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Auf Pressekonferenzen redet BVB-Trainer Lucien Favre meist nur das Nötigste. In seiner Schweizer Heimat gibt sich der 61-Jährige nun deutlich offener. In einem Interview spricht er über das erste Jahr in Dortmund, den Faktor Erfahrung und seinen Coachingstil.

  • Lucien Favre gibt Interview in der Schweiz
  • BVB-Trainer bedauert, nicht Meister geworden zu sein
  • „Es war eine gute Saison“

Lucien Favre nutzt die Sommerpause, um in seiner Heimat zu entspannen. Nach einer intensiven Saison mit 45 Pflichtspielen und der Vizemeisterschaft genießt der BVB-Coach die Ruhe in den Schweizer Bergen. Favre verbringt den Urlaub im 9.000 Einwohner Städtchen St-Barthélemy im Kanton Waadt.

„Jeden Sommer verbringen wir hier. Der Wald ist nicht weit, ich kann Velo fahren, spazieren, die Batterien aufladen – ein wunderbarer Ort“, sagt Favre im Gespräch mit der Schweizerischen Depeschenagentur.

Favre: „Klar bedauern wir, nicht Meister geworden zu sein“

Inmitten purer Idylle lässt der Schweizer das erste Jahr in Dortmund Revue passieren. „Klar bedauern wir, nicht Meister geworden zu sein“, gibt sich Lucien Favre ehrlich. Und fügt an: „Aber mit etwas Abstand werden alle zum gleichen Schluss kommen: Es war eine gute Saison.“

76 Punkte holte der BVB in der Saison 2018/19. Es war die drittbeste Spielzeit in der Vereinsgeschichte. Nach der Hinrunde hatte man sogar sechs Punkte Vorsprung auf den FC Bayern. „Im ersten halben Jahr reizten wir das Limit aus“, so Favre.

Erfahrung und Zeit sind wichtige Erfolgsfaktoren
für Favre

Dass es am Ende dennoch nicht zur Meisterschaft reichte, habe Gründe gehabt. Es seien verschiedene Dinge zusammengekommen. Durch verletzungsbedingte Ausfälle habe es Leistungsschwankungen gegeben, erklärt der Schweizer.

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Ein weiterer wichtiger Faktor ist für Lucien Favre in diesem Zusammenhang die Erfahrung. Hierbei nennt er Ajax Amsterdam als Beispiel. Mit seinem Ex-Klub OG Nizza besiegte er die Niederländer 2017 in der Champions League-Qualifikation.

„Amsterdam war zu unerfahren“, sagt Favre. In dieser Saison marschierte die junge Ajax-Mannschaft bis ins Halbfinale der Königklasse. In zwei Jahren könne im Top-Fußball eben viel passieren.

Favre: „Eine Entwicklung ist erst nach einer gewissen Zeit erkennbar“

Zudem sei auch Zeit enorm wichtig. In gemeinsamer Trainingsarbeit verschiedenste Spielzüge einzustudieren, gehe nicht von heute auf morgen. „Eine Entwicklung ist erst nach einer gewissen Zeit erkennbar“, stellt Favre heraus.

Während der 61-Jährige im Training viel redet, ist er an der Seitenlinie zurückhaltender. Aus gutem Grund. Die Spieler stünden schon genug unter Druck. Er müsse nicht zusätzlich für Wirbel sorgen, erklärt Favre.

Die unaufgeregte Art des Schweizers schätzen auch die BVB-Bosse. Kein Wunder also, dass sie mit Lucien Favre eine Verlängerung seines bis 2020 laufenden Vertrages anstreben.

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In der neuen Saison möchte Lucien Favre mit dem BVB einen Titel gewinnen.