Bild: BVB

An nur zwei Tagen gab der BVB in dieser Woche gleich drei Transfers bekannt. Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz wechseln für jeweils 25 Millionen Euro nach Dortmund. Damit startet der BVB eine neue Offensive auf den FC Bayern, die sich nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz zeigt.

Der BVB war in dieser Saison so nah dran an der Meisterschaft, wie schon lange nicht mehr. Dafür, dass es in der nächsten Saison nun funktioniert, investiert man einiges.

Watzke geht in die verbale Offensive

Dabei beschränkt man sich jedoch nicht nur auf den Transfermarkt. Im Rahmen einer Medienrunde am Dienstag ging BVB-Boss Watzke bereits verbal in die Offensive. Er nahm offen das Wort „Meisterschaft“ in den Mund. In der abgelaufenen Saison war den Verantwortlichen oft vorgeworfen worden, sie würden den Titelkampf zu zurückhaltend angehen.

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Nun also die Kehrtwende? „Borussia Dortmund soll dauerhaft die Bayern jagen“, sagt Watzke. Damit das gelingt nimmt der BVB ordentlich Geld in die Hand. Das wird auch von BVB-Kapitän Marco Reus gefordert.

Investitionen in die Offensive

Für jeweils 25 Millionen Euro kommen die beiden offensiven Mittelfeldspieler Julian Brandt und Thorgan Hazard. Einen ähnlichen Preis kostet der offensive Außenverteidiger Nico Schulz. Der Transfer des deutschen Nationalspielers Brandt ist dabei auch ein Transfer mit Signalwirkung.

Ob der BVB seine Offensive derweil mit Mario Mandzukic von Juventus Turin verstärkt, ist unklar. In einem Bild-Interview bezog Hans-Joachim Watzke Stellung zur Stürmersuche. Auf einen klassischen Stoßstürmer dürfen sich die Fans indes wohl nicht freuen.

Während Zorc und Watzke mit Delaney, Diallo oder Witsel im letzten Sommer hauptsächlich die Defensive stärkten, ist nun also die Offensive an der Reihe. Mit Hazard kommt der nach Sancho beste Dribbler der Bundesliga. Das bedeutet zwangsläufig auch, dass der üppig besetzte Kader der Borussia an einigen Stellen noch verkleinert wird. So wird bei Buzz09 und RUHR24 spekuliert, wer auf der Dortmunder Streichliste stehen soll.

Brandt und Schulz waren in der vergangenen Saison die Spieler, die die meisten Chancen eingeleitet haben. Jede Menge zusätzliche Qualität also für eine eh schon hochwertige Offensive. Und noch sind weitere Transfers beim BVB geplant. Kommt mit Marcus Thuram ein weiterer Offensivspieler hinzu?

Wohin mit der ganzen Qualität?

Das wirft zwangsläufig die Frage auf, wie und wo all diese offensiven Ausnahmespieler auf dem Platz auflaufen sollen. Favre gilt eher als konservativ agierender Trainer, der das Risiko scheut und im Zweifel auf die Defensive setzt. Dafür wurde der Schweizer zuletzt auch regelmäßig kritisiert.

Eine Möglichkeit wäre ein 4-1-4-1 System. Axel Witsel würde dabei hinter der offensiven Viererreihe mit Hazard, Brandt, Reus und Sancho die alleinige Absicherung stellen. Das verspricht zweifellos atemberaubenden Offensivfußball. Aber wäre diese Formation auch defensiv stabil? Und traut Favre sich dieses Risiko?

Das bleibt auf jeden Fall abzuwarten. Klar ist, dass nach den ganzen Zugängen auch ein paar Spieler den BVB verlassen müssen. Shinji Kagawa ist wohl einer davon, er liebäugelt mit einem Wechsel nach Spanien. Außerdem verlässt ein Talent den Verein, um auf Einsatzminuten zu kommen: Sergio Gómez zieht er per Leihe zu SD Huesca.

Der BVB muss mutiger werden

Watzke hat mit seinen Äußerungen den Anfang gemacht. Die Transfers in den letzten Tagen waren der letzte Schritt. Jetzt gilt es für den BVB, die Ankündigungen in die Tat umzusetzen.

Dazu gehört neben einer offensiveren Kommunikation nach Innen und nach Außen auch eine mutigere Spielweise auf dem Platz. Hier ist auch Lucien Favre gefragt das offensive Potenzial der Mannschaft auf den Rasen zu bringen.

Dem Offensivspektakel weichen wird Maximilian Philipp (25). Der 25-Jährige soll kurz vor einem Wechsel zum VfL Wolfsburg stehen.