TSG Hoffenheim in Dortmund zu Gast

Sebastian Rudy im Exklusiv-Interview: „Der BVB kann Deutscher Meister werden“

Sebastian Rudy von der TSG Hoffenheim rechnet mit einem unterhaltsamen Spiel beim BVB. Vorab ist er bei RUHR24 im Exklusiv-Interview.

Dortmund – Die Spiele zwischen Borussia Dortmund und der TSG Hoffenheim waren in den vergangenen Jahren immer torreich und unterhaltsam. Jetzt treffen beide Klubs am 3. Bundesliga-Spieltag aufeinander und eröffnen das Wochenende.

NameSebastian Rudy
Geboren28. Februar 1990 (Alter 31 Jahre), Villingen-Schwenningen
Größe1,80 Meter
EhepartnerinElena Rudy (verh. 2014)
KinderDavid Rudy, Raphael Rudy
ElternClaude Rudy, Nadja Rudy

BVB gegen TSG Hoffenheim: Sebastian Rudy im Exklusiv-Interview vor dem 3. Bundesliga-Spieltag

Vorab hat sich Sebastian Rudy von der TSG Hoffenheim Zeit für ein Exklusiv-Interview mit RUHR24 genommen. Der zentrale Mittelfeldspieler traut dem BVB die Deutsche Meisterschaft zu.

Außerdem spricht der 31-Jährige über seinen Ex-Klub Schalke 04, Erling Haaland und Jude Bellingham. Darüber hinaus wagt er eine Prognose für das Duell am Freitagabend (27. August).

BVB gegen TSG Hoffenheim: Sebastian Rudy ist zum zweiten Mal Vater geworden

Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch, Sebastian.
Wofür?
Zur Geburt des zweiten Kindes.
Vielen Dank (lächelt).
Dürfen wir den Namen erfahren?
Ja klar: Raphael.
Wir könnten vermutlich auch noch zwei weitere Gründe für Glückwünsche anführen, oder?
Welche?
Sebastian Rudy (l.) und die TSG Hoffenheim sind am 3. Bundesliga-Spieltag beim BVB zu Gast.

BVB gegen TSG Hoffenheim: Sebastian Rudy ist von der Entwicklung beim FC Schalke 04 überrascht

Zum Vertrag bei der TSG und dem Saisonstart.
Dankeschön. Das erste Spiel war vom Ergebnis her deutlich, aber ich glaube, dass es zum Ende hin etwas zu hoch war (4:0-Sieg beim FC Augsburg, Anm. d. Red.). Wir nehmen das natürlich gerne mit, keine Frage. Das zweite Spiel hätten wir natürlich gerne gewonnen (2:2 gegen Union Berlin, Anm. d. Red.). Die erste Halbzeit war sehr gut, in der zweiten haben wir ein bisschen nachgelassen, wodurch wir den Gegner leider haben kommen lassen und nur einen Punkt mitgenommen haben. Ich denke unter dem Strich können wir mit dem Unentschieden in dieser frühen Phase der Saison zufrieden sein.
Lass uns chronologisch vorgehen. Warst du irritiert darüber, dass Rouven Schröder über deine Abwesenheit zum Trainingsstart auf Schalke überrascht war und das öffentlich kundgetan hat?
Es wurde damals so kommuniziert, auch von meiner Seite aus, von daher war es in Ordnung so.
Wie früh hast du gemerkt, dass es mit Schalke nicht passt?
Das habe nicht nur ich gemerkt. Ich bin insgesamt froh, dass es sich jetzt am Ende dahingehend entwickelt hat, dass ich langfristig hier bei Hoffenheim bin.
Du kanntest trotz der Leihgeschäfte zur TSG aus dem Training und den Testspielen die Mannschaft und die handelnden Personen beim S04. Warst du von der krassen Negativspirale überrascht?
Sehr sogar. Jeder hat gesehen, dass die Spieler, die dort waren, sehr hohe Qualitäten haben. Auch für mich, als ich noch dort trainiert habe, war das offensichtlich. Aber irgendwie hat man es nicht auf den Platz bekommen und die Punkte eingefahren, die nötig gewesen wären.
Nach der dortigen Vertragsauflösung ging es zurück zu Hoffenheim. Kannst du in Worte fassen, wie glücklich du über das Angebot eines langfristigen Vertrags bei der TSG warst?
Das hat man mir vermutlich auch angesehen, dass ich einfach glücklich darüber war, wieder nach Hause gekommen zu sein, in die Heimat, in die gewohnte Umgebung, in der ich mich schon zuvor jahrelang wohlgefühlt habe. Für mich war es der absolut richtige Schritt und meine Familie und ich sind überglücklich.
Du hattest vor der Saison angekündigt, Stammspieler zu werden und bist es aktuell auch. Wie bewertest du den Saisonstart der Mannschaft und deinen persönlich? 
In den ersten zwei Spielen haben wir als Mannschaft schon viel von dem gezeigt, was uns in der Saison auszeichnen kann. Wir standen relativ gut in der Verteidigung, hatten viele Torchancen und waren spielfreudig. Ich glaube, dass wir das durchziehen müssen. Meine eigene Leistung war, glaube ich, für den Anfang auch ganz ordentlich. Klar gab es Phasen, in denen ich noch besser werden kann. Aber die Saison ist ja noch lang und ich muss mir ja auch noch etwas aufsparen (lächelt).
Sebastian Rudy (l.) zeigt sich vor dem Spiel beim BVB mit seiner Leistung und der der TSG Hoffenheim zum Saisonstart zufrieden.
Jetzt geht es gegen den BVB. Der hatte in den vergangenen Jahren immer eine gute Mannschaft, trotzdem saht ihr oft gut gegen ihn aus. Was ist das Geheimnis?
Das ist eine gute Frage. Wenn ich das wüsste... (lacht). Gegen den BVB sind es immer sehr interessante Spiele, die immer viel Spaß machen. Es ist von beiden Seiten immer eher offensiv geprägt und dann geht es teilweise hin und her, was das Spiel so interessant macht. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf Freitagabend.
Marco Rose bei Gladbach lag euch auch durchaus. Wie groß ist die Chance, den BVB-Start in die Saison zu vermasseln?
Ich glaube, in der Vergangenheit waren es immer sehr, sehr enge Spiele. Selbst, wenn das Ergebnis mal anders aussah. Vermutlich werden wir wieder ein sehr gutes, intensives und enges Spiel sehen, das wir hoffentlich zu unseren Gunsten entscheiden können. Aber bis dahin liegt noch viel Arbeit und ein leidenschaftlicher Auftritt vor uns.

