Viel Arbeit für Sebastian Kehl

BVB-Transfers: Plan für 2022 ist auf den zweiten Blick noch komplizierter

Stand jetzt laufen sieben Verträge beim BVB im Sommer aus. Doch das wird noch nicht einmal die größte Aufgabe für den neuen Sportdirektor Sebastian Kehl sein.

Dortmund – Nach der laufenden Saison ist es so weit: Sebastian Kehl folgt auf Michael Zorc und wird neuer Sportdirektor des BVB. Damit endet bei Borussia Dortmund eine Ära. Denn Michael Zorc war als Spieler und im Management-Bereich 43 Jahre bei den Schwarz-Gelben tätig.

NameSebastian Walter Kehl
Geboren13. Februar 1980 (Alter 41 Jahre), Fulda
Größe1,88 Meter
EhepartnerinTina Krüger
Position als SpielerDefensives Mittelfeld

BVB: Transfer-Plan für 2022 auf zweiten Blick für Sportdirektor Sebastian Kehl viel komplizierter

Im Sommer 2022 hört Michael Zorc nach 17 Jahren als Sportdirektor der Westfalen auf und hinterlässt ein schwieriges Erbe. Nicht nur wegen des angenehmen Umgangs in einer aufgeheizten Branche und seiner Erfolge.

Nein, Sebastian Kehl steht als sein Nachfolger beim BVB gleich in seinem ersten Jahr als neuer Sportdirektor vor einem XXL-Berg an Aufgaben. Der Transfer-Plan für 2022 zeigt erst auf den zweiten Blick, wie kompliziert seine Aufgaben in Dortmund tatsächlich sein werden.

BVB-Transfer-Plan für 2022: Sieben Verträge laufen im Sommer aus

Zuallererst gilt es für den 41-Jährigen, der aktuell noch als Leiter der Lizenzspielerabteilung fungiert und parallel dazu in seine neuen Aufgaben eingearbeitet wird, das Offensichtliche zu erledigen. Bei sieben Spielern läuft der Vertrag im Sommer 2022 aus.

Nicht mitgezählt ist der Kontrakt von Marcel Schmelzer, der wegen seiner Verdienste rund um den BVB und nach einer schweren Verletzung sein Reha-Programm in Dortmund fortsetzen durfte. Darüber hinaus wird Sebastian Kehl unter anderem auch entscheiden müssen, ob und wenn ja, wie die Zusammenarbeit mit den unerfahrenen Profis Luca Unbehaun, Stefan Drljaca und Tobias Raschl fortgesetzt wird.

Sebastian Kehl (vorne) hat als Nachfolger von BVB-Sportdirektor Michael Zorc ein kompliziertes Transfer-Jahr 2022 vor sich.

BVB-Transfer-Plan für 2022: Reiner geht zurück zu Real Madrid und Pongracic zum VfL Wolfsburg

Klarer sieht es hingegen bei der Leihgabe von Real Madrid aus: Reinier. Sein Vater schoss schon wiederholt gegen den BVB. Das zweijährige Leihgeschäft endet im Sommer 2022 und alle Seiten dürften sich darüber einig sein, dieses nicht zu versuchen, zu verlängern.

Wenig überraschend dürfte es auch sein, wenn der BVB Leihgabe Marin Pongracic wieder nach Wolfsburg ziehen lässt. Der Abwehrspieler konnte trotz der Defensiv-Probleme im schwarz-gelben Verbund keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Angesichts dessen, dass sich der 24-Jährige in der kurzen Zeit sogar abseits des Platzes schon einen Ausrutscher erlaubt hat und die Kaufoption bei 12 Millionen Euro liegen soll, erscheint ein Abgang sehr wahrscheinlich.

BVB-Transfer-Plan für 2022: Axel Witsel vor dem Abgang und Zagadou vor Vertragsverlängerung

Axel Witsel steht schon länger im Visier anderer Top-Klubs. Sein Vertrag beim BVB läuft aus und seine Leistungen passen mittlerweile in Corona-Zeiten nicht mehr mit seinem hoch dotierten Millionen-Kontrakt bei Borussia Dortmund zusammen.

Bei Dan-Axel Zagadou wünscht sich BVB-Trainer Marco Rose eine Vertragsverlängerung. Zwar ist der immer noch junge Innenverteidiger erst gerade wieder von einer schweren Verletzung zurückgekehrt und sein Kontrakt läuft, Stand jetzt, am 30. Juni aus. Dennoch trauen die Verantwortlichen von Borussia Dortmund dem 22-Jährigen nach wie vor viel zu. Hier stehen die Vorzeichen auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.

BVB-Transfer-Plan: Neun Verträge laufen im Sommer 2023 aus

Komplizierter wird es für den BVB-Sportdirektor aber mit Blick auf das Jahr 2023. Satte neun Verträge laufen dann aus. Sebastian Kehl muss also im Sommer 2022 entscheiden, mit wem er verlängert – ansonsten kann nur noch dann eine angemessene Ablösesumme für jeden Einzelnen generiert werden.

Die zusätzliche Herausforderung: Bei den in 2023 auslaufenden Verträgen handelt es sich keineswegs um irgendwelche Talente. Betroffen sind die Profis Marco Reus, Mats Hummels, Marwin Hitz, Raphael Guerreiro, Manuel Akanji, Mahmoud Dahoud, Youssoufa Moukoko, Ansgar Knauff und Felix Passlack.

BVB-Transfer-Plan: Karim Adeymi und Denis Zakaria im Dortmund-Visier

Die Bewertung eines jeden Einzelnen könnte nicht schwieriger sein. Unbestritten dürfte sein, dass Sebastian Kehl beziehungsweise der BVB mit dem Großteil den Vertrag verlängern will.

Doch zum einen stellt sich die Frage, ob sich Borussia Dortmund auch jede Vertragsverlängerung leisten kann und zum anderen, ob nicht möglicherweise Leihgeschäfte für mehr Spielpraxis bei dem einen oder anderen mehr Sinn ergeben. Ganz nebenbei wird der amtierende Pokalsieger Geld in Neuzugänge investieren wollen und müssen.

Kandidaten dafür gibt es schon jetzt. Der Transfer von Karim Adeyemi zum BVB gilt als nahezu perfekt. Außerdem ist es gut möglich, dass Denis Zakaria von der Borussia aus Mönchengladbach zu der Borussia aus Dortmund wechselt. So oder so wird bei so viel Personal-Fragen schnell klar: Sebastian Kehl tritt ein schweres Erbe von Michael Zorc an.

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