Nico Schulz: Das sind Stärken und Schwächen des BVB-Neuzugangs

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Nico Schulz wechselt von der TSG Hoffenheim zum BVB. Foto: dpa

Nico Schulz wechselt nach übereinstimmenden Medienberichten aus Hoffenheim zum BVB. Diesen Spieler bekommt der BVB im Sommer.

Nico Schulz wird im Sommer von der TSG Hoffenheim zum BVB wechseln. Das berichteten heute mehrere Medien übereinstimmend. Damit hat Borussia Dortmund die Suche nach einem Linksverteidiger beendet. Wir stellen euch den zukünftigen Borussen genauer vor.

Für 3 Millionen Euro wechselte Nico Schulz 2017 aus Mönchengladbach nach Hoffenheim. Gemessen an den fast 30 Millionen, die er nun den BVB kosten soll, ist der Ursprungspreis ein Schnäppchen. Aber Schulz hat sich in diesen zwei Jahren enorm entwickelt.

Maßgeblichen Anteil daran dürfte einmal mehr Coach Julian Nagelsmann haben. Der junge Trainer hat den Ruf, Spieler besser zu machen. Das gelang ihm auch mit Schulz, als dieser aus Gladbach kam. In Gladbach arbeitete Schulz bereits mit dem jetzigen BVB-Coach Lucien Favre zusammen. Eine schwere Verletzung verhinderte damals mehr Einsätze unter dem Schweizer. Auch beim BVB erwischte Schulz einen schwierigen Saisonstart.

Die wiederum bekam er dann in Hoffenheim. 70 Spiele machte Schulz in zwei Jahren für die TSG. Davon auch jeweils fünf in der Champions League und fünf in der Europa League. Unter Nagelsmann entwickelte er sich zum absoluten Leistungsträger.

Nicht nur auf Vereinsebene sammelte der 26-Jährige dabei internationale Erfahrung. Dank seiner starken Leistungen in Hoffenheim wird Bundestrainer Löw auf Schulz aufmerksam. Im September 2018 gibt er gegen Peru sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft – und erzielt prompt den 2:1-Siegtreffer.

Fünf weitere Länderspiele kamen seitdem dazu, auch ein weiteres Tor gegen die Niederlande. Mittlerweile hat Nico Schulz sich auf der Position des Linksverteidigers im DFB-Team festgespielt.

Das passt zur neuen Philosophie der Schwarz-Gelben, die wieder mehr deutsche Nationalspieler in ihren Reihen haben wollen. Zuletzt traf dies nur auf Marco Reus zu. Zu wenig für die nationale Nummer 2 im Vereinsfußball.

Der stetige Drang in die Offensive ist eine der Stärken von Nico Schulz. In der Bundesliga legte er diese Saison fünf Tore auf – wären seine Mannschaftskameraden vor dem Tor nicht so verschwenderisch, wären es einige mehr geworden.

Bei seinen Vorstößen in die Offensive profitiert der gebürtige Berliner immer wieder von seinem enormen Tempo. Das ermöglicht es ihm, immer wieder hinter die gegnerischen Verteidiger zu kommen und von dort aus gefährliche Flanken und Pässe in den Strafraum zu schlagen.

Ein größeres Fragezeichen steht hinter der Defensivtauglichkeit des Nationalspielers. In Hoffenheim spielt er fast ausschließlich auf der linken Seite einer Fünferkette. Dadurch hat er defensiv eine zusätzliche Absicherung, was seinem sehr offensiven Spiel zugutekommt.

In Dortmund wird er voraussichtlich in einer Viererkette spielen. Dort sähe sich Schulz mit deutlich mehr Verantwortung in der Defensive konfrontiert.

Andererseits sind genau solche offensiven und schnellen Außenverteidiger die Spieler, die der BVB braucht, um auch defensiv stehende Gegner zu knacken. Ein Außenverteidiger-Duo aus Schulz und Hakimi beispielsweise würde wohl so manchem Verteidiger in der Bundesliga Alpträume bereiten.

Weniger erfreuliche Nachrichten gibt es derweil vom ehemaligen BVB-Spieler Ciro Immobile (29). Immobile soll Stammkunde in einem illegalen Wettbüro gewesen sein.