Kommentar

Was erlaube Moukoko? BVB muss im aberwitzigen Vertragspoker Haltung bewahren

Youssoufa Moukoko spielt mit dem BVB – um Millionen von Euro. Der Verein darf sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Ein Kommentar.

Dortmund – Borussia Dortmund und Youssoufa Moukoko verhandeln seit Monaten über einen neuen Vertrag. Der Poker hat sich längst zu einem Drama entwickelt. Ein Happy End ist nahezu ausgeschlossen. RUHR24-Redakteur Malte Schindel kommentiert.

Bericht: Youssoufa Moukoko stellt üppige Forderung an den BVB

Die Tinte fehlt nach wie vor auf dem Papier und dennoch liest es sich, als wäre das letzte Kapitel bereits geschrieben. Im Mittelpunkt: Youssoufa Moukoko, der Protagonist. Borussia Dortmund, der Antagonist, möchte den Vertrag seines Spielers über den Sommer hinaus verlängern, doch der Spieler weigert sich.

Der 18-Jährige fordert mehr Geld. Sehr viel mehr Geld, berichtete Sky am Dienstag (3. Januar). Er wolle neben einem fixen Jahressalär von mehr als fünf Millionen Euro weitere zehn Millionen Euro Unterschriftsbonus einstreichen. Hier betritt der Nebendarsteller die Bühne: Patrick Williams, der Berater des BVB-Stars. Er gilt als treibende Kraft im Vertragspoker.

Beim BVB bahnt sich der Abschied von Youssoufa Moukoko an.

Was erlaube Moukoko? BVB muss im aberwitzigen Vertragspoker Haltung bewahren

Zu Beginn der Geschichte hatte es noch geheißen, es gehe um Anerkennung in Form von Spielanteilen. Die Karriere des Wunder-Stürmers solle unter keinen Umständen ins Stocken geraten. Wenig später hatte der Hauptdarsteller seine unbändige Liebe gegenüber dem BVB in die Welt hinausposaunt. Doch dieses Kapitel ist längst geschrieben. Inzwischen geht es nur noch um Millionen von Euro.

Aber wie kommt ein (Nachwuchs-)Spieler mit 1.386 Minuten Bundesliga-Erfahrung, das entspricht umgerechnet knapp 15 Spielen über die volle Distanz, auf die Idee, nur für den Verbleib bei dem Verein, der ihn im Alter von 16 Jahren zum Profi-Debüt verholfen hat, zehn Millionen (!) Euro zu fordern? Wie kommt ein Stürmer mit 11 Treffern in wettbewerbsübergreifend 59 Einsätzen auf den Gedanken, sich breitbeinig vor die BVB-Bosse zu setzen und das kolportierte Jahresgehalt eines Raphael Guerreiro, der seit Jahren zum Stammpersonal gehört, zu verlangen? Oder um es mit den legendären Worten von Giovanni Trapattoni zu sagen: Was erlaube Moukoko?

Die Antwort ist so simpel wie einleuchtend: Patrick Williams will beim nächsten Vertrag seines Klienten kräftig abkassieren. Englische Medien berichteten kürzlich, der Berater wolle das Transfer-Ziel für seinen Schützling „unbedingt“ erreichen und Youssoufa Moukoko in der schillernden Premier League, in der Geld für Klubs nur eine untergeordnete Rolle spielt, unterbringen.

Youssoufa Moukoko hätte längst das Angebot des BVB annehmen können

Würde Youssoufa Moukoko weiterhin das schwarz-gelbe Trikot tragen wollen, hätte er längst das vom BVB vorgelegte und wohlgemerkt gut dotierte Angebot in Höhe von drei Millionen Euro pro Spielzeit zuzüglich erfolgsabhängiger Boni (Sky berichtete) annehmen können. Stattdessen darf er seit dem 1. Januar mit anderen Klubs verhandeln, ohne sich die Zustimmung seines Noch-Arbeitgebers einholen zu müssen. Der Berater treibt den Preis hoch.

Youssoufa Moukoko gab im Trikot von Borussia Dortmund sein Profi-Debüt.

Nun zu sagen, der 18 Jahre alte Youssoufa Moukoko lasse sich ausnehmen, ihn treffe im Vertrags-Hick-Hack keine Schuld, ist zu einfach. Es darf nicht vergessen werden: Patrick Williams ist Angestellter des BVB-Stars, nicht andersherum. Der Berater handelt im Auftrag des Spielers.

BVB muss aus dem Vertragspoker um Youssoufa Moukoko aussteigen

Der BVB ist gezwungen, an diesem Punkt in der Geschichte auszusteigen. Welches Zeichen würde die Dortmunder Borussia in die Fußball-Welt senden, wenn sich der zweitgrößte Klub Deutschlands von einem 18-Jährigen und dessen Berater unter Druck setzen lassen würde? Wie würde der Klub bei künftigen Vertragsverhandlungen auftreten wollen, wenn bekannt ist, dass ein Jung-Profi sein gefordertes Millionen-Gehalt durchgepeitscht bekommt?

Der BVB muss sein Gesicht wahren. Entweder der deutsche Nationalspieler akzeptiert die schwarz-gelbe Offerte oder er verlässt den Verein. Interessenten soll es zur Genüge geben. Stichtag ist der 22. Januar: Der BVB fordert bis zum Bundesliga-Restart eine Zukunfts-Entscheidung von Youssoufa Moukoko. Fortsetzung folgt.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht zwangsläufig die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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