Verlängerung oder Wechsel

BVB-Verträge laufen aus: Wer bleibt und wer geht

Der BVB steckt mitten im Umbruch. Reus, Hummels, Modeste, Guerreiro und Moukoko: Die Verträge einiger Stars laufen aus. RUHR24 blickt auf die Tendenz.

Dortmund – Borussia Dortmund bezahlt nach dem FC Bayern München die zweithöchsten Gehälter in der Bundesliga, steht in der Bundesliga aber nur auf Platz 6. Sportlich wie finanziell steckt der BVB mitten im Umbruch.

Acht BVB-Verträge laufen aus: Das passiert mit Reus, Hummels und Modeste

Die sportliche Leitung kündigte zuletzt an, die Gehälter der BVB-Stars künftig stärker an Erfolge knüpfen zu wollen. Heißt: weniger Fix-Gehalt, mehr erfolgsabhängige Boni. Acht Profis haben derzeit einen auslaufenden Vertrag. Zum 1. Juli 2023 könnten sie ablösefrei den Verein wechseln. Wer bleibt, wer geht? RUHR24 blickt auf die aktuelle Tendenz.

Marco Reus: Schon wieder hat Marco Reus verletzungsbedingt ein großes Turnier verpasst. Statt zur WM in Katar mit dem DFB-Team ging es mit dem BVB-Tross auf Asien-Tour. Zum Rückrunden-Start am 22. Januar will er seine Sprunggelenksprobleme auskuriert haben und noch einmal angreifen.

Die Verträge von einigen BVB-Stars laufen im Sommer aus.

BVB-Verträge: Verlängerung von Marco Reus ist wahrscheinlich

Wenn sein Vertrag im Sommer ausläuft, ist der Dortmunder Kapitän 34 Jahre alt. Er selbst hat seine Wünsche in den vergangenen Wochen und Monaten schon kund getan. Diese Wünsche sind klar definiert. BVB-Topverdiener Marco Reus will seinen Vertrag verlängern. Und seine Karriere bei seinem Herzensverein beenden. Beim Gehalt (derzeit 12 Millionen Euro) wird er Abstriche machen müssen. Tendenz: Er bleibt bei Borussia Dortmund.

Mats Hummels: Dass Bundestrainer Hansi Flick ihn nicht für den WM-Kader nominierte, enttäuschte Hummels massiv. Schließlich war er doch der stabilste BVB-Innenverteidiger. Weil nur seine jüngeren Kollegen Nico Schlotterbeck und Niklas Süle mit nach Katar reisen durften, denkt Hummels – wird im Dezember 34 Jahre alt – über ein Ende seiner DFB-Karriere nach.

BVB-Verträge: Auch bei Mats Hummels geht die Tendenz zum Verbleib

Hieße: Volle Konzentration auf den Verein, wo weiterhin auf ihn gesetzt wird. Die Parallelen zur Situation von Marco Reus sind unverkennbar. Tendenz: Auch der Abwehr-Routinier verlängert seinen Vertrag. Denkbar ist ein Einjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr.

Anthony Modeste: Über 10 Millionen Euro kostet den BVB das Transfer-Paket aus Gehalt für Anthony Modeste (6 Millionen Euro) und Ablöse für den 1. FC Köln (Minimum 5 Millionen Euro, weitere Boni möglich) für ein Jahr. Herumgekommen sind für den verhinderten Haller-Ersatz bisher zwei Tore in 20 Spielen.

BVB-Verträge: Anthony Modeste nach einem Jahr wieder vor dem Abschied

Zu allem Überfluss musste er sich einer Operation an der Leiste unterziehen. Folgt zur Rückrunde keine komplette Kehrtwende, wird der 34-jährige Mittelstürmer ein teures Missverständnis bleiben. Tendenz: Abschied im Sommer.

Raphael Guerreiro: Der portugiesische Linksverteidiger ist einer der besten Fußballer im Kader. Von seinen Kabinettstückchen im Training schwärmen die BVB-Kollegen regelmäßig. Guerreiro und seine Familie sind glücklich in Dortmund, würden gerne bleiben. Die Bosse zögern aus zwei Gründen.

