BVB-Profi im Achtelfinale

Thomas Delaney feiert EM-Party mit Dänemark – auch dank Belgien

Für Dänemark hat die Fußball-EM jetzt erst so richtig begonnen. Mittendrin im Tollhaus und nun auch im Achtelfinale: Thomas Delaney vom BVB.

Kopenhagen/Dortmund – Es ist wohl der schönste zweite Platz, den Dänemark im Fußball je belegt hat. Bei der paneuropäischen EM zogen die Dänen an einem furiosen dritten und letzten Gruppen-Spieltag doch noch ins Achtelfinale ein, womit die Achterbahn der Gefühle gnadenlos fortgesetzt wird.

NameThomas Delaney
Geboren3. September 1991 (Alter 29 Jahre), Frederiksberg, Dänemark
Größe1,82 Meter
PartnerinMichelle Lindemann Jensen

Thomas Delaney (BVB): Turbulente EM begann mit Drama um Christian Eriksen und Pleite

Da war bekanntlich zunächst das Drama um Christian Eriksen beim EM-Auftakt der Dänen gegen Finnland, als der Mittelfeld-Regisseur ohne Fremdeinwirkung kollabierte und auf dem Platz reanimiert werden musste. Die spätere 0:1-Niederlage war den Gastgebern um den BVB-Profi Thomas Delaney völlig egal. Wichtig war nur die Gesundheit ihres Mitspielers.

Der 29-Jährige wurde mittlerweile erfolgreich operiert und ist auf dem Weg der Besserung. Doch die gute Nachricht im Rücken half nicht, auch im zweiten Spiel eine Niederlage einstecken zu müssen.

Thomas Delaney (BVB): EM-Aus nach Pleite gegen Belgien war eigentlich wahrscheinlich

2:1 gewann Belgien in Kopenhagen, obwohl Yussuf Poulsen Dänemark nach nur 99 Sekunden in Führung geschossen hatte. Es war das zweitschnellste Tor in der EM-Geschichte.

In der zweiten Halbzeit aber zollten die Dänen rund um den frisch gewordenen Vater und BVB-Profi Thomas Delaney dem extrem hohen Tempo aus den ersten 45 Minuten Tribut und mussten sich noch geschlagen geben. Das Turnier-Aus nach zwei Niederlagen aus zwei Spielen bei nur insgesamt drei Partien in der Gruppenphase war eigentlich praktisch vorgezeichnet. Eigentlich.

BVB-Profi Thomas Delaney (l.) und Dänemark stehen nach einem furiosen Sieg über Russland doch noch im EM-Achtelfinale.

Thomas Delaney (BVB): Bei EM-Sieg über Russland hätte Fairplay-Wertung zum Tragen kommen können

Doch der dritte Spieltag in Gruppe B blieb verrückt – schon vor dem Anpfiff, wie Hochrechnungen zeigten. Hätte Dänemark 1:0 gegen Russland gewonnen und Belgien 2:1 gegen Finnland, hätte die Fairplay-Wertung über das Weiterkommen des Zweitplatzierten entscheiden müssen.

BVB-Profi Thomas Delaney und seine Kollegen bissen sich am Montagabend (21. Juni) zunächst lange Zeit die Zähne am russischen Bollwerk aus. Aleksandr Golovin hätte seine Farben nach einem Konter in der 18. Minute sogar in Führung schießen können, wenn nicht sogar müssen.

EM: Mikkel Damsgaard brachte Dänemark gegen Russland Hoffnung - Belgien wartete noch

Besser macht es Mikkel Damsgaard nach 38 Minuten. Der erst 20-Jährige zirkelte von der Strafraumgrenze gefühlvoll den Ball zur 1:0-Führung in die russischen Maschen und verwandelte den mehr als nur gut gefüllten „Telia Parken“ in Kopenhagen in ein dänisches Tollhaus.

Lange Zeit taten sich Thomas Delaney (l.) und Dänemark gegen disziplinierten Russen schwer.

Dänemark wähnte sich nach der ersten Halbzeit auf dem richtigen Weg. Allerdings stand es im Parallelspiel zwischen Finnland und Belgien noch 0:0, was den Finnen für Platz zwei in der Gruppe B gereicht hätte.

Thomas Delaney: BVB-Profi und Dänemark hatten gegen Russland schwachen EM-Schiedsrichter

Immerhin: Russland baute in der zweiten Halbzeit ab und Dänemark spielte sich in einen Rausch. Trotz der Schiedsrichter-Leistung. Denn der Unparteiische Clement Turpin aus Frankreich hatte nicht seinen besten Tag erwischt.

Die Gelbe Karte in der 57. Minute gegen BVB-Profi Thomas Delaney war schon fragwürdig. Fedor Kudryashov hätte hingegen nach 65 Minuten mit der Gelb-Roten Karte vom Platz fliegen müssen. Die Elfmeter-Entscheidung in der 70. Minute gegen die Dänen setzte dann endgültig den Urteilen die Krone auf.

Schiedsrichter Clement Turpin gab beim EM-Spiel zwischen Dänemark und Russland keine gute Figur ab.

EM: Dänemark schießt Russland ab - Belgien gewinnt auch gegen Russland

Allerdings musste Dänemark nach dem 2:1-Anschlusstreffer per Strafstoß nicht lange zittern. Nur neun Minuten später wurde der alte Zwei-Tore-Abstand wieder hergestellt.

Als Joakim Maehle in der 82. Minute sogar noch zum 4:1 traf, sorgte der „Telia Parken“ in Kopenhagen endgültig für Gänsehaut-Atmosphäre. Denn: Praktisch zeitgleich erzielte Belgien in St. Petersburg gegen Finnland das 2:0. Nur acht Minuten zuvor war der Favorit dank eines Eigentores von Torwart Lukas Hradecky mit 1:0 in Führung gegangen. Es passte ins Bild dieses kuriosen Montagabends.

Thomas Delaney (Dänemark) dürfte BVB-Kollegen für EM-Sieg ein Dankeschön schicken

Als um kurz vor 23 Uhr beide Spiele beendeten waren, hatte Dänemark Gewissheit: Mit nur drei Punkten aus zwei Spielen zogen die Dänen ins Achtelfinale der EM ein, wo am Samstag (26. Juni, 18 Uhr) Wales wartet.

Weil Finnland (1:3) und Russland (2:7) das schlechtere Torverhältnis als Dänemark (5:4) haben, ziehen sie den Kürzeren, obwohl sie ebenfalls drei Zähler einfuhren. Thomas Delaney dürfte seinen BVB-Kollegen Axel Witsel, Thomas Meunier und Thorgan Hazard für den Belgien-Sieg über Finnland noch schwarz-gelbe Danksagungen geschickt haben. Es passt ins Bild der EM-Achterbahnfahrt für „Danish Dynamite“, die aktuell ihren Höhepunkt erreicht hat.

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