Nach der 1:5-Pleite gegen Stuttgart

Trainer Lucien Favre warnte: Warum dem BVB der Jugendtrend zum Verhängnis wird

Jude Bellingham Borussia Dortmund BVB VfB Stuttgart
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Jude Bellingham (m.) ist mit seinen 17 Jahren Teil des Jugendtrends beim BVB. Er machte gegen den VfB Stuttgart kein gutes Spiel für Borussia Dortmund.

Borussia Dortmund ging gegen den VfB Stuttgart unter. Allen voran die jungen BVB-Spieler machten keine gute Partie. Ein hausgemachtes Problem.

Dortmund – Ein Samstag zum Vergessen für Schwarz-Gelbe: Die 1:5-Niederlage des BVB gegen den VfB Stuttgart ließ die Fans von Borussia Dortmund erschrocken zurück. Die Westfalen ließen gegen die Schwaben so ziemlich alles vermissen, was sie eigentlich auf dem Platz auszeichnet.

NameLucien Favre
Geboren2. November 1957 (Alter 63 Jahre), Saint-Barthelemy VD
Größe1,78 Meter
Karrierebeginn1978
Aktueller VereinBorussia Dortmund

Borussia Dortmund: Der BVB wartet in der Bundesliga seit drei Spielen auf einen Sieg

Trainer Lucien Favre (63), bei dem sich eine Entscheidung um seine Zukunft beim BVB abzeichnet, musste mit Borussia Dortmund am Samstag (12. November) das dritte Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg hinnehmen. Auf das 1:2 gegen den 1. FC Köln folgte das 1:1-Remis gegen Eintracht Frankfurt und nun die 1:5-Niederlage gegen den VfB Stuttgart.

In der Zwischenzeit spielte der BVB 1:1 gegen Lazio Rom und gewann mit 2:1 bei Zenit St. Petersburg in der Champions League – keine internationalen Übermächte.

Borussia Dortmund: Mats Hummels bemängelt beim BVB die fehlende geistige Frische

Nach der Pleite gegen den VfB Stuttgart, einem Aufsteiger, waren die Blicke ratlos bei Borussia Dortmund. Fünf Gegentore in einem Spiel, das gab es seit dem 0:5 am 6. April 2019 beim FC Bayern München nicht mehr.

Doch woran lag es, dass der BVB plötzlich gegen die Schwaben unterging? Mats Hummels (31) sagte unmittelbar nach dem Spiel im Interview bei Sky: „Es geht auch um geistige Frische, das ist nicht einfach gerade. Es geht um Automatismen, konzentriert zu sein und sinnvollen Fußball zu spielen.“

Giovanni Reyna (r.), kürzlich erst 18 Jahre alt geworden, erzielte ein Tor gegen den VfB Stuttgart. Aber auch ihm fehlte die Frische beim BVB.

Tatsächlich fehlte Borussia Dortmund die Frische, die Spritzigkeit. Bereits in der ersten Halbzeit öffnete der BVB zu sehr die Räume in der Defensive, die Zweikampf-Bereitschaft fehlte nahezu komplett.

Die Offensive des VfB Stuttgart spazierte mehrmals mühelos durch die Verteidigung der Schwarz-Gelben. Ein Sinnbild für die erste Hälfte: Torwart Roman Bürki (30) war der beste Mann auf dem Feld, wie auch die Einzelkritik des BVB gegen den VfB Stuttgart beweist.

Borussia Dortmund: Die jungen Spieler waren beim BVB allesamt platt

Der BVB ging vor allem in der zweiten Halbzeit auf dem Zahnfleisch. Gerade die jüngeren Spieler hatten enorme Probleme. Allen voran Jude Bellingham (17), der nach 64 Minuten ausgewechselt wurde. Er kam in der zweiten Halbzeit hinter den schnellen Stuttgartern Silas Wamangituka (21) und Tanguy Coulibaly (19) überhaupt nicht mehr hinterher.

Aber auch anderen jungen Spieler wirkten platt: Jadon Sancho (20) machte keine großen Wege mehr, Giovanni Reyna (17) blieb mit Ausnahme seines Tores eher blass. Mateu Morey (20), der in dieser Saison noch fast gar keine Spielpraxis bekam und gegen Zenit St. Petersburg wegen muskulärer Probleme fehlte, hatte auch enorme Probleme in der Rückwärtsbewegung gegen den konternden VfB.

Insbesondere der Kampf ums Weiterkommen in der Champions League hat dem BVB in den vergangenen Wochen „viel, viel Energie“ gekostet, wie es Trainer Lucien Favre nach dem Spiel in Russland ausdrückte. Die Quittung bekommt Borussia Dortmund nun in der Bundesliga.

Borussia Dortmund: Marco Reus bemängelt die fehlende Aggressivität beim BVB

BVB-Kapitän Marco Reus (31) analysierte nach der Partie bei Sky: „Stuttgart war uns in allen Belangen überlegen. Bei uns ist es so, wenn wir nicht aggressiv sind, dann laufen wir dem Ball hinterher. Wir sind keine Mannschaft, die gut verteidigen kann.“ Die fehlende Aggressivität lässt sich auch mit der Müdigkeit begründen.

Schließlich absolvierte Borussia Dortmund aufgrund der Dichte des Spielplans seit September bereits 19 Partien. Ein Pensum, dem gerade die jungen Spieler Tribut zollen müssen.

Video: BVB-Trainer Lucien Favre spricht auf der Pressekonferenz über das Stuttgart-Spiel

Jude Bellingham absolvierte erst eine Profi-Saison und hatte nach seinem Wechsel von Birmingham zum BVB nahezu keine Pause. Stieg er doch nach dem letzten Spiel in England am 22. Juli nach 41 Partien in der gesamten Spielzeit direkt am 3. August ins Training von Borussia Dortmund ein.

Giovanni Reyna absolvierte ebenfalls erst seine erste komplette Saison als Stammkraft beim BVB. Jadon Sancho befindet sich seit dem Sommer in einem Tief. Trainer Lucien Favre mahnte stets, dass eine Rotation notwendig sei. Und natürlich macht sich das Fehlen von Erling Haaland (20), der seine Reha in Katar absolviert, bemerkbar.

Borussia Dortmund: Der BVB geht im Vergleich mit RB Leipzig und dem FC Bayern unter

TV-Experte Dietmar Hamann (47) sieht die fehlende Frische bei Borussia Dortmund aber nur als „Alibi“. „Bayern und Leipzig hatten noch eine kürzere Pause, meckern aber nicht“, so der Ex-Profi. Tatsächlich sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann (33) vor dem Champions-League-Spiel gegen Manchester United am Dienstag (8. Dezember): „Wir jammern nicht herum. Du musst den Spielern die Müdigkeit nicht einreden, sondern, dass sie Maschinen sind. Und das sind sie auch.“

Zumindest sollten der BVB und sein Trainer Lucien Favre eine schnelle Lösung gegen die fehlende Frische finden. Denn am Dienstag (15. Dezember) wartet bereits Werder Bremen in der Bundesliga auf Borussia Dortmund.

Borussia Dortmund: Marco Reus warnt BVB vor den nächsten Spielen vor einem Einbruch

Dann sind wieder alle Spieler gefordert – auch die jungen Akteure. Aktuell herrscht beim BVB aber die große Ratlosigkeit, wie die Ruhr Nachrichten berichten.

Oder wie es Kapitän Marco Reus ausdrückte: „Wir müssen darüber reden, wie wir die nächsten Spiele bestreiten wollen. Wenn wir sie so bestreiten, dann holen wir nichts mehr.“