BVB-Verträge: Zukunft von Raphael Guerreiro ist noch offen

Erstens: Der 28-Jährige neigt zu Muskelverletzungen. In vier Jahren verpasste er deshalb über 40 Spiele. Zweitens: Die Defensivarbeit ist seine Sache nicht, Fußball-Feingeist Guerreiro zaubert lieber anstatt zu rennen und zu grätschen. Interesse an einer Verpflichtung wird unter anderem Leeds United und West Ham nachgesagt. Gleichzeitig wird Gladbachs Ramy Bensebaini in Dortmund heiß gehandelt. Wie Guerreiro wäre dieser im Sommer ablösefrei. Tendenz: offen.

Der Vertrag von Raphael Guerreiro läuft aus. Ramy Bensebaini wird als Nachfolger gehandelt.

Felix Passlack: Im Jahr 2013 kam Felix Passlack nach Dortmund. Etwa zehn Jahre später könnte der gemeinsame Weg endgültig beendet sein. Schon im Sommer dieses Jahres gab es Kontakt zu einem griechischen Klub, wie Felix Passlack kürzlich der WAZ verriet. Damals scheiterte ein Wechsel kurz vor Transfer-Schluss.

BVB-Verträge: Felix Passlack vor Abschied – Winter-Transfer möglich

Schon im Winter könnte wieder Bewegung in die Personalie kommen. „Im Fußball geht es ja schnell“, sagt Felix Passlack. Ob er auch am Saisonende noch beim BVB spielt? „Das ist schwierig zu sagen.“ Bei einem entsprechenden Angebot gibt es eine klare Tendenz: Abschied im Winter, andernfalls ablösefreier Abschied im Sommer.

Mahmoud Dahoud: Der 26-jährige Mittelfeldspieler sollte eigentlich schon im Sommer seinen Vertrag verlängern. Gespräche waren geplant, haben aber bis zum August noch nicht stattgefunden. Dann verletzte Dahoud sich an der Schulter, musste operiert werden. Eine Verletzung zur Unzeit.

BVB-Verträge: Verletzung warf Mahmoud Dahoud zurück – Zukunft noch unklar

In der Rückrunde will er noch einmal angreifen und sich spätestens dann für eine Verlängerung seines Vertrages empfehlen. Schon zum Auftakt gegen den FC Augsburg am 22. Januar könnte Dahoud wieder dabei sein. Er selbst will bleiben, obwohl es Interessenten aus dem europäischen Ausland geben soll. Trainer Edin Terzic betont stets das enge Verhältnis zu seinem Schützling. Wie sich der BVB entscheidet, ist aber noch offen. Tendenz: Ein Verbleib ist etwas wahrscheinlicher als ein Abschied.

Mo Dahoud will beim BVB verlängern.

Youssoufa Moukoko: Die Position des BVB ist bekannt. Der Verein will unbedingt verlängern. Moukoko ist am 20. November volljährig geworden und kann jetzt selbst die Unterschrift unter einen neuen Vertrag setzen. Aber: Der WM-Debütant pokert noch. Auch die Gehaltsfrage soll ein Thema sein. Anderswo könnte er mehr Geld verdienen.

BVB-Verträge: Youssoufa Moukoko tendiert zu Verlängerung – Unbehaun kann gehen

Entscheidend wird sein, wie wichtig Moukoko jetzt schon die eine oder andere Million mehr ist. Beim BVB genoss er zwei Jahre lang Welpenschutz, Eingewöhnungszeit in der Bundesliga wurde ihm gewährt. Jetzt ist er Stammspieler, Ziehvater Edin Terzic verzeiht ihm Fehler. Derartiges Vertrauen wird ihm bei noch größeren Klubs nicht zuteil. Auf internationalem Top-Niveau ist er bei allem erkennbarem Talent noch nicht. Tendenz: Er kommt zur Einsicht, dass ihm ein paar weitere Jahre in Dortmund guttun.

Luca Unbehaun: Der 21-jährige Torwart besitzt zwar einen Profi-Vertrag, stand aber während der laufenden Saison noch kein einziges Mal im Bundesliga-Kader des BVB. Bei der U23 spielt normalerweise Hertha-Neuzugang Marcel Lotka (10 Spiele, 9 Gegentore). Deshalb hat Unbehaun auch in der 3. Liga nur 6 Spiele bestritten (13 Gegentore). Laut Ruhr Nachrichten (Bezahlartikel) dürfte er sich im kommenden Sommer einen neuen Verein suchen. Tendenz: Abschied.

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