Nach Vorfall in Gladbach

BVB-Ultras schießen gegen den DFB - Spielabbruch gegen Freiburg drohte

Die BVB-Ultras kritisierten den DFB beim Heimspiel gegen den SC Freiburg.
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Die BVB-Ultras kritisierten den DFB beim Heimspiel gegen den SC Freiburg.

BVB-Ultras haben am vergangenen Samstag im Spiel gegen den SC Freiburg gegen den DFB und Dietmar Hopp geschossen. Es drohte sogar ein Spielabbruch.

  • Die BVB-Fans auf der Südtribüne zeigten zu Spielbeginn mehrere Banner.
  • Auf diesen wurde deutliche Kritik am Verhalten des DFB geübt.
  • Neben der Gästeblock-Sperre in Hoffenheim ging es auch um einen Vorfall in Gladbach.

Dortmund – Im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim provozierten Gladbach-Ultras mit einem Fadenkreuz-Plakat von Dietmar Hopp (73). Es folgte eine öffentliche Debatte, in der dieser Vorfall mit dem Anschlag in Hanau in Verbindung gebracht wurde. Das war nicht für alle nachvollziehbar. Nun greifen BVB-Fans - die Premier League will eine Stimmung wie auf der Südtribüne in Dortmund - den Vorfall auf.

BVB-Ultras kritisieren DFB für Umgang mit Vorfall in Gladbach

Die Fans des BVB, dessen Partie gegen PSG wegen des Coronavirus von der Absage bedroht ist, und Dietmar Hopp, das ist schon seit einigen Jahren eine schwierige Beziehung. Nach den erneuten Schmähungen im Auswärtsspiel kurz vor Weihnachten belegte der Deutsche Fußball Bund (DFB) die Schwarz-Gelben gerade erst mit einer zweijährigen Gästeblock-Sperre. 

Nun meldeten sich die BVB-Ultras erneut in einer Causa zu Wort, die den Mäzen der TSG Hoffenheim betrifft. Zu Beginn des Bundesliga-Spiels des BVB gegen den SC Freiburg zeigte die Südtribüne ein Spruchband mit der Aufschrift: "Wer die Toten von Hanau missbraucht, um die Fankurven mundtot zu machen, der beweist mehr Anstandslosigkeit als jedes Fadenkreuz." Später kamen im Stadion Schmähgesänge auf, der Schiedsrichter drohte gar, die Partie abzubrechen.

Ein Spruchband der BVB-Fans auf der Südtribüne sorgt für Aufregung.

Wie beim BVB: Gladbach-Fans zeigen Fadenkreuz-Plakat von Dietmar Hopp

Hintergrund für diese Statements ist ein Vorfall vom vergangenen Wochenende. Dort hatten Ultras in der Nordkurve von Borussia Mönchengladbach ein Fadenkreuz-Plakat mit dem Konterfei von Dietmar Hopp gezeigt. 

Anschließend gab es heftige Kritik seitens der TSG Hoffenheim und dem DFB. Schiedsrichter Felix Brych (44) hatte die Partie sogar kurzzeitig unterbrochen. Ein Ermittlungsverfahren gegen den Bundesligisten wurde eingeleitet.

Schmähung gegen Dietmar Hopp wird mit Hanau-Anschlag in Verbindung gebracht

Nur wenige Tage nach dem rechtsextremen Anschlag in Hanau stellten viele Beobachter einen direkten Zusammenhang zwischen der Schmähung gegen Dietmar Hopp und diesem Vorfall her. 

DFB-Vizepräsident Rainer Koch (61) dankte Felix Brych (44) auf seiner Facebook-Seite und ergänzte es mit der Aussage, dass "endlich Schluss sein (müsse) mit menschenverachtenden Gewaltaufrufen".

Bei BVB-Heimspiel gegen Freiburg: Südtribüne mit erneuten Beleidigungen

Wie dem BVB (die Einzelkritik und Noten nach dem Zittersieg gegen den SC Freiburg) droht nun auch den Gladbach-Fans eine harte Bestrafung. Sogenannte Kollektivstrafen hatte der DFB ursprünglich abschafft, nur um sie nun doch wieder zu verhängen. Auch dazu hatte die Südtribüne eine klare Meinung: "Keine Kollektivstrafen mehr? Wie oft wollt ihr euer Wort noch brechen? Scheiß DFB!", machten die Ultras laut Westfälischer Anzeiger auch bei diesem Umstand ihrem Unmut Luft.

Kurz nach Wiederbeginn gab es dann auch beim BVB-Heimspiel wieder Schmähungen gegen Dietmar Hopp. Schiedsrichter Robert Hartmann unterbrach die Partie. Daraufhin gab es eine Stationdurchsage: "Wir dürfen euch sehr eindringlich bitten, eure Schmähgesänge einzustellen. Ansonsten hat der Schiedsrichter angedeutet, dass das Spiel abgebrochen werden kann". Die Fans der Südtribüne reagierten mit gellenden Pfeifkonzert.