BVB gegen TSG Hoffenheim: Sebastian Rudy sieht Meister-Chancen für Borussia Dortmund

Der SC Freiburg hat Erling Haaland ausbremsen können. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das zweimal gegen ihn in Folge gelingt?
Gute Frage. Die Qualität von ihm muss man nicht noch einmal beschreiben. Die ganze Mannschaft, ganz gleich, wer spielt, ist eine gute Truppe, mit der der BVB meiner Meinung nach Meister werden kann. Gegen den FC Bayern im Supercup war es ein sehr gutes Spiel, das auch anders hätte ausgehen können. In Freiburg waren sie vielleicht etwas schwächer, obwohl sie immer noch auf einem Top-Niveau waren. Wir müssen schauen, dem BVB die Qualität zu nehmen und unsere auf den Platz zu bringen.
Ist Andrej Kramaric auf einer Stufe mit ihm, besser oder ist Erling Haaland einfach noch einmal eine Stufe höher anzusiedeln?
Es sind zwei völlig unterschiedliche Spieler. Beide sind Stürmer, aber sie haben unterschiedliche Qualitäten. Wenn ich Andrej so sehe – selbst, wenn er mal nicht trifft, legt er eines vor und er hat jetzt schon in zwei Spielen vier Tore aufgelegt. Das spricht für ihn als Spielmacher und nicht nur als Vollstrecker. Es ist immer schön, so einen Spieler in seinen Reihen zu haben.
Du triffst womöglich öfter im Mittelfeld auf Jude Bellingham, der mit 18 Jahren schon 50 Spiele für den BVB absolviert hat. Gegen Sebastian Rudy hat er aber keine Chance, weil …
(lacht) So etwas mache ich ungern. Ich kümmere mich lieber um das, was dann auf dem Feld passiert. Im Vorfeld spreche ich nicht gerne über so etwas und freue mich einfach auf das Duell und dann schauen wir mal, wer als Sieger vom Platz geht.
Wie siehst du Jude Bellingham denn, der auf einer ähnlichen Position wie du spielst?
Er ist sein sehr guter, intelligenter Spieler, der meiner Meinung nach sehr gut die Räume für die Mitspieler sieht und dann auch gerne selbst in die Tiefe startet. Im 16-Meter-Raum ist er sehr präsent und hat auch dort seine Qualitäten.
Sebastian Rudy (l.) von der TSG Hoffenheim sieht für den BVB gute Chancen auf die Deutsche Meisterschaft.
Du hast vor der Saison gesagt, dass ihr den Mund nicht zu voll nehmen und nicht von Europa reden solltet. Im DFB-Pokal willst du über das Viertelfinale hinaus. Was würdest du als erfolgreiche Saison bewerten?
Erst einmal mehr Punkte zu sammeln als in der Saison zuvor. Das muss das Ziel sein, da die vergangene Saison nicht ganz so gut von uns war. Das wollen wir übertrumpfen. Dafür muss jeder Einzelne eine bessere Leistung zeigen. In dem Punkt sind wir gut gestartet und den guten Weg müssen wir jetzt kontinuierlich bis zum Schluss fortführen und nicht nachlassen.
Wie geht das Spiel gegen den BVB aus?
Sehr gute Frage, das wüsste ich auch gerne (lacht). Ich glaube, dass es intensiv wird und, dass es ein gutes Spiel wird, auf das wir uns alle freuen können.

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