Dortmund-Profi in Doha

BVB-Star Meunier irritiert mit Katar-Aussagen: „Das müssen wir akzeptieren“

Rund um die Fußball-WM in Katar gibt es seit Längerem lautstarke Kritik. BVB-Verteidiger Thomas Meunier will sich nicht daran beteiligen.

Dortmund/Doha - Bei Borussia Dortmund war es zuletzt still um den Rechtsverteidiger geworden. Thomas Meunier fiel in den vergangenen Wochen bekanntlich mit einem Jochbeinbruch aus. Pünktlich zum WM-Start ist der 31-Jährige aber wieder fit geworden. Kurz vor dem Turnierbeginn mit seinen Belgiern sorgte er mit merkwürdigen Aussagen für Aufruhr.

BVB-Star Meunier irritiert mit Katar-Aussagen: „Ich kann es mir nicht leisten, Stellung zu beziehen“

In einem Interview mit der französischen L‘Équipe druckste Thomas Meunier beim Thema Katar-Kritik ein wenig herum. Konkret erklärte der BVB-Verteidiger: „Ich bin in einer schwierigen Lage. Ich habe vier Jahre bei PSG gespielt. Ich kann nicht in die Suppe spucken und sagen: Die Katarer sind Arschlöcher. Ich kann es mir nicht leisten, Stellung zu beziehen.“

Weiter führte der Nationalspieler aus: „Ich wusste das, als ich meinen Vertrag bei PSG unterschrieb. Ich war mir über alles bewusst, was hier passiert. Man könnte auch sagen, dass ich das unterstützt habe, indem ich mich bereit erklärt habe, für einen Staatsverein zu spielen.“

BVB: Thomas Meunier spielt auf Vergangenheit bei PSG an

Paris Saint-Germain wird seit Jahren von katarischen Sponsoren mit Geld zugeschüttet. Mit Nasser Al-Khelaifi sitzt sogar ein Katarer an der Präsidiumsspitze des Hauptstadtklubs. Thomas Meunier kickte zwischen 2016 und 2020 dort.

Aus diesem Grund sieht sich der Dortmunder nicht in der Position, politische Statements oder Kritik abzugeben. Er sei indirekt selbst ein Teil dessen gewesen, wie er zugab.

BVB-Star Thomas Meunier spricht sich gegen WM-Boykott aus

Wenig später fügte Thomas Meunier an, dass er grundsätzlich nichts von einem Boykott der Weltmeisterschaft hält: „Ich habe mich nie von irgendetwas beeinflussen lassen. Aus persönlicher Sicht hätte ich, sofern mein Verband sich nicht für einen Boykott entschieden hätte, zugestimmt nach Katar zu kommen, wann man mir die Wahl gelassen hätte.“

Thomas Meunier hat mit seinen jüngsten Aussagen zur Katar-WM für Irritationen gesorgt.

Es sind Aussagen, die wohl nicht bei jedem Fußballfan für Begeisterungen sorgen dürften. Selbst in der Bundesliga haben sich zahlreiche Klubs wie etwa der FC Schalke 04 gegen das Turnier in Katar ausgesprochen, das zahlreichen Gastarbeitern das Leben kostete.

BVB-Profi Thomas Meunier: „Jetzt ist es zu spät“

Beim Thema „One Love“-Binde war Thomas Meunier zumindest geteilter Meinung: „Wir wollten die Armbinde verwenden. Wir haben das untereinander besprochen. Wir sind zu dem Schluss gekommen, sie nicht zu tragen. Das ist schade. Wir alles wissen, wie es hier zugeht. Aber wir kennen auch die Regeln. Es gibt viele Unterschiede zwischen hier und der europäischen Kultur. Das müssen wir akzeptieren.“

Die Meinungsäußerungen des BVB-Kickers sind wohl in vielerlei Hinsicht diskussionswürdig. Seinem Abschlussstatement dürften dafür aber viele Menschen beipflichten: „Katar und die Fifa arbeiten zusammen. Die europäischen Verbände haben die Entscheidung der Fifa akzeptiert. Wenn wir alles richtig machen wollten, wären wir nicht nach Katar gekommen. Aber jetzt ist es zu spät.“

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