Talent von Real Madrid

Aus der Quarantäne zurück: Transfer-Flop will BVB trotzdem im Winter wieder verlassen

Sein Ruf eilt ihm voraus: Reinier wird in Brasilien immer wieder mit Legende Kaká verglichen. Davon hat er beim BVB noch nichts gezeigt – er durfte aber auch nicht.

Update, Dienstag (8. Dezember), 9.14 Uhr: Dortmund – Womöglich verlässt Reinier (18) den BVB bereits wieder im Winter. Doch zumindest kehrt die Leihgabe von Real Madrid nun wieder ins Training von Borussia Dortmund zurück. Seine Quarantäne nach dem positiven Coronavirus-Test ist beendet.

BVB-Trainer Lucien Favre (63) sagte auf der Pressekonferenz am Montag (7. Dezember) über den Brasilianer: „Er hat 14 Tage seine Quarantäne gemacht und ist zuhause geblieben. Er hat zuhause angefangen zu trainieren, aber zuhause kann man nicht viel machen. Heute Morgen hat er angefangen, ein wenig etwas am Fahrrad und draußen zu machen.“

Reinier (BVB): Einstieg ins Training bei Borussia Dortmund nach Quarantäne geplant

Ob Reinier in diesem Jahr noch einmal für Borussia Dortmund aufläuft, bleibt abzuwarten. Lucien Favre weckt keine allzu großen Hoffnungen darauf: „Es wird Zeit brauchen, bis er wieder fit ist. Wir werden sehen, wie es geht bei ihm und was er machen kann.“ Zunächst wird der Brasilianer noch alleine trainieren, aber ab Donnerstag (10. Oktober) soll der 18-Jährige wieder ins Training von Borussia Dortmund einsteigen.

Erstmeldung, Dienstag (1. Dezember), 12.51 Uhr: Unzufriedenheit. Die herrscht aktuell bei dem jungen Mittelfeldspieler Reinier (18). Aber nicht nur bei ihm. Auch Real Madrid und Borussia Dortmund haben sich mehr erhofft von der Leihe nach Deutschland.

SpielerReinier Jesus Carvalho (genannt: Reinier)
Geboren19. Januar 2002 (Alter 18 Jahre), Brasilia, Brasilien
Verein Borussia Dortmund (Leihe)
Größe1,85 Meter

Reinier beim BVB: Talent von Real Madrid unzufrieden mit Situation bei Borussia Dortmund

Reinier war einer der Namen, die beim BVB im Sommer unter den Neuzugängen immer wieder genannt wurden. Er passt auf den ersten Blick perfekt in das Anforderungsprofil von Borussia Dortmund. Brasilianer, jung, talentiert. Nicht ohne Grund hat Real Madrid 30 Millionen Euro für ihn ausgegeben.

Doch von der anfänglichen Transfer-Euphorie, von der auch Reinier vor seinem Start in Dortmund schwärmte, ist kaum noch was übrig. Der Brasilianer kommt beim BVB auf schlappe sieben Teileinsätze und insgesamt auf lediglich 104 Spielminuten. Alleine in der Bundesliga hatte er nur drei Einsätze. Dreimal war er ohne Spielbeteiligung im Kader.

Reinier ohne Einsatz bei Borussia Dortmund: BVB-Leihe mit dem Coronavirus infiziert

Gegen den FC Bayern München und Hertha BSC wurde er gar nicht erst nominiert. Auch bei der peinlichen 1:2-Pleite des BVB gegen den 1. FC Köln wurde der 18-Jährige nicht berücksichtigt. Das lag allerdings unter anderem daran, dass der Brasilianer nach der Länderspielreise positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wie die Ruhr Nachrichten berichteten.

Viele erhofften sich von dem Transfer von Reinier eine ähnliche Entwicklung wie bei Achraf Hakimi. Er war ebenfalls ausgeliehen von Real Madrid und hat beim BVB das nächste, vielleicht sogar das übernächste Level erreicht. Er war gesetzt und fast unersetzlich.

BVB: Lose-Lose-Lose-Situation für Reinier, Borussia Dortmund und Real Madrid

Nicht nur deshalb waren die Erwartungen bei Reinier groß. Sie wurden – stand heute – allerdings nicht erfüllt.

Die Lage mit dem 18-Jährigen ist dabei vertrackt. Bislang ist es eine Lose-Lose-Lose-Situation. Weder der Spieler noch die Klubs um Real Madrid und den BVB können bei der sehr mauen Ausbeute an Spielpraxis nicht zufrieden sein.

Reinier chancenlos beim BVB: Starke Konkurrenz im Kader von Borussia Dortmund

Real Madrid sieht ungern zu, wie eines ihrer Talente in dessen Entwicklung stagniert. Und der BVB hat scheinbar im Augenblick keinen Bedarf, ihn mehr oder überhaupt einzusetzen.

Neuzugang Reinier will das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen, sollte sich an seiner Lage beim BVB nichts ändern.

Zu breit und zu qualitativ hochwertig ist aktuell der Kader von Borussia Dortmund besetzt. Und die Lage wird für Reinier im offensiven Mittelfeld nicht entspannter.

Reinier (BVB): Youssoufa Moukoko debütiert bei Borussia Dortmund

Mit Youssoufa Moukoko (16) ist die Konkurrenz-Situation für Reinier noch größer geworden. Und im Augenblick setzt Trainer Lucien Favre (63) eher auf das 16-jährige BVB-Wunderkind Moukoko, das in Berlin sein Bundesliga-Debüt feierte, als auf das brasilianische Talent.

Der spanischen Sportzeitung As zufolge könnte das Thema Reinier in den kommenden Wochen eine Wende nehmen. Sollte sich dessen Situation beim BVB nicht verbessern, wolle der Youngster das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen, heißt es. Ein frühzeitiges Ende des Vertrags, der bis Sommer 2022 gültig ist, steht im Raum. Dafür müssten alle Vertragspartner zustimmen.

Reinier beim BVB: Ein Ende der Leihe von Real Madrid in Sicht

Vielleicht wäre es für alle Parteien das Beste. Der BVB könnte einen Spieler, für den Lucien Favre scheinbar ohnehin keine Verwendung hat, von der Gehaltsliste streichen. Und Reinier kann sich gemeinsam mit Real Madrid eine Alternative überlegen.

Anstelle des geplanten nächsten Karrieresprungs in der Bundesliga spielt Reinier nur die zweite Geige im Dortmunder Star-Ensemble. Aktuell ist keiner zufrieden. Aber das haben Lose-Lose-Lose Situationen so an sich.

Rubriklistenbild: © Noah Wedel/Kirchner