Kommentar

Steckt Neid dahinter? Uli Hoeneß schadet mit seinen Aussagen sich und dem FC Bayern mehr als dem BVB

Uli Hoeneß hat mit seiner Kritik am BVB für großes Aufsehen gesorgt.
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Uli Hoeneß hat mit seiner Kritik am BVB für großes Aufsehen gesorgt.

Mit seinen Aussagen hat Uli Hoeneß sich und dem FCB mehr geschadet als Borussia Dortmund, findet RUHR24-Autor Kevin Mattes. Ein Kommentar.

  • Borussia Dortmund ist erneut zur Zielscheibe von Uli Hoeneß geworden. 
  • Der Ehrenpräsident kritisierte die Transferaktivitäten des BVB zuletzt scharf. 
  • Hinter den Aussagen könnte jedoch noch mehr stecken, meint RUHR24-Autor Kevin Mattes. 

Dortmund/München - Uli Hoeneß (68) hat es schon wieder getan. Aus dem nichts hat der Ehrenpräsident des FC Bayern einmal mehr gegen Borussia Dortmund gewettert. Die Verantwortlichen des BVB haben bereits auf die Kritik reagiert und gekontert. Doch eigentlich können die Dortmunder froh über die Pöbeleien des 68-Jährigen sein, meint RUHR24-Autor Kevin Mattes. 

Borussia Dortmund: Uli Hoeneß kritisiert Transferaktivitäten des BVB

"Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Club selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird. Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein?"

Mit diesen Worten griff Uli Hoeneß nicht nur die Führungsriege des Klubs an, sondern schoss gleich gegen den gesamten Klub. Doch warum provoziert der Weltmeister von 1974 den ärgsten Rivalen so heftig und was steckt hinter den Aussagen

Uli Hoeneß zerstört die Versöhnungsversuche zwischen BVB und FCB

Vermutlich ist es eine Mischung aus Unsicherheit, fehlender Aufmerksamkeit und einem Funken Angst. Rationale Gründe für die Sticheleien gibt es keine. Der FC Bayern hat in diesem Jahr erneut souverän das Double eingefahren und konnte den Status der besten Mannschaft Deutschlands untermauern. Der BVB gratulierte fair. 

Hans-Joachim Watzke (61) und Karl-Heinz Rummenige (64) pflegen zudem seit Jahren eine fast freundschaftliche Beziehung, die auch für eine Entspannung zwischen den Klubs sorgen sollte. Doch die Rechnung machte der FCB-Boss ohne seinen langjährigen Partner Uli Hoeneß

Das Verhältnis von Aki Watzke und Karl-Heinz Rummenige wird nach dem verbalen Scharmützel der Klubs auf die Probe gestellt. 

Uli Hoeneß: Bayern-Macher ist trotz Erfolgen womöglich neidisch auf Borussia Dortmund

Zum einen ist Uli Hoeneß, wenn es um sein Lebenswerk "FC Bayern" geht gern mal überemotional und schießt über das Ziel hinaus. Beweise gab es in der Vergangenheit zu Genüge, zuletzt auch auf der legendären Pressekonferenz, in der das Grundgesetz zitiert wurde. 

Zum anderen scheint ihn die derzeitige Situation trotz aller Erfolge zu wurmen. Der FCB ist Meister und Pokalsieger, das Champions  League- Viertelfinale zum Greifen nah. Doch in den Medien dreht sich derzeit fast alles um den BVB

BVB-Transfers von Jude Bellingham und Jadon Sancho sind Uli Hoeneß ein Dorn im Auge

Zunächst der Transfer von Jude Bellingham (16), der sich trotz des weniger lukrativem Gehalt für Borussia Dortmund und gegen den FC Bayern entschieden hat. Dann der Transferpoker um Jadon Sancho (20), der sich seiner Zeit auch für schwarz-gelb und gegen rot-weiß entschieden hat. 

In den Aussagen ist förmlich zu spüren, wie sehr es den 68-Jährigen ärgert, dass die europäischen Top-Talente nicht nach München, sondern in den Ruhrpott wechseln. Gleichzeitig scheint er sich etwas zu fürchten, dass der BVB, der in den letzten Jahren nicht nur wirtschaftlich herausragende Arbeit geleistet hat, auch sportlich näher an den Rekordmeister heranrückt. 

Uli Hoeneß wollte den BVB schon einmal "zerstören"

Ähnlich aufbrausend gegenüber dem BVB erlebte man Uli Hoeneß zuletzt nach dem Double-Sieg der Dortmunder im Jahr 2012. Damals kündigte er an, Borussia Dortmund (alle BVB-Texte bei RUHR24.de) "zerstören" zu wollen. In der Folge schnappten die Bayern den Schwarz-gelben mit Mario Götze (28), Mats Hummels (31) und Robert Lewandowski (31) die drei besten Spieler weg. 

Inzwischen macht der Klub jedoch seine Hausaufgaben und lässt seine Spieler eher ins Ausland als zum Konkurrent im Süden ziehen. Eine Tatsache die Uli Hoeneß wohl weniger schmeckt, da er so keinen Einfluss auf die Stärke des ärgsten Rivalen ausüben kann. Seine Kritik an Borussia Dortmund ist folglich als Kompliment für die Arbeit des Vereins aufzufassen. Gleichzeitig ist es der Versuch die Verantwortlichen zu verunsichern und bereits zu Beginn der Vorbereitung für Chaos zu sorgen. 

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.