Kommentar

BVB hat neuen Star im Team – mit ihm ist der Titel jetzt möglich

Beim BVB spricht derzeit alles über die Offensive um Mega-Star Erling Haaland. Doch ein heimlicher Star des Teams steht zwischen den Pfosten.

Dortmund - Die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund dürften nach den ersten Spielen durchaus zufrieden mit ihrer Entscheidung gewesen sein, Gregor Kobel als neue Nummer eins verpflichtet zu haben. Der Schweizer präsentiert sich bislang als starker Rückhalt. Dieser fehlte dem BVB in der Vergangenheit zu häufig, findet RUHR24-Autor Kevin Mattes.

NameGregor Kobel
Geboren 6. Dezember 1997 (23 Jahre), Zürich (Schweiz)
Größe 1,94 m
Aktuelles TeamBorussia Dortmund

BVB: Gregor Kobel könnte im Kampf um die Meisterschaft zum entscheidenden Faktor werden

„Die Offensive gewinnt Spiele, die Abwehr entscheidet Meisterschaften.“ Diese Fußballweisheit hat sich in den vergangenen Jahren beim BVB bestätigt. Häufig zeigte man im Angriffsspiel tolle Kombinationen und zelebrierte schöne Tore. In der Defensive offenbarte man jedoch des Öfteren zu große Schwächen und ließ deshalb im Kampf um die Meisterschaft zu viele Punkte liegen.

Insbesondere mit der neuen Spielphilosophie von Trainer Marco Rose, die vor allem offensiv ausgelegt ist, droht auch dieses Jahr ein ähnliches Szenario. Die ersten Begegnungen belegen diese These. Der BVB schluckte in drei Spielen bereits sechs Gegentore. Für die Ansprüche des Pokalsiegers eindeutig zu viel. Doch es hätten auch durchaus mehr sein können. Einzig Neuzugang Gregor Kobel verhinderte Schlimmeres.

Gregor Kobel: BVB-Torhüter war im spiel gegen Hoffenheim der heimliche Held

Beim Last-Minute-Sieg des BVB gegen die TSG Hoffenheim avancierte der Schlussmann neben Torjäger Erling Haaland zum Matchwinner. Der 23-Jährige parierte mehrere Großchancen der Kraichgauer stark. Zudem peitschte er seine Vorderleute immer wieder an.

Doch auch in den Spielen zuvor war bereits zu erkennen, was für ein Typ Gregor Kobel ist. Er geht lautstark vorweg und hat und einen großen Siegeswillen. Mit dem Ball am Fuß wirkt er sicher. Es ist eine neue Souveränität, die der frühere Stuttgarter versprüht. Eine, die offensichtlich auch darin münzt, dass Borussia Dortmund nun auch in der hintersten Reihe über einen Spieler verfügt, der Spiele gewinnt.

Gregor Kobel hat bislang einen starken Eindruck beim BVB hinterlassen.

Gregor Kobel: BVB hofft endlich auf Konstanz im Tor

Ob die Qualität in der Abwehr schlussendlich dafür ausreicht, langfristig die Anzahl der Gegentore zu minimieren und damit die Siegeswahrscheinlichkeit zu erhöhen, wird sich zeigen. Dann, wenn Routiniers wie Mats Hummels oder Emre Can wieder zurückkehren. Möglicherweise hilft dabei auch der überraschende Transfer von Marin Pongracic, der vom VfL Wolfsburg nach Dortmund gekommen ist.

Für den Augenblick leistet jedoch Gregor Kobel große Vorarbeit für den bisherigen Erfolg des BVB. Es ist ihm und dem Klub zu wünschen, dass er nun konstant diese Leistungen zeigt.

BVB: Gregor Kobel schließt Dauerbaustelle in Dortmund

Es scheint, als hätte der Klub mit Gregor Kobel eine Dauerbaustelle der vergangenen Jahre mehr als adäquat geschlossen. Das ständige Hin und Her zwischen Marwin Hitz und Roman Bürki verunsicherte nicht nur die Mannschaft, sondern sorgte auch bei vielen Fans für Unverständnis.

Gregor Kobel ist mit seinen starken Leistungen der neue Punktegarant beim BVB

Beide sind ohne Frage ordentliche Bundesliga-Torhüter. Trotzdem waren die Leistungen der beiden konsequent nicht konstant genug. Immer, als man gerade dachte, es kommt Stabilität ins Dortmunder Tor, leisteten sich beide in gewissen Phasen zu häufig einfache Fehler.

Gregor Kobel: BVB-Torhüter will eines Tages das Niveau von Manuel Neuer erreichen

Es war daher folgerichtig in dieser Saison einen Schnitt zu machen und mit Gregor Kobel einem aufstrebenden Torwart-Talent das Vertrauen zu schenken. Er ist zwar bei weitem noch nicht auf einem Niveau wie beispielsweise Manuel Neuer oder Marc-Andre Ter Stegen, jedoch hat er großes Potenzial und den unbedingten Willen eines Tages dieses Niveau nicht zu erreichen.

Bitter ist aus Sicht des BVB nun, dass man derzeit drei Torhüter im Kader hat, die zudem noch ein stattliches Gehalt beanspruchen. Logisch, dass der Klub daher alles versucht hat, um Roman Bürki loszuwerden.

So wie es aussieht, wird er den Schwarz-Gelben aber erhalten bleiben. Bleibt Gregor Kobel aber stabil in seinen Leistungen und bleibt er verletzungsfrei, wird der 30-Jährige wohl kein Spiel mehr im BVB-Dress absolvieren.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/AFP

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