Dortmund bleibt vorsichtig

Trotz klarer Transfer-Ansage: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke lässt eine Hintertür offen

Die Finanzen sehen beim BVB nicht rosig aus – aber immerhin etwas rosiger als erwartet. Jetzt verriet Hans-Joachim Watzke, wie sich das auf die Transfer-Politik auswirkt.

Dortmund – Auch Borussia Dortmund ist von der Corona-Pandemie stark gebeutelt. Bei der Bilanz-Pressekonferenzen gaben BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Finanz-Chef Thomas Treß Einblicke in die Finanzen. Doch der Geschäftsführer verriet auch, wie es an der Transfer-Front bei den Schwarz-Gelben aussieht.

PersonHans-Joachim Watzke
Geboren21. Juni 1959 (Alter 62 Jahre), Marsberg
Aktueller VereinBorussia Dortmund

BVB: Hans-Joachim Watzke verrät Details zum Transfer-Plan – Borussia Dortmund mit dickem Corona-Minus

Insgesamt verzeichnet Borussia Dortmund einen Verlust von 72,8 Millionen Euro, der BVB musste sogar ein Mega-Kredit aufnehmen. Was einen zuerst schlucken lässt, relativiert Hans-Joachim Watzke schnell, schließlich habe man schon früh ein Minus von 75 Millionen prognostiziert: „Wir hatten immer das Gefühl, dass wir Herr des Verfahrens sind“, so der Geschäftsführer.

Corona sei schon eine herausfordernde Geschichte: Beim BVB wurden 343 Millionen Euro Umsatzerlöse erzielt – ein Minus von 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wobei Transfers dabei nicht inkludiert seien.

BVB-Boss Watzke über Transfers: Puffer durch Verkauf von Jadon Sancho und Leonardo Balerdi

Doch natürlich hängen auch diese mit den Finanzen von Borussia Dortmund eng zusammen. Der erste Coup aus finanzieller Sicht war sicherlich der Transfer von Jadon Sancho. Der Brite ist für 85 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt. Der zweite Erfolg ist Leonardo Balerdi, der für 11 Millionen Ablöse zu Olympique Marseille gewechselt ist.

Im Gegenzug verpflichtete der BVB Donyell Malen von PSV Eindhoven für rund 30 Millionen Euro. Außerdem holten sie auch noch Torwart Gregor Kobel für rund 15 Millionen Euro. Das sind wohl die vier namhaftesten Transfers aus Dortmunder Sicht.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke macht eine klare Transfer-Ansage. Eine Ausnahme gibt es jedoch.

Borussia Dortmund: BVB-Boss Hans Joachim Watzke wird deutlich beim Transfer-Fahrplan

Mit dieser Gegenrechnung ist Hans-Joachim Watzke offenbar zufrieden: „Die komplette Saison ist durchfinanziert. Das bedachtere System bei Borussia Dortmund hat sich bezahlt gemacht. Wir haben mit der Transferpolitik zusätzliche Liquidität geschaffen - ein Lob an Michael Zorc. Wir haben einen Puffer. Und den brauchen wir auch, weil wir nicht genau wissen, wie es weitergeht.“

Auch gab der Geschäftsführer des BVB Einblicke in den weiteren Transfer-Plan: „Borussia Dortmund hat den Anspruch, schwarze Zahlen zu schreiben. Also ganz konkret: Ohne, dass sich auf der Abgabeseite nichts tut, wird sich auch auf der Aufnahmeseite nichts tun.“

Borussia Dortmund: BVB mit klarer Transfer-Politik – Watzke lässt sich Hintertür offen

Eine klare Ansage vom BVB-Boss. Und dennoch: Eine Hintertür lässt er sich offen. Denn die eindeutige Transfer-Strategie hält nur Stand, wenn es so bleibt, wie es jetzt ist. Sollte der BVB mit unerwartetem Verletzungspech konfrontiert werden, könnte das neue Entwicklungen bedeuten.

Doch sollte das nicht eintreten steht fest: „Wir sind uns einig, dass wir netto nichts mehr investieren wollen”, so Hans-Joachim Watzke bei der Bilanzpressekonferenz.

BVB: Verkauf von Torwart Roman Bürki könnte neues Transfer-Potenzial einräumen

Was Borussia Dortmund wieder mehr Handlugsspielraum verschaffen würde, wäre ein Transfer von BVB-Torwart Roman Bürki. Der Schweizer stand in der vergangenen Saison vom 19. bis 31. Spieltag gar nicht mehr zwischen den Pfosten. Sein Comeback feierte er, nachdem sich Marwin Hitz verletzt hatte. Jetzt soll Atletico Madrid um den Schlussmann buhlen.

Doch was die konkreten Transfer-Pläne sind, wer noch auf der Einkaufs- und Verkaufsliste steht – darüber bewahrte der BVB-Boss Stillschweigen. Lediglich die Transfer-Strategie bei Borussia Dortmund formulierte er glasklar.

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