspiel werden. Dann geht es für den BVB in der Bundesliga gegen den Aufsteiger Arminia Bielefeld.

Rubriklistenbild: © Leon Kuegeler/dpa