Talente wollen zu Borussia Dortmund

"Höheres Entwicklungspotenzial": BVB-Sportdirektor Michael Zorc widerspricht PSG

PSG-Sportdirektor Leonardo hat Vorwürfe gegen den BVB erhoben. Michael Zorc widerspricht den Aussagen und führt Beispiele an.

  • Thomas Meunier ist ablösefrei von Paris Saint-Germain zu Borussia Dortmund gewechselt.
  • Im Nachgang haben sich noch einige Unstimmigkeiten zwischen Thomas Meunier und PSG aufgetan. 
  • Auch der BVB muss deutliche Kritik von PSG-Sportdirektor Leonardo einstecken – nun reagierte Michael Zorc auf die Vorwürfe.

Update, Freitag (17. Juli), 21.09 Uhr: Dortmund - Sportdirektor Michael Zorc (57) hat auf die Vorwürfe von PSG-Boss Leonardo reagiert, wonach Vereine wie der BVB, FC Bayern oder Leipzig immer wieder Talente aus Frankreich abwerben würden.

Borussia Dortmund: Michael Zorc reagiert nach Wechsel von Thomas Meunier auf Vorwürfe von PSG-Boss

Gegenüber der Bild (Bezahlschranke) sagte Michael Zorc: "Leonardo unterliegt da offensichtlich einem Irrtum. In der Regel ist es nämlich genau andersrum, als er es darstellt. Wir werden von den Familien und Beratern aus Frankreich aktiv angesprochen, da sie bei uns oft eine bessere Durchlässigkeit und ein höheres Entwicklungspotenzial der Talente sehen."

Erstmeldung, Freitag (17. Juli): Da Thomas Meunier (28) nicht mit Paris Saint-Germain am diesjährigen Final-Turnier der Champions League teilnehmen kann, hat er scharfe Kritik an seinem ehemaligen Arbeitgeber geübt. Doch die Antwort aus der französischen Hauptstadt ließ nicht lange auf sich warten.

Name

Thomas Meunier

Geboren

12. September 1991 (Alter 28 Jahre), Sainte-Ode, Belgien

Größe

1,90 Meter

Gewicht 

78 Kg

Aktuelle Teams

Borussia Dortmund, Belgische Fußballnationalmannschaft

Kind

Landrys Meunier

Borussia Dortmund: Thomas Meunier giftet gegen Paris Saint-Germain – Sportdirektor antwortet

"Ich hatte meine Teilnahme am Final-Turnier in Lissabon geplant, und mein neuer Arbeitgeber hatte diesen Wunsch auch nachvollziehen können und ein Agreement mit Paris angestrebt", sagte BVB-Neuzugang Thomas Meunier der Deutschen Presse-Agentur (dpa) über das Final-Turnier der Champions League.

"Paris nahm den Kontakt zum BVB auf, doch: Sie wollten nichts für mich bezahlen. Komplett unmöglich natürlich, wenn man sich vor Augen hält, dass ich inzwischen offiziell Spieler von Borussia Dortmund bin und das natürlich neben einer Leihgebühr mindestens auch versicherungstechnische Aspekte beinhaltet", führt der ehemalige Profi von Paris Saint-Germain fort.

BVB: PSG-Sportdirektor Leonardo weist Vorwürfe von Thomas Meunier zurück

"Um es klar zu sagen: Leonardo, der Sportdirektor von PSG, hat sich zu keinem Zeitpunkt um ein Agreement mit dem BVB, geschweige denn mit mir bemüht. Er wollte, dass ich praktisch gratis für PSG auflaufe. Es wird noch abenteuerlicher: Schriftlich teilte er mir via Anwalt Ende Juni mit, dass ich bei PSG nicht mehr willkommen sei", lautet der Vorwurf des Neuzugangs von Borussia Dortmund (alle BVB-Artikel bei RUHR24.de).

Doch diese Sichtweise von Thomas Meunier wollte PSG-Sportdirektor Leonardo (50) nicht unkommentiert lassen. In einem Interview mit der französischen Tageszeitung Le Parisien weist er die Vorwürfe des BVB-Neuzugangs entschieden zurück. 

BVB-Neuzugang Thomas Meunier verlässt Paris Saint-Germain nicht ohne Nebengeräusche.

Borussia Dortmund: Zerwürfnis zwischen Thomas Meunier und PSG-Sportdirektor Leonardo

"Mit Thiago Silva, Eric Choupo-Moting und Sergio Rico haben wir eine gemeinsame Lösung gefunden. Sie verlängern um zwei weitere Monate, um den Wettbewerb (die Champions League, Anm. d. Red) unter den gleichen Bedingungen zu Ende zu bringen. Sie benahmen sich perfekt", so der 50-Jährige. 

"Thomas Meunier hatte bereits für Borussia Dortmund unterschrieben. Ich weiß nicht wann. Das war sein gutes Recht. Er hat das gleiche Gehalt verlangt, das er beim BVB bekommt. Ich habe dort angerufen und nach einer Leihe gefragt", schildert PSG-Sportdirektor Leonardo seine Sicht der Dinge.

Borussia Dortmund: Verhältnis zwischen Thomas Meunier und Paris Saint-Germain ist angespannt

"Der BVB wollte eine Ablöse. Unter diesen Umständen war das unmöglich. Es gab keinen Grund, anders mit ihm umzugehen. Der Verein hat ihn nie missachtet. Er hat immer gespielt, außer, wenn er verletzt oder gesperrt war. Wir haben versucht, mit ihm zu verlängern, aber er wollte nicht. Das war sein Recht", so der 50-Jährige gegenüber Le Parisien

Das Verhältnis zwischen Thomas Meunier, dessen neue Teamkollegen vom BVB sich noch im Urlaub befinden, wie die Ruhr Nachrichten mit vielen Bildern zeigen, und seinem ehemaligen Arbeitgeber Paris Saint-Germain lässt sich derzeit wohl im besten Falle als "unterkühlt" beschreiben. Doch wie die Tageszeitung berichtet, soll auch die Beziehung zwischen Borussia Dortmund und dem französischen Meister angespannt sein. 

Borussia Dortmund: PSG-Sportdirektor Leonardo teilt gegen den BVB, RB Leipzig und den FC Bayern aus

Demzufolge soll Paris Saint-Germain ganz und gar nicht mit der Art und Weise einverstanden sein, mit der sich der BVB, Bayern München und RB Leipzig um Jugendspieler aus Frankreich bemühen. Leonardo nutzte daher das Interview auch, um gegen das Bundesliga-Trio auszuteilen. 

"Deutsche Vereine, vor allem Bayern München, RB Leipzig und Borussia Dortmund baggern immer mehr an jungen Spielern aus Frankreich. Sie sind eine Gefahr für die Jugendakademien in Frankreich. Das ist ein großes Problem", teilt der brasilianische Sportdirektor aus.

"Sie rufen Eltern, Freunde, Familie oder den Spieler selbst an. Das geschieht sogar bei Spielern unter 16 Jahren. Es gibt sehr gute Spieler in Frankreich, die praktisch bereits gut trainiert sind, aber das wird zu viel. Mit 15 oder 16 verdrehen sie die Köpfe junger Leute. Vielleicht sollten die Regeln geändert werden, um die französischen Mannschaften zu schützen", kritisiert Leonardo.

